Gesamtwertung41%/10 |
GrafikBefriedigend SoundMangelhaft |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Wirtschaftssimulationen mit dem offensichtlichen Zusatz Tycoon gibt es wie Sand am Meer. Dabei gibt es für jeden Geschmack etwas: Tierliebhaber greifen zum Zoo Tycoon, Frauen zum Mall Tycoon und amerikanische Zocker zum Oil Tycoon, so ist das. Die bisher nicht bedienten Spieler der Marke anonymer Alkoholiker dürfen sich nun auch endlich vergnügen: Publisher Frogster Interactive liefert mit dem Bier Tycoon endlich auch ein virtuelles Saufgelage ab. Wir hatten soviel Spaß wie Kleinkinder beim Heavy Metal-Konzert. Warum, das erfahrt Ihr in unserem Review.
Einer geht noch, einer geht noch rein!
Rette sich, wer kann! Schon der Name Bier Tycoon lässt auf alles, bloß nicht auf spannende, geschweige denn niveauvolle Unterhaltung und bestimmt auch nicht auf eine fordernde Kampagne schließen. Klar, dass wir damit Recht behielten, wie wir Euch nun beweisen werden.
Als Brauerei-Noob starten wir in ein neues Spiel und dürfen uns erst einmal aussuchen, in welchem Land wir produzieren möchten. Zur Auswahl stehen Deutschland es lebe das Oktoberfest , Belgien sowie England.
Als nächstes müssen wir uns nur noch über die Größe des Betriebs bewusst werden: Soll es eine Mikro-, Klein- oder Großbrauerei werden? Das war es dann auch schon: Auf unserem Industriegelände einem Brett voll unendlicher Hässlichkeit bauen wir sogleich auch erste Anlagen, um den Betrieb allmählich zu vergrößern und die Produktion anzukurbeln. Nur noch schnell ein paar Mitarbeiter eingestellt und schon kann die Party losgehen. Oder doch nicht? Schlimm: Den wahrscheinlich besoffenen Deppen müssen wir erst ihre Aufgaben zuweisen, bevor sie sich an die Arbeit machen. Frage: Wer denkt sich so etwas aus?
Wenigstens ist das Interface recht übersichtlich und erlaubt deswegen eine schnelle und unkomplizierte Befehlsgebung.
Zusätzlich zu den benötigten Anlagen, um Bier zu brauen, kommen zudem Einrichtungen, um die Laune der Belegschaft aufrecht zu erhalten, so zum Beispiel ein Pausenraum für die lieben Mitarbeiter. Des Weiteren spielt auch die Werbung eine wichtige Rolle: Wenn keiner Euer Bier kennt, wer soll sich dann davon besaufen?
Merkwürdig jedoch, wieso man keinerlei Blicke auf die Konkurrenz erhaschen darf, weil es sie scheinbar nicht gibt. Da kann noch soviel Werbung von der man übrigens nie weiß, wie viel sie eigentlich kostet über Medien wie Radio und TV geschaltet werden, zu jucken scheint es jedenfalls von der Konkurrenz niemanden. Und wie braut man überhaupt so ein Bier? Wie viel und welche Zutaten nötig sind, um ein ordentliches, kühles Blondes zu zaubern, das wird leider überhaupt nicht verraten, weder im Handbuch noch durch irgendeine Art von Spielhilfe.
Grafisch ist Bier Tycoon in etwa so schön wie ein ganzer zerbrochener Kasten echtes Gebräu, also überhaupt nicht. Den Spieler erwartet eine unendlich öde Mixtur aus nichts, wieder nichts und ein paar Bäumen. Ach ja, schlecht animierte Arbeiter und Gabelstapler sind natürlich genauso mit von der Partie wie hässliche und detailarme Gebäude.
Wenn Euch hier nicht schon der Brechreiz gekommen ist, dürfte es spätestens soweit sein, wenn man seine Lauscher aufhorchen lässt. Eine nervige Musikuntermalung, langweilige und sich ewig wiederholende Produktionsgeräusche und schon wieder das gewisse Nichts lassen die Ohren bluten.
Und zu guter Letzt: Wieso um alles in der Welt gibt es keinen Mehrspielermodus? Das hätte den unter unnötigen Kinderkrankheiten leidenden Einzelspielermodus mehr als wett machen können. So bleibt unterm Strich nur ein weiterer Tycoon unter vielen zurück, dank Steinzeittechnik zudem noch ein sehr hässlicher.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Bier Tycoon im Test.
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