Assassins Creed

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
16
Assassins Creed [PC , looki.de]

Gesamtwertung

86%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Assassins Creed

Grandios, aber dennoch nicht perfekt...

Eines muss man Assassins Creed wirklich lassen: Es sieht zuweilen wunderschön aus! Gerade der Ausblick auf die belebten Städte Damaskus, Akkon und Jerusalem könnte prima auch so auf einer Postkarte auftauchen - die Weitsicht ist dabei stets gigantisch. Schade nur, dass die Erinnerungen schöner sind als der vorwiegend kühle und unspektakuläre Look der Gegenwart. Zu schön um wahr zu sein sind dagegen Altaïrs geschmeidige Animationen, die die tödliche Eleganz des Assassinen deutlich unterstreichen und immer hübsch anzusehen sind. Das Charakterdesign ist ausgezeichnet, hätte hier und da aber etwas mehr Mimik vertragen können. Um allerdings das Geschehen bei maximalen Details und einer vernünftigen Auflösung genießen zu können, sollte schon ein Dualcore-Prozessor und eine flotte Karte (ab GeForce 7800 / Radeon 1950 XTX) in Eurem Rechner schlummern. Ansonsten büßt das Spiel durch reduzierte Effekte an Atmosphäre ein. Schade auch, dass die vorhandenen schwarzen Balken das Geschehen etwas einengen.

Ein Fest für die Ohren!

Auch akustisch darf man sich auf Einiges gefasst machen: Assassins Creed setzt Sound teilweise sehr geschickt an, um ein intensives Erlebnis zu schaffen. Durch die Bank gut gewählt wurden die deutschen Synchronsprecher des Spiels: Gerade der Held und Al Mualim dürfen sich über zwei hervorragende Stimmen freuen. Den vollen Genuss gibt es aber nur für Besitzer von Surround-Systemen: Erst hier entfaltet der Titel einen eindrucksvollen Klangteppich, den es so nicht alle Tage zu hören gibt. Wie aber schon bei der Optik müssen wir auch hier auf hohem Niveau meckern: Die Sprüchepalette der NPCs könnte ein wenig umfangreicher sein, nach einiger Zeit kennt man bereits alle Phrasen auswendig. Dieser kleine Makel wird aber wie eine Lawine von der erstklassigen, orchestralen Musikuntermalung überrollt, die jede Szene des Spiels stimmig einfängt.

Konsolenumsetzung? Na und!?

Man merkt es ja gerade bei Konsolenumsetzungen nicht allzu oft, aber Ubisoft hat sich wirklich Gedanken um eine adäquate Steuerung per Maus und Tastatur gemacht, obwohl Ihr alternativ auch ein Xbox 360-Gamepad benutzen dürft. Allgemein dürft Ihr standardmäßig zwischen der unauffälligen und auffälligen Haltung entscheiden, die jeweils verschiedene Aktionen – die Tastenbelegung für die vier jeweiligen Handlungen pro Haltung legt Ihr dabei selbst fest – mit sich bringen. Hinzu kommen vier Tasten, die für die Wahl Eurer Waffe – Fäuste, Wurfmesser, versteckte Klinge und Kurzschwert - stehen, sowie weitere im ersten Moment unzählig erscheinende Aktionen. Das wirkt auf den ersten Blick nicht nur verwirrend, sondern ist es auch. Auf den zweiten Blick offenbart sich aber eine durchdachte Steuerungslösung, die nach einer halben bis ganzen Stunde in Fleisch und Blut übergeht. Auch das Klettern und die akrobatischen Akte über den Dächern gehen zunehmend leichter von der Hand.

Schwächelt nicht nur im Detail!

Schade, dass es Altaïr ausgerechnet hier an der nötigen Kraft fehlt: Sicher, die Inszenierung ist top, die Spielwelt hält allerlei Überraschungen bereit und auch die Geschichte zieht sofort in ihren Bann. Dumm nur, dass sich trotz der vier neuen Missionstypen nichts großartig geändert hat. Nach wie vor gestaltet sich das Gameplay etwas eintönig: Städte betreten, nötige Informationen sammeln, Zielperson um die Ecke bringen, fertig. Das spult Ihr ganze neun Mal hintereinander ab und dürft Euch über das Ende freuen, beziehungsweise mehr ärgern. Denn wer bei einer solch tollen Inszenierung den gebannten Spieler mit einem Ende allein im Regen stehen lässt, gehört ausgepeitscht. Ansonsten präsentiert sich auch in der PC-Version alles wie schon auf Konsole: Das Klettern macht den meisten Spaß und die Kämpfe sind gewohnt flott, aber etwas zu leicht. Schade auch, dass die Städte an sich wenig Spielraum für Interaktion bieten - schnell wird die pompöse Oberfläche brüchig. Für eine kurze Illusion der Perfektion reicht es aber dennoch.

Auch für Anfänger interessant...

Gerade mit der Steuerung dürften Anfänger zu Beginn stark zu knabbern haben. Gut jedoch, dass ein ausgedehntes Tutorial viele Schritte erklärt und auch innerhalb der Missionen immer wieder Hinweise zur Steuerung und zum Spiel an sich auftauchen. Und siehe da: Mit der Zeit gehen die Aktionen schnell zur Routine über. Abseits davon ist Assassins Creed - außerhalb der neuen Markstandzerstörtungs-Mission - nie wirklich schwer, gerade die Kämpfe sind durch Konter-Moves einen Tick zu einfach, auch die KI zeigt sich hier nicht immer von ihrer Schokoladenseite. Echte Profis werden also nur selten gefordert. Gespeichert wird übrigens automatisch, zum Beispiel nach absolvierten Missionen.

Fazit

Um es kurz zu machen: Spieler, die bereits eine Konsolen-Version von Assassins Creed und/oder einen leistungsschwachen Rechner besitzen, dürfen getrost einen Bogen um die PC-Fassung machen. Vier neue Missionstypen, hier und da justierbare Kameraeinstellungen und eine ingesamt bessere Steuerung rechtfertigen allein keinen Neukauf. Auf schwächeren PCs verliert das Spiel durch Nachladeruckler und reduzierte Details sowieso mächtig an Atmosphäre. Es ist schade, aber es ist so: Assassins Creed lebt viel von seiner Optik, denn das mit der Zeit altbackene Gameplay ist trotz hervorragender Inszenierung alles andere als revolutionär. Wer aber noch keine Fassung des bisher gut verkauften Meuchelmörder-Abenteuers besitzt und die Qual der Wahl hat, sollte zur PC-Fassung greifen. Die punktet nicht zuletzt mit einer wesentlich präziseren Steuerung. Und extra dafür gebe ich einen Punkt zusätzlich zu den PlayStation 3- und Xbox 360-Wertungen. Zuletzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Rechenknecht-Version auch die günstigste unter den genannten drei Fassungen ist.

Assassins Creed [PC , looki.de]

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