Gesamtwertung78%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Eigentlich erscheinen Remakes zu erfolgreichen Spielen ja erst Jahre oder gar Jahrzehnte nach dem Release des Hauptprogramms. Ganz anders bei Arena Wars: Reloaded, dem Strategie/Actionmix-Sequel des Hannoveraner Entwicklerstudios ExDream. Rundum erneuert und mit neuen Features versehen erschien das Spiel vor kurzem in den deutschen Händlerregalen. Wir werfen in unserer Review einen genaueren Blick auf das Spiel.
Mal was anderes
Unerwartet und überraschend gut das war im Sommer 2004 das Fazit der meisten Spielemedien, als mit Arena Wars das Erstlingswerk der bis dahin unbekannten deutschen Spieleschmiede ExDream erschien. Ein bunter Genremix mit Action- sowie Strategieelementen, vorbildliches Balancing, ein unkompliziertes Spielprinzip und rasante Matches im Internet, das war Arena Wars vor drei Jahren und das ist Arena Wars: Reloaded im Grunde auch noch heute, nur eben nach einer kompletten Generalüberholung seitens der Entwickler. Am leicht verständlichen Spielprinzip wurde hingegen nichts geändert. Nach wie vor stehen sich auf einer Karte bis zu acht Spieler gegenüber, deren Aufgabe, wie sollte es auch anders sein, die gegenseitige Vernichtung ist. Jeder Spieler startet mit einer Hauptbasis sowie einer bestimmten Anzahl an Credits. Das ist die einzige Ressource in Arena Wars, denn der genreübliche Abbau von Ressourcen entfällt im Spiel genauso wie der Aufbau einer Basis. Ähnlich wie in World in Conflict kann man dank der relativ wenigen zur Verfügung stehenden Credits auf einmal nur eine begrenzte Anzahl an Einheiten für seine Zwecke nutzen.
Erst sobald eine Einheit vom Gegner zerstört wird, erhält der Spieler die für sie ausgegebenen Credits zurück und kann diese in eine weitere Einheit investieren. So ist während des ganzen Spielverlaufs eine faire Einheitenbalance der einzelnen Parteien garantiert.
Schon vorbei?
Apropos Spielverlauf. Der dauert dank der mehr als rasanten und hektischen Gefechte nicht wirklich lange. Der simple Grund dafür: im Spiel gibt es nur eine einzige Fraktion, die aus Roboterwesen besteht, und die verfügt über insgesamt nur sechs Einheiten, die jedoch penibel auf einer abgestimmt sind. Soll im Klartext heißen, dass jede Einheit ihre besonderen Stärken und eigene Schwächen hat. Die Kämpfe verlaufen streng nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip und gegen jede Einheit ist eine andere aus der begrenzten Sechserriege besonders effektiv.
Das zwingt die Spieler dazu, immer aktiv darüber nachzudenken, welche Einheitenkombinationen man für welche Aktionen benutzt. Blitzangriffe sollten demnach nicht mit lahmen Artillerie-Panzern durchgeführt werden und schnelle, dafür aber nur leicht gepanzerte Buggys eignen sich nicht gerade am besten zur Verteidigung der eigenen Basis.
Und die muss dringend vor dem Feind beschützt werden, da sie das Hauptgebäude eines Spielers darstellt und ohne sie keine Einheitenproduktion mehr möglich ist. Fast genauso wichtig ist jedoch auch das Kraftwerk wird dieses vom Gegner beschädigt oder gar zerstört, wird die Produktionsgeschwindigkeit der Einheiten erheblich verlangsamt, wodurch man gegenüber seinen Kontrahenten einen essentiellen Nachteil hat.
Außer diesen zwei Hauptgebäuden gibt es im Spiel auch mehrere andere Gebäude, die allerdings nicht der Kontrolle des Spielers unterliegen - er kann sie nur für seine Zwecke nutzen. Im sogenannten Upgradeturm kann man z.B. seine Einheiten gegen eine bestimmte Anzahl an Credits verbessern lassen und die Warpgates dienen zum sekundenschnellen Einheitentransfer von einem Kartenpunkt auf den anderen. Neu dazugekommen sind der Raketenturm und das Ressourcen-Gebäude. Beide können vom Spieler besetzt werden und dienen fortan seinem Team.
Insgesamt kann man als Spieler in Arena Wars: Reloaded auf mehr als 100 Single- und Multiplayerkarten zwischen drei Spielmodi wählen, die so vor allem aus dem Shootergenre bekannt sind: Capture the Flag, Bombing Run und Double Domination. Jeder dieser Modi hat andere Ziele, die den meisten Spielern schon alleine vom der Bezeichnung her bekannt sein werden. Bei Double Domination gibt es auf der Karte zum Beispiel zwei Kontrollpunkte. Besetzt ein Team mit seinen Einheiten beide und hält die Position für eine bestimmte Zeit ohne vom Gegner verjagt zu werden, so gewinnt das jeweilige Team die Partie. Um die Kämpfe noch hektischer und abwechslungsreicher zu gestalten als sie schon ohnehin wären, haben die Mannen von ExDream auch noch zahlreiche Items ins Spiel eingebaut. In Arena Wars: Reloaded wurde deren Anzahl gegenüber dem Vorgänger sogar von vormals 16 auf insgesamt 20 erhöht.
Items verleihen einem Team, bzw. der jeweiligen Einheit die es aufsammelt eine bestimmte Spezialfähigkeit. So dient das neu dazugekommene Item Covert Ops beispielsweise dazu, dass alle Einheiten eines Teams nach Zufallsprinzip ihr Aussehen hin und her verändern, sodass der Gegner für einen bestimmten Zeitraum nie weiß, mit welcher feindlichen Einheit er es wirklich zutun hat.
Hässliches Entlein adé
Grafisch wurde der Nachfolger zum Überraschungstitel von 2004 wohl am grundlegendsten verändert. So haben die Entwickler die komplette Grafikengine generalüberholt und auf den neuesten Stand gebracht. So kommt man als Spieler während der rasanten Matches in den Genuss von Normal Maps, aktuellen Shadern sowie erheblich polygonreicheren Einheiten und Gebäuden. Mit dieser neuen Technologie wurden übrigens auch alle alten, aus Arena Wars bekannten Maps neu designt und auf den neuesten Stand gebracht sowohl grafisch als auch gameplaytechnisch, beispielsweise durch die Implementierung der zwei neuen Türme. Nach wie vor verfügt das Spiel über eine eingebaute Webcam- und Sprachübertragung, wodurch sich Spieler nicht nur tödliche Blicke zuwerfen, sondern auch aktiv Teamarbeit betreiben können.
Highlight des im Vergleich zum Vorgänger mit viel clevereren KI-Bots ausgestatteten Mehrspielermodus ist die im Spiel eingebaute ESL-Unterstützung, wodurch jeder im Internet aktive Spieler die Möglichkeit hat, sofort an anerkannten Turnieren und Ranglisten-Kämpfen teilzunehmen. Werden einem die vielen von den Entwicklern designten Maps mit der Zeit langweilig, so kann er einfach zum mitgelieferten Editor greifen und selbst die Hand anlegen die aktive Community von Arena Wars freut sich immer über neues Kartenfutter.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Arena Wars: Reloaded im Test.
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