Biosfear

Review
Plattform
PC
Vertrieb
-
Entwickler
-
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
USK
-
Biosfear [PC , Justgamers]

Biosfear

Online-Rollenspiele gibt es momentan wie Sand am Meer und zig weitere werden in den kom­menden Monaten veröffentlicht. Die Palette der gespielten Welten ist dabei fast schon allumfassend. Ob nun in einer mystischen Fantasywelt mit Elfen und Zwergen oder in einem Zukunfts- bzw. Endzeitsczenario, die Programmierer versuchen, die zahlungsbereite Kundschaft mit spannenden Abenteuern, überzeugender Grafik, langer Spielfreude und großer Interaktivität an sich zu binden.Die deutsche Niederlassung des italienischen Kommunika­tionsgiganten Tiscali schien jedenfalls Interesse am Aufbau eines MMORPGs zu haben und lizensierte das aus Südkorea stammende Laghaim – immerhin das dritterfolgreichste MMORPG dort - und nannte es flugs in Biosfear um. Außerdem ist es in Indonesien, Japan ( als Eternal Chaos), China (Chaotic Adventure), Hong Kong und Taiwan erschienen.

Biosfear versteht sich als ein einsteigerfreundliches Online-Rollenspiel, was durch die sehr einfach gehaltene Steuerung und Charakterentwicklung realisiert wurde. Hier werden blutige Anfänger nicht mit etlichen Völkern und Berufen konfrontiert und mit abstrusen Fachausdrücken bombadiert. Es gibt ganze vier Völker und damit auch gleich seine vier Berufe.

Die Bulkan sind starke und widerstandsfähige Gesellen, die gerne mit Äxten, Schwertern und ähnlichen Waffen im direkten Nahkampf herumwirbeln.Die Kailipton sind ein magisch begabtes Volk. Dank ihrer Magie können sie wahre Gegenerhorden auslöschen.Die Menschen sind weder Nah- noch Fernkämpfer. Sie nehmen ihre Laserwummen und schiessen alles nieder, wass ihnen im Weg steht. Nunja... sie versuchen es zumindest. Darüberhinaus können Menschen Gegenstände herstellen, die für die anderen Völker für die Charakterentwicklung wichtig sind. Zu guter Letzt gibt es noch die Aidan. Sie sehen ein wenig aus wie die Kreuzung eines Elfen mit einer zu dicken Hummel und sind, wie die Kailiption, magisch begabt. Allerdings weniger offensiv als viel mehr defensiv.Hat man sich einen Charakter gebaut, kanns auch schon losgehen. Mit seiner anfänglichen Standard-Ausrüstung heisst es nun, in die feindliche Natur zu gehen und dort feindlich gesinntes Grobzeugs – anfangs Wölfe, Bienen, Tiger und Skorpione, später jedoch Steinmonster, Untote und Dinosaurier – zu jagen und zu erlegen. Für jeden erlegten Gegner gibt es Erfahrungspunkte und Laim, das Zahlungsmittel in Biosfear. Ab und zu lässt ein Gegner einen Gegenstand fallen, den man entweder bei einem Händler verkauft oder aber, sofern es sich um einen mächtigen Gegenstande handelt, für sich selber behält. Vom Spielprinzip könnte man es teilweise mit Diablo 2 in 3D vergleichen: Man rennt hin und her, legt so viele Gegner wie möglich um, sammelt alles auf, was diese fallen lassen und levelt sich so immer höher. Logisch, dass die Feinde in einer der bislang vier Welten von Biosfear irgendwann nicht mehr besonders anspruchsvoll sind. Also reist man per Teleporter in ein anderes Gebiet und prügelt sich von nun an mit wehrhafteren Bösewichten, sammelt noch mehr Zeugs auf und so weiter.Damit man aber nicht völlig alleine durch die Pampa streift, gibt es die Möglichkeit, Gilden zu gründen, mit denen man gemeinsam die Welt von Biosfear unsicher machen kann. Der Sinn einer Gilde ist aber nicht aufs gesellige Monstermetzeln beschränkt. Sollte eine Gilde eine bestimmte Summe Geldes zusammen kratzen können, wird zur grossen Burgschlacht gerufen.

Von da an bricht die Hölle los. Hunderte bis tausende von Spieler versuchen, eine von Monstern gehaltene Burg zu halten und zu besetzen, denn dafür gibt's Punkte. Es gibt aber auch Punkte fürs Bekämpfen von anderen Spielern und Gruppen. Dieses Massenschlachten dauern genau 60 Minuten und diejenige Gilde, die nach der Burgschlacht die meisten Punkte inne hat, hat diesen Gildenkrieg gewonnen. Ergebnis: Die Gilde kann von nun an in einem festgelegten Rahmen alle Preise in Biosfear steuern und 10% der Einnahmen für sich verbuchen. Andererseits hat die Gilde auch bei den Stärken und Schwächen der Monster die Finger im Spiel und so das Leben in Biosfear einschneidend mitgestalten.Sollte man als Charakter irgendwann die 90. Stufe erreicht haben, kann man sich für sehr sehr viel Geld ein so genanntes Labiyong kaufen. Hinter diesem Labiyong versteckt sich ein Haustier, dass er stolze Spieler-Papa beziehungsweise die stolze Spieler-Mama zunächst einmal für 20 Spielstunden mit sich rumtragen muß, da man nur das Ei kauft und für das Ausschlüpfen selber zuständig ist.Ist das Labiyong aber irgendwann einmal geschlüpft, hat man einen immer währenden Kampfpartner, der sich gerne mal um kleinere Gegner kümmert oder aufs Aportieren von Gegenständen hin dressieren lassen kann und im Laufe der Zeit zusammen mit dem Spielcharakter hochgelevelt wird.

Wie es sich für ein Rollenspiel gehört, gibt es selbstredend Aufträge in Biosfear, die meist nach dem Muster: „Geh da hin und hau alles um und hol da was“ ablaufen. Ist man anfangs noch voll dabei und freut sich über jeden Erfolg, kann Biosfear bei hochgelevelten Charakteren schnell sehr langweilig werden, weil Biosfear im späteren Spielverlauf zu wenig Neues bietet.

Leider präsentiert sich Biosfear recht.. nunja.. langweilig. Wer Highend-Grafik wie Dark Age of Camelot oder Star Wars: Galaxies erwartet, wird schwer entäuscht sein. Die doch arg pixelige und teilweise grobschlächtige Grafik ist höchstens als funktional zu beschreiben. Allerdings garantiert die Grafikengine auch die Darstellung von mehreren hundert anderen Charakteren gleichzeitig, ohne zu laggen oder zu ruckeln. Auch soundtechnisch ist Biosfear keine Offenbarung. Neben das Quieken und Knurren von irgendwelchen Monstern, über das „Peng“, „Ratz“, und „Brutzel“, hervorgerufen von Waffen, Zaubern und kleineren Explosionen ist soundtechnisch Ende im Schacht. Über die Musik können wir uns leider keine Aussage leisten, weil diese auf unserem Testrechner schlicht nicht funktionierte.

Biosfear ist momentan eines der günstigsten Online-Rollenspiele und daher wohl für Anfänger und Unentschlossene geeignet. Der Client ist, im Gegensatz zu vielen anderen Genre-Vertretern kostenlos und kann jederzeit vom Biosfear-Server heruntergeladen werden. Mit nur 130 MB Größe können auch ISDN-Nutzer einen interessierten Blick riskieren.Wer sich nach dem obgligatorischem Freimonat dazu entschliesst, Biosfear längerfristig zu spielen, muß fortan entweder 6.95€ für nur einen Monat, 17,95€ pro Vierteljahr oder 29,95 für ein halbes Jahr investieren.

Fazit von Ulli Kunz:Nun... eigentlich bin ich kein Fan von Online-Rollenspielen und bin es nach dem Spielen von Biosfear auch nicht geworden. Allerdings besaß Biosfear für zumindest anfangs einen gewissen Reiz, den Biosfear aber später nicht mehr auf mich ausstrahlte. Alten Hasen, die bereits DAoC oder Anarchy spielten, werden bei Biosfear nicht glücklich. Wer jedoch zuvor niemals ein Online-Rollenspiel gespielt hat und sich an das Genre herantasten möchte, kann dies bei Biosfear gefahrlos tun. Biosfear.de

Biosfear [PC , Justgamers]

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