Beijing 2008

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Sega
Entwickler
eurocom
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Beijing 2008 [PC , looki.de]

Gesamtwertung

41%/10

Grafik

Mangelhaft

Sound

Mangelhaft

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Mangelhaft

Bedienung

Mangelhaft

Beijing 2008

Traurige Präsentation

Bereits auf den NextGen-Konsolen konnte die grafische Präsentation nicht überzeugen und bestach lediglich durch Flimmern, mäßige Texturen und unpassenden Effekten. Dass es jedoch auch schlimmer kommen kann, beweist die PC-Portierung des Titels; so flimmert es auf den heimischen Bildschirmen noch mehr, die Farben wirken blass und trist, die Effekte, vor allen Dingen bei den Siegerehrungen, unpassend. Immerhin heben sich die Athleten, die detailliert gestaltet wurden, vom Umfeld ab. Diese wirken zumindest in ihren Animationen im Vergleich zu lieblos gehaltenen, kalten Schauplätzen und starren, unmotivierten Zuschauern rund und realistisch.

Weniger ist mehr? Mitnichten!

Von einem Sportereignis dieser Größenordnung darf auch der Spieler in Sachen Sound und Musik zu Hause etwas mehr erwarten. So scheinen die Zuschauer stets von der jeweiligen Disziplin gelangweilt zu sein und verhalten sich dementsprechend ruhig und unmotiviert; nur allzu selten kommt in den gut gefüllten Stadien so Stimmung auf. Hinzu kommen schwache Effekte, die noch dazu unpassend platziert wurden, sodass nicht selten Siegeshymnen bei einem Fehlversuch erklingen. Die schwache Soundkulisse wird zudem von lustlosen Stadionsprechern unterstrichen; Wirkliche Kommentatoren gibt es nicht.

Schreckliche 1:1 Portierung

Wer glaubte beim Anblick des Menüs und der schwachen Grafik eine 1:1 Portierung einer Konsolenvariante vorgesetzt bekommen zu haben, wird bei näherer Betrachtung der Steuerung in seiner Annahme mehr als bestätigt. So legt der Entwickler dem Spieler eine magere, wenig durchdachte und noch dazu unsinnige Tastatursteuerung vor, die zwar individuell angepasst werden kann, letztlich jedoch einfach nur „zusammengeschustert“ wirkt. Damit zwingt man den Spieler förmlich dazu zu einem Controller aus dem Hause Microsoft, ist das Spiel doch für diesen optimiert. Optimiert? Ertappt! Denn von einer Optimierung kann angesichts der ebenfalls horrenden Controllersteuerung nicht gesprochen werden. Auch hier sind Krämpfe und Schmerzen beim Tastendrücken, egal ob 100m-Lauf, Schwimmen, oder Werfen, vorprogrammiert.

Viele Disziplinen, ordentliche Lizenzen, aber viel Frust

Sicherlich hebt sich der Titel von anderen Sportsimulationen rund um die Olympiade durch offizielle Lizenzen und sämtlichen Disziplinen, die originalgetreu integriert wurden, ab; jedoch trüben eine flimmernde Grafik und eine schreckliche Steuerung den Spielspaß. Dabei stimmt – allen technischen Mängel zum Trotz – der Umfang allemal. 38 Events aus 10 olympischen Sportarten, 30 Nationen, ein Trainingsmodus, ein Modus zum Erstellen eigener kleiner Events und der Olympia-Modus, stehen dem Spieler dabei zur Auswahl. Auf Jagd nach Rekorden und guten Zeiten darf man sich indes im Trainingsmodus machen – wohl gemerkt: Nur im Trainingsmodus ist dies möglich – und diese in Bestenlisten festhalten. Das Herzstück des Olympia-Modus besticht hingegen durch das Flair der Spiele. Aus 30 Nationen wählt der Spieler ein Team aus und betreut dieses während der einzelnen Disziplinen. Nach erfolgreich abgeschlossenem Event können zudem durch Punkte Attribute, wie Stärke oder Ausdauer, verbessert werden, was sich auf den weiteren Spielverlauf durchaus motivierend auswirkt. Weniger schön dabei die Tatsache, dass besonders in den Qualifikationsrunden hohe Anforderungen gestellt werden; sollten diese nicht von allen Teammitgliedern erfüllt werden, darf die komplette Nation den Flug nach Hause antreten.

Anfänger verzweifeln an der Steuerung und am Schwierigkeitsgrad

Wer nicht über gute Gelenke und Fingerfertigkeit verfügt hat in Peking nichts verloren. Die schwache Steuerung macht es zudem für Anfänger schwer ins Spiel zu finden, da diese trotz Tutorials viel zu holprig und umständlich wirkt. Zusätzlich dazu ist der Schwierigkeitsgrad in vielen Disziplinen recht hoch angesetzt, weshalb lediglich Profis die Spiele mit mehr als drei Goldmedaillen abspielen werden.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Wo Singleplayer, Steuerung und Technik versagen, tröstet der Multiplayermodus zumindest ansatzweise über den - angesichts der Mängel - unangemessenen Kaufpreis hinweg. Mit mehreren Freunden wird der Frust geteilt und es kommt mit zunehmendem Spielverlauf Wettkampfstimmung auf. Außerdem lassen sich im Gegensatz zum Singeplayer, Bestzeiten in einer Online-Weltrangliste miteinander vergleichen.

Fazit

Nach zahlreichen gespielten Disziplinen und viel Frust, kann man als Käufer der PC-Portierung von Beijing 2008 nur zu einem Schluss kommen: Das Spiel, die Umsetzung und insbesondere der Kaufpreis sind eine Frechheit! Die zusammengeschusterte Steuerung frustriert ebenso wie der hohe Schwierigkeitsgrad und die fehlende Logik im Bereich des Singleplayers; darüber können auch die zahlreichen Lizenzen, die vielen Disziplinen und der ordentliche Multiplayer nicht hinwegtrösten. Dazu kommen eine flimmernde Grafik, eine schwache Soundkulisse und eine trostlose Atmosphäre. Dann doch lieber das Geld in einen lizenzfreien Budgettitel investieren.

Beijing 2008 [PC , looki.de]

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