Gesamtwertung63%/10 |
GrafikMangelhaft SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungMangelhaft |
Die diesjährigen Olympischen Sommerspiele in China sind nicht eben unumstritten. Politiker versuchen das Thema der Besatzungspolitik Chinas zwar größtenteils zu meiden, viele Sportler, Studenten und andere Menschen aber nehmen die Spiele zum Anlass, um auf die Problematik hinzuweisen. Ganz nebenbei wird am dem 08. August in Beijing aber auch noch Hochleistungssport betrieben. Und genau um den geht es auch im offiziellen Spiel der Veranstaltung. Unter dem Motto: One World. One Dream. One Game. Lockt Beijing 2008 die möglichen Käufer. Doch wer die Lizenztitel zu den Olympischen Spielen kennt, der weiß auch, dass man eben jenen bisher mit Skepsis begeben sollte. Ob das auch beim diesjährigen Ableger der Fall ist, klären wir auf den folgenden Zeilen.
Öder gehts kaum
Beijing 2008 lockt mit zahllosen Veranstaltungen in zehn Disziplinen. Ob man nun den schnellen Kick im 100 Meter oder etwa im 110 Meter Hürdenlauf oder die Herausforderung in Sachen Hochsprung sucht, ob man lieber mit der Sportpistole schießt, Tischtennis spielt, schwimmt, Gewichte hebt, Judo zelebriert oder sämtliche Gerätschaften, wie Speere und Hämmer, so weit wie möglich wirft, für jeden dürfte die passende Sportart dabei sein.
Neben dem eigentlichen Karrieremodus der sich Olympische Spiele nennt und der nur allein gedaddelt werden kann, was äußerst bedauerlich ist, in dem man aber immerhin die Rolle eines ganzen Landes übernimmt, seine Sportler formt und mit ihnen die Weltspitze erklimmt, gibt es sonst eher wenig zu tun. Bis zu vier Spieler können sich an den verschiedenen Wettbewerben versuchen, ein Rankingsystem gibt es dabei aber leider nicht. Ganz anders ist das im Onlinemodus. Dort wird durchaus gerankt, was auch gut so ist. Letztlich bleibt es aber trotzdem dabei, dass man bestimmte Disziplinen hinter einander abspult. Eine wirkliche Präsentation sucht man vergebens und durch die extrem langen Ladezeiten vergeht der Spaß recht schnell. Vor allem, wenn die Ladezeit das eigentliche Event beinahe übertrifft, wie etwa beim 100 Meter Lauf. Da sprintet man seine 10 Sekunden und wartet dann wieder 30, bis das schwach programmierte Spiel das Stadion neu geladen hat und mit der nächsten Disziplin fortfahren kann. Wieso um Himmels willen lädt Beijing 2008 bei jedem Disziplin wechsel das Stadion neu, obwohl man sich eigentlich gar nicht wegbewegt?
Wenn der Titel dann wenigstens noch durch ein gutes Gameplay auffallen würde, könnte man darüber vielleicht hinweg sehen.
Doch zunächst einmal spielen sich die meisten Disziplinen fast gleich. Zum anderen ist das Buttonlayout schwach angelegt. In einem Moment muss man noch zum Geschwindigkeitsaufbau schnell Kreis und X abwechselnd drücken, im nächsten soll man die Schultertasten einsetzen. Da wird das Pad schon mal schnell zum Rotator. Das sorgt oft für Frustmomente, wenn man beispielweise abrutscht, macht aber auch den einzigen Reiz im Spiel aus, da die KI schwach und die Herausforderung, vom Netzspiel abgesehen, sehr gering ist. Zudem kommt, dass es Disziplinen gibt, deren Weltrekorde man beim ersten Mal knackt und andere, die so knifflig, wohl gemerkt in Sachen Steuerung, sind, dass man nicht mal richtig vom Startblock wegkommt, während die Gegner bereits die Ziellinie durchlaufen.
Nur im Multiplayer spaßig
Ausdauerdisziplinen, wie der 1500 Meter Lauf, sind so extrem langweilig, dass man sie höchstens im Multiplayer daddelt, weil das Finish spaßig ist.
Erklären wir die Spielmechanik einmal an dem eben genannten Beispiel. Mit den obligatorischen beiden Tasten bringt man seinen Athleten dazu, sich schneller zu bewegen. Man reiht sich in die Riege der Laufenden ein. Sobald man die Spitze übernimmt, lässt die Kondition nach. Gesellt man sich dann wieder in den Windschatten der anderen, nimmt diese sofort wieder zu.
So weit so gut. Nur, wenn man etwa zu Zweit spielt, läuft man der Konkurrenz so dermaßen davon, in dem man sich immer abwechselt, dass am Ende schon einmal ein Vorsprung von bis zu 15 Sekunden herausspringt. Wie langweilig ist das? Spielt man alleine, hat man wegen des immer gleichen Gameplays, dass man auch von allen anderen Läufen gewohnt ist, spätestens nach 800 Metern keine Lust mehr. Von den Krämpfen in den Fingern ganz abgesehen. Mit mehreren Leuten macht das Spiel einige Zeit lang Spaß, allein ist es so schnell öde, dass man es am liebsten am gleichen Tag zurückgeben würde.
Beijing 2008 im Test.
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