Asheron's Call II

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Microsoft
Entwickler
Turbine Games
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
USK
-
Asheron's Call II [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

83%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Asheron's Call II

Die Geburt eines neuen Helden

In Asheron’s Call II gibt es drei unterschiedliche Rassen, nämlich die Menschen, die Lugianer und die Tumerok, aus denen Ihr einen Charakter eurer Wahl erstellen könnt. Witziges Detail: Obwohl sich die beiden Geschlechter der Menschenrasse kaum voneinander unterscheiden, ist die optische Beschaffenheit der Geschlechter der Lugianer und Tumerok sehr variierend. Wenn Euch das Aussehen eures Helden noch nicht wirklich gefallen sollte, könnt Ihr dieses durch die Veränderung weiterer Eigenschaften (Größe, Hautfarbe, etc.) entsprechend anpassen. Jedem Charakter wird natürlich noch ein Name gegeben, der übrigens auch zweimal auf demselben Server vorkommen kann. Das macht sich im Chat-Fenster so richtig bemerkbar, indem euch eine Nachricht wie zum Beispiel „Ein xxx sagt euch: [...]“ zugestellt wird. Der unbestimmte Artikel weißt darauf hin, dass es auch möglich ist, dass ein anderer Charakter, mit dem gleichen Namen, Euch diese Nachricht gesendet haben könnte.

Ein kleines Tutorial führt den Spieler, wie schon in der offiziellen Betaversion, in den Spielalltag ein. Es muss eine kleine Quest erledigt werden, die eurem Charakter einige Erfahrungspunkte bringt und auch Euch selber um einige Erfahrungen reicher macht, denn nach diesem Muster werden die meisten weiteren Queste erledigen müssen. Weiterhin wird Euch das Kampfsystem etwas näher gebracht. Das Kampfsystem ist sehr leicht zu beherrschen, denn Ihr müsst praktisch nur einen Gegner auswählen und diesen mit der Angriffs-Taste attackieren – prompt stürzt sich euer Recke auf das böse Ungetüm.

Das Skillsystem

Das Skillsystem in AC II ist mit dem Fähigkeitenbaum aus Diablo 2 vergleichbar. Man kann sich ein paar Eigenschaften aus einem Stammbaum auswählen, die eurer Ausrichtung genügen. Die Grundausrichtungen unterscheiden zwischen Nahkämpfern, Fernkämpfern und Magiern. Die verschiedenen Spezialangriffe werden nach überschreiten einer Levelgrenze frei geschaltet und können von euch mit Erfahrungspunkten im Level gesteigert werden. Wer zum Beispiel insgesamt 20.000 Erfahrungspunkte angesammelt hat und bereits 19.000 davon in Eigenschaften investierte, verfügt nur noch über 1.000 Erfahrungspunkte, die man auf weitere Fähigkeiten verteilen kann.

Die speziellen Eigenschaften können in einer Quickbar untergebracht werden, so dass man im Gefecht nur einen kurzen Mausklick für eine Spezialattacke aufwenden muss. Um den so genannten „verskillten Charakteren“ vorzubeugen, hat Turbine Engine einen Sicherheitsmodus in das Skillsystem eingebaut. Man kann nämlich eine Fähigkeit auch wieder abtrainieren, wenn im späteren Spielverlauf sich die Erkenntniss einstellt, dass die Fähigkeit zu schwach für schwere Gegner ist. Das dauert in der Regeln jedoch sehr lange, denn um eine Fähigkeit zu verlernen, muss man entsprechend Erfahrungspunkte ansammeln (ähnlich dem Erlernen einer Fähigkeit), die euch jedoch später auf eurem „Erfahrungskonto“ wieder gut geschrieben werden.

Drei Königreiche, drei Kontinente

Zu den drei unterschiedlichen Kontinenten gehört jeweils ein Königreich, dem man sich im Laufe des Spiels anschließen kann. Jedes der drei Königreiche hat spezielle Fähigkeiten, die ein Charakter dort erlernen kann. Der Spieler sollte je nach Rasse und Klasse sein Königreich wählen, denn die unterschiedlichen Fähigkeiten bringen in einigen Fällen zum Beispiel Fernkämpfern größere Vorteile, hingegen können Magier in einem anderen Königreich sehr bevorteilt sein. Das Eintreten in ein solches Königreich gestaltet sich jedoch nicht ganz einfach, denn man muss zuerst einen bestimmten Stein suchen, bei dem man Mitglied einer Monarchie werden kann.

Die drei Kontinente Osteth, Omishan und Linvak-Massiv sind sehr abwechslungsreich gestaltet und bieten eine gigantische Fläche, um sich mit seinem Königreich entsprechend auszubreiten. Denn in Asheron’s Call II soll es im späteren Spielverlauf möglich sein, die verwahrlosten Städte wieder aufzubauen, um eine neue Grundlage des geschichtlichen Seins zu schaffen. Wegen der enormen Ausmaße der Karte wurde ein Portalsystem eingeführt, durch das auch größere Strecken in einem angenehmen Tempo erledigt werden können; jedoch sollte man sich vorher ein bisschen mit der Karte beschäftigt haben, um nicht irgendwo im Nirgendwo zu landen.

Die grafische Gestaltung der Landschaften ist atemberaubend. In Osteth ist die Landschaft mit Gräsern geschmückt, die bis zu Euren Knien ragen. Die Vegetation könnte man sehr gut mit Irland vergleichen. Der Kontinent Omishan wurde sehr exotisch gestaltet, hingegen ist die Landschaft im Linvak-Massiv sehr karg und bedrohlich. Die Wassereffekte sehen, dank Anti-Aliasing, ebenso gut aus, wie beim epischen Rollenspielhit Morrowind.

Abwechslung und Quests

Die Queste des Online-Rollenspieles teilen sich in zwei Fraktionen auf. Einerseits gibt es die sogenannten „Story Queste“, andererseits kann man auch „freie Queste“ wählen und absolvieren. Die größten Belohnungen könnt Ihr sicherlich in den erstgenannten erwarten, denn diese bereichern Euch stetig mit einer ordentlichen Ladung an Erfahrungspunkten und manchmal sogar mit guten Gegenständen. Nach einer „Story Quest“ erscheint jeweils eine kleine Zwischensequenz, die den eigentlichen Handlungsstrang von Asheron’s Call II weitererzählt. Die Zwischensequenzen bestehen leider nur aus zusammengebastelten Bildern, sind aber dennoch mit einer schmucken Erzählung bestückt: Man sollte trotzdem nicht zu viel von ihnen erwarten.

„Freie Queste“ findet man eigentlich bei jedem NPC in einer Stadt oder an extra gekennzeichneten Orten auf der Karte. Die ersten Queste, mit denen Euch NPC Charaktere beauftragen, sind sehr leicht zu erledigen, weil Ihr meistens nur ein Paket oder eine Nachricht überbringen müsst; De facto gibt es keine Gegnerscharen, die Euch daran hindern. Desto höher Euer Level jedoch wird, desto schwerer werden im Allgemeinen auch die Aufträge und desto mehr Erfahrungspunkte können für den erfolgreichen Abschluss ergattert werden.

Levelaufstieg

Der Levelaufstieg wurde von den Entwicklern leider noch nicht sonderlich gut ausbalanciert. Anfangs steigt man ziemlich schnell auf, bis dann eine größere Durststrecke um Level 18 folgt, denn dann geben die Gegner, die von Euch alleine besiegt werden können, nicht genügend Erfahrungspunkte, um effektiv im Level aufsteigen zu können. Um dennoch weiterhin schnell im Level aufzusteigen, solltet man sich einer Gruppe anschließen, um auch schwerere Gegner mühelos eliminieren zu können. Gut ist hingegen, dass eine „Story Quest“ fast in jedem Fall einen Levelaufstieg zur Folge hat, denn so wird eine Levelbasis für die Spieler geschaffen, die im weiteren Verlauf unglaublich wichtig ist.

Die Durststrecke um Level 18 liegt übrigens daran, dass der Charakter dann kurz vor dem Eintritt in den neuen Kontinent stehen sollte. Vielleicht sollte man sich schon vorher einmal nach Omishan wagen, um in einer Gruppe ein paar Erfahrungspunkte zu sammeln. Ihr werdet zumindestens mit sehr guten Items belohnt!

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Bei der deutschen Lokalisierung von Asheron’s Call II ist Turbine Engine nicht unbedingt ein Meisterstück gelungen, denn die meisten Texte sind nur ungenügend vom Englischen ins Deutsche übersetzt worden. Schon wenn man in den AC2-Starter schaut, fallen einem viele Rechtschreib- und Grammatikfehler ins Auge. Zum Glück fällt dies beim eigentlichen Spiel nicht mehr so groß ins Gewicht, denn dort gibt es nur sehr wenige Texte, die man übersetzen musste.

Die Sprachausgabe wurde komplett in englischer Sprache synchronisiert und klingt dadurch sehr ansprechend. Wer nicht so gut im Bereich Englisch sein sollte, der kann auch einfach die mitlaufenden Untertitel in deutscher Sprache lesen.

Hohe Kosten!

Wer hierzulande in den Genuss von Asheron’s Call II kommen möchte, muss tief in die Tasche greifen, denn ein Monat kostet in Europa knapp 13 Euro (die Konkurrenz hat Preise um die 10 Euro). Hier sollte man ganz klar abwägen, welcher Aspekt einem wichtiger erscheint, denn zum einen ist die Grafik einfach wunderbar, aber eine ähnlich gute Story kann man auch bei Dark Ages of Camelot bekommen. Schade eigentlich, dass Microsoft nur Kreditkarten annimmt, denn bei DaoC kann man auch mit der in Deutschland weit verbreiteten EC-Karte bezahlen. Da man aber mindestens 3 Monate in einem vertraglichen Verhältnis zu einem Arbeitgeber stehen muss, um eine Kreditkarte beantragen zu können, wird es insbesondere der Zielgruppe „Schüler und Jugendliche“ schwer fallen, sich diesen Luxus zu leisten.

Fazit

Asheron’s Call II ist in spielerischer und technischer Hinsicht wirklich ein super Spiel, dass ich gerne weitergespielt hätte. Ärgerlich ist nur, dass sich zur Zeit nur sehr wenige Leute auf dem einzigen deutschsprachigen Server eingefunden haben. Total unverständlich ist der Verzicht auf das elektronische Lastschriftverfahren, denn dieses erlaubt es innerhalb Deutschland mit der EC-Karte zu bezahlen: Und das auch noch von Microsoft, dem Softwareriesen schlechthin!

Den etwas überhöhten Preis von 13 Euro pro Monat kann man, angesichts der genialen Grafik, gerade noch verzeihen. Außerdem ist das Spiel grundsätzlich mit allem ausgestattet, was sich auch in anderen MMORPG’s wiederfinden lässt: eine gigantischen Spielwelt, witzigen Ideen, abwechslungsreichen Quests und vielem mehr. Das Spiel ist, wie bereits gesagt, in technischer Hinsicht sehr gut gelungen, aber wegen der mangelnden Kundenfreundlichkeit von Microsoft erhält es eine deutliche Abwertung.

Asheron's Call II [PC , Justgamers]

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