Gesamtwertung72%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Nicht lange ist es her als Agent Cole Sullivan mit dem verkorksten Schleich-Shooter Gorky Zero seinen ersten Auftritt auf der großen Spielebühne hatte. Anscheinend war den Entwicklern die Figur jedoch zu schade, als dass man sie nicht noch einmal wiederverwenden könnte. Gesagt, getan: mit Aurora Watching versucht Sullivan seinen zweite Chance wahrzunehmen. Wie der Sneak-Shooter jedoch abschneidet, erfahrt Ihr in unserem Review. Aber bitte, seid leise...
Das Gameplay von Aurora Watching beschränkt sich eigentlich nur darauf, in abgesicherte Komplexe einzudringen, Schlösser zu knacken oder an irgendwelchen Computern wichtige Dateien herunterzuladen oder Türen zu öffnen. Ab und zu darf auch mal ein Snowmobil gefahren oder sich hinter ein MG geklemmt werden. Das alles mag sich im ersten Moment nicht sonderlich abwechslungsreich anhören, was es vielleicht auch nicht ist, aber langweilig wird Aurora Watching zum Glück nie.
Das liegt unter anderem an den netten Gadgets und Fallen, die in einem Agentenabenteuer natürlich nicht fehlen dürfen. Neben Signalgebern, die Feinde anlocken, gibt´s auch noch fern- und bewegungsgesteuerte Gasfallen, die in Reichweite befindliche Gegner betäuben sowie Sprengstofffallen.
Sollte es einmal schwierig sein, eine Falle zu platzieren, müsst Ihr nicht in Panik ausbrechen. Sämtliche Gadgets gibt es auch noch in Kugelform, die man einfach in die gewünschte Richtung rollen lässt.
BILDSTRECKE: Aurora Watching (14 Bilder)
Was die Leute von der Altersfreigabekontrolle jedoch dazu getrieben hat, Aurora Watching keine Jugendfreigabe zu erteilen, ist unverständlich. Zu keiner Zeit wird man dazu gezwungen sinnlos Menschen umzubringen, es ist jederzeit möglich, potentiellen Problemen aus dem Weg zu gehen. Und selbst wenn man einmal Gewalt anwendet, dann spritzt sowenig Blut, dass man schon genau hinsehen muss um etwas zu erkennen.
Grafisch präsentiert sich Aurora Watching gerade mal im durchschnittlichen Bereich. Hier wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen. Auf Schattenspiele á la Splinter Cell wird komplett verzichtet, die leicht abgehackt wirkenden Animationen können nicht überzeugen und auch die größtenteils sterilen Innenräume enttäuschen. Schick hingegen sind jedoch die Außenareale, durch deren Gestaltung die Kälte der Antarktis sehr gut rüberkommt. Auch das Design der Charaktere und der Look der Explosionen kann überzeugen, kommt jedoch dabei nicht an die Grafikwucht eines Splinter Cell 3 heran.
Beim Sound kann man nicht viel meckern: die Synchronsprecher der verschiedenen Charaktere, aber insbesondere des Titelhelden, leisten oftmals solide bis gute Arbeit und verleihen den Figuren im Gegensatz zu anderen 08/15-Spielen wenigstens den Hauch einer Identität. Auch die Soundeffekte wissen zu überzeugen und wer ein Surroundsystem sein Eigen nennen kann, erlebt Aurora Watching noch intensiver. Der Soundtrack des Spiels geht jedoch allenfalls als akzeptabel durch. Nichts also, was einem nach dem Spielen noch im Ohr hängen bleibt.
Aurora Watching hat nicht den Hauch einer Chance gegen das Konkurrenzprodukt aus dem Hause UbiSoft und es ist geradezu dämlich, das Spiel fast zeitgleich mit dem offensichtlichen Gewinner zu veröffentlichen. Im Vergleich hinkt das Game in allen Bereichen hinterher, es fehlen vor allem die nervenzerfetzenden und wunderhübschen Schattenspiele. Hier rennt man oft in irgendwelchen Komplexen umher und es bleibt einem als Versteckungsmöglichkeit meist nur der beherzte Sprung hinter eine Kiste.
Letztendlich ist zu sagen, dass Schleichfans, und solche die es werden wollen zu dem grandiosen Splinter Cell 3 greifen sollten. Anpruchslose Spieler mit kleinerem Geldbeutel kann ich Aurora Watching jedoch empfehlen, da es trotz der Macken immer noch einen großen Spaß macht.