Gesamtwertung90%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Es ist Nacht - überall Schüsse, Rauch, da ein lauter Knall, Kameraden werfen sich geblendet zu Boden und setzen Zielsicher die Gasmasken auf, die feindliche Gasgranate schwelt wirkungslos vor sich hin, während unser Sturmsoldat auf Geheiß des Teamanführers einen Wurfhaken am nächstliegenden Gebäude befestigt. Wir erstürmen das Gebäude und seilen uns am anderen Ende wieder ab. Die überraschten Truppen des Feindes haben uns nicht von hinten erwartet und schießen in die entgegengesetzte Richtung wo sie unser Supporter mit Maschinengewehrfeuer unter Druck setzt. Schnell setzen wir ihnen eine Blendgranate vor die Augen und greifen an. Als sich der Staub wieder legte und Stille einkehrte, waren die feindlichen Speznaz am Boden und die Flagge in unserer Hand auf zur Nächsten!
Special Forces gibt Battlefield 2 einen völlig neuen Look. Alles ist düsterer, dreckiger, verrosteter und sieht einfach mehr nach Krieg aus als nach einem sauberen Urlaub in der Wüstensonne Arabiens, wie wir es aus dem Hauptprogramm kannten.
Das Addon schickt uns in die Krisengebiete des nahen und mittleren Ostens wo niemand außer der Wirklichkeit regiert und Schlamm wie brennende Fahrzeugwracks das Straßenbild dominieren. Überall merkt man, dass hier kein Ort ist um Urlaub zu machen ist oder sich in ein Straßencafé zu setzen und genüsslich mit der Tageszeitung in der Hand einen Espresso zu schlürfen.
Es herrscht Bürgerkrieg und die Elitetruppen der Welt treffen aufeinander und das ganz sicher nicht um eine Runde Skat zu Spielen.
England gegen Russland
Was in der Welt so vor sich geht, kann ein Normalbürger der seinen Informationsdurst mit Zeitung und Fernsehnachrichten stillt, nicht mit Sicherheit sagen. Geheimoperationen heißen nicht etwa Geheimoperationen, weil es sich ungemein lässig anhört, sondern weil niemand von eben diesen erfahren darf, klingt soweit logisch. So treffen in Battlefield 2: Special Forces nicht nur die Klischeegegner wie Amerika gegen den Terror oder Russland gegen die Separatisten aufeinander. Hier bekämpfen sich auch die Russischen Elitesoldaten Speznaz mit den Spezialeinheiten der Natopartner des Vereinigten Königreichs. Egal wer in Special Forces aufeinander trifft, ein nie da gewesenes Multiplayerspektakel ist vorprogrammiert. Bis auf die Englischen SAS und Navy Seals greifen die kämpfenden Truppen auf das bekannte Waffenarsenal auf Battlefield 2 zurück - erweitert wird die Ausrüstung der Soldaten mit allerhand Zusatzwaffen- und Gadgets.
Scharfschützen und SpecOps haben eine spezielle Armbrust in ihrem Feldgepäck, die es ihnen ermöglicht schnell von einem erhöhten Punkt zu einem tiefer gelegenen zu kommen. Wer jetzt argumentiert: Mit dem Fallschirm komm ich doch auch unbeschadet runter. - das mag richtig sein. Doch geht es mit der Taschenseilbahn schneller und wir landen genau dort, wo wir hinzielen. So sind unerwartete Angriffe in Gruppen keine Seltenheit einmal ausgelegte Seilbahnen und Wurfhaken können von jedem Spieler benutzt werden. Der Wurfhaken steht den Sturmsoldaten und Panzerabwehrschützen standardmäßig zur Verfügung. Mit dem ist fast jeder hohe Punkt auf einer Karte zu erreichen, perfekt für schnelle Manöver und Hinterhalte. Mit Special Forces gibt es keinen einzigen Punkt mehr auf der Karte wo man sicher sein kann. Der Spieler muss jederzeit damit rechnen, dass sich hinter ihm jemand abseilt oder an einerm Wurfhaken hochhangelt - die Action-Komponente von Battlefield 2 wird damit auf ein Höchstmaß ausgebaut.
Nichtrauchen unerwünscht
Eine der besten Neueungen ist der Granatenwerfer des Supporters, der die Klasse zu einer unvermeidlichen Komponente in einem taktischen Kampf aufwertet. Mit der Gasgranate kann man Gebiete kontaminieren und Gegnergruppen ausschalten. Einziges Gegenmittel ist die Gasmaske, die sich jedoch extrem auf die Ausdauer und Sicht der Soldaten auswirkt. Nur ganz kurze Sprints sind möglich. Solltet ihr allerdings ungeschützt von einer Gasgranate getroffen werden, seid ihr für eine längere Zeit außer Gefecht gesetzt und könnt weder Gebrauch von Eurer Ausdauer machen, noch irgendetwas erkennen. Die Nachtsichtbrille, die vor allem auf dunklen Karten zum Einsatz kommt, hat nur eine begrenzte Akkulaufzeit und muss nach Gebrauch wieder aufgeladen werden. Bei längeren Matches kann das schon mal zum Nachteil werden sparsamer Verbrauch ist hier das A und O.
Auch die Nachtsichtbrille hat einen entscheidenden Nachteil. Schaut ihr in den Blitz einer Blendgranate, seit ihr viel länger geblendet als Soldaten ohne Brille auf der Nase - auch von Laternen und Scheinwerferlicht kann man bereits für einige Sekunden optisch außer Gefecht gesetzt werden.
Einsatz im Multiplayerwunderland
Die neuen Parteien MEC Special Forces, arabische Aufständische, Speznaz, russische Rebellen, britische SAS und die amerikanischen Navy Seals ähneln sich zwar untereinander stark, machen aber allesamt Lust auf mehr.
Das Balancing ist selbst mit den neuen Gadgets das Beste was der Multiplayermarkt bisher zu bieten hat. Einige Macken des Hauptprogramms, wie Performanceprobleme und kleinere Bugs, werden zwar konsequent übernommen, fallen aber kaum ins Gewicht. Der Singleplayermodus unterstützt nur sechs der acht genial designten Maps und das mit einer Maximalzahl von gerade mal 15 Bots. Die nützlichen KI-Gegner funktionieren im Multiplayermodus, leider, immer noch nicht.
Optisch und Akustisch glänzt Battlefield 2 wieder einmal. Die wahnsinnig gut gemachten Locations sind sehr atmosphärisch in Szene gesetzt. Die tollen Animationen der Soldaten, die scharfen Texturen und das grandiose Umgebungsdesign sorgen zudem für ein rundum schönes Gesamtbild. Stimmiger geht es kaum. Wie wir es von Electronic Arts kennen, gibt es natürlich wieder äußerst realistische Waffensounds, atmosphärische Umgebungsgeräusche und satten Motorenklang bei den Panzern und Jeeps. Wenn Battlefield 2 draufsteht, ist auch Battlefield 2 drin.