Gesamtwertung64%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Genügt schmackhaftes Rezept, um sich mit der Creme de la Creme zu messen? Für den Nachfolger des gelungenen Area 51 zog Midway den erfahrenen Spieledesigner Harvey Smith an Bord und verspricht mit der mächtigen Unreal Engine 3, eine bombastische Grafik samt brachialer Massive D-Action auf die heimischen Bildschirme zu zaubern. Ob das alles ausreicht, um es mit Größen wie Call of Duty 4, Crysis oder gar dem hauseigenen Unreal Tournament 3 auszunehmen, verrät euch unser Test zu Blacksite: Area 51.
Blacksite beginnt wie ein beliebiger Shooter der Marke Terroristen sind böse und verdienen den Tod. Mit einem Team werden wir im Irak abgesetzt und schon von Anfang geht mal wieder alles schief, was auch nur schief gehen kann. Drauf geschissen, die kriegen wir auch so klein! Wir steigen also aus dem unter Beschuss genommenen Fahrzeug, bahnen uns unseren Weg durch die Kargnis der irakischen Szenerie und lassen erst einmal eine Bande bewaffneter Widersacher gewaltsam ins virtuelle Nirvana einliefern. Schon hier fallen die chronischen Leistungseinbrüche auf dem PC negativ auf und ein rechtes Gefühl für den Shooter aus dem Hause Midway will sich einfach nicht so recht entwickeln.
Trash from Outer Space...
Haben wir uns durch die Schar an Terroristen gekämpft, werden wir auf ein Artefakt aufmerksam, über dass sich einer unserer Squadmitglieder hermacht. Tja, Pech gehabt! Umzingelt von myseriösen Wesen treten wir den Rückzug an, der geldgeile Soldat schafft es leider nicht mehr bis zur Schleuse. Ein Helikopter soll uns abholen, doch was ist das? Eine Art Sandwurm will uns an der Flucht hindern mit geballter Feuerkraft kriegen wir aber auch diesen Bastard klein. So, nun ab in den rettenden Flugkörper cut! Wer denkt, dass wir fortan nun abwechselnd gegen die Iraker und die fiesen Aliens zu Werke gehen, liegt falsch: Nur noch Gefechte gegen die Invasoren stehen danach an der Tagesordnung. Und von denen gibt es wahrlich reichlich in den insgesamt enttäuschenden Außenarealen.
Leider merkt man nicht wirklich, dass hier die Unreal Engine 3 als Grafikmotor werkelt: Leer gefegte Felslandschaften, Clipping-Fehler, einige verwaschene Texturen, mimikarme Gesichter der Charaktere und die bereits erwähnte ruckelanfällige Performance zeugen eher von einer schlampigen Umsetzung als von einer mit Bedacht vonstatten gegangenen Programmierung. Bevor wir den Außerirdischen jedoch weiter zu Leibe rücken, geht es erst einmal ins Briefing zum General.
Noch ahnt keiner, dass sich bald die sprichwörtliche Hölle über Nevada herablassen wird. Mit einem Humvee unter dem Allerwertesten brettern wir ins nahe gelegene Dörfchen Rachel, doch warum nimmt uns ein Black Hawk aufs Korn?
Knick in der Optik oder fanatischer Teamkiller? Keins von beiden, wie wir später erfahren werden, metzeln unsere extraterrestrischen Feinde Menschen nicht einfach nur ab, sondern lassen sie auch zu einen der ihren werden, was unsere Frage nach dem ballernden Black Hawk wohl ausreichend beantworten dürfte. Es kommt noch schlimmer im Staate Blacksite: Die Fahrzeugsteuerung ist ein echter Graus!
Wer meint, mit der Maus zum Lenken und der Tastatur zum Fahren auch in anderen Spielen gut zurecht gekommen zu sein, wird hier sein blaues Wunder erleben. Abgesehen davon, dass wir sowieso nur ein Gefährt in die Griffel bekommen nämlich den Humvee -, ist ausgerechnet dessen Handling eine Tortur schwammigen Ausmaßes.
Aber nun gut, wir entledigen uns derweil etlicher Sandwürmer und explosiver Krabbelviecher. Letztere treten nicht nur äußerst überraschend auf, sondern kosten uns wegen ihres unberechenbaren Respawnens auch oft den letzten Nerv. Damit ist das Alien-Sammelsurium aber noch nicht abgehakt: Neben ehemaligen und außerirdisch umfunktionierten Wirtskörpern erwartet den Alien-Jäger im Verlaufe des Spiels auch zähe Widersacher wie den gefährlichen XXL-Käfer oder den eher einfachen Sporenturm, der Euch mit eigenartigen Geschossen und entsendeten mannshohen Monstern in die Knie zwingen will. Highlight des Ganzen: Eine Art Tentakelmonstrum, dessen Erscheinungsbild genauso gigantisch ist, wie die Wahrscheinlichkeit, dass Euch eben jener Widersacher in Null-Komma-nix die Luft zudrücken könnte.
Glücklicherweise plätten wir das Tentakelalien aus guter Entfernung mit dem Helikopter-MG, nur auf seine Geschosse gilt es dann noch aufzupassen.
Einen wohl etwas falschen Eindruck erweckt der Coverstempel Ungeschnittene Originalfassung bei dem man meinen könnte, dass es im Spiel rabiat zugeht.
Blutleer in jeder Hinsicht...
Ist aber nicht der Fall: Wenn geblutet wird, dann meistens von außerirdischer Seite auf grüne Art und Weise. O.K. die unliebsamen Verwandten von E.T. dürfen mit dickeren Kalibern auch gerne zum Zerplatzen gebracht werden, aber insgesamt geschieht das alles andere als explizit. Unklar ist sowieso, wieso man Treffer nach bestimmten Entfernungen gar nicht mehr erkennen kann Area 51 war in der Originalfassung drastischer. Weil sich allein schlecht munkeln lässt, stellt Euch das Programm immer wieder recht brauchbare KI-Kollegen zur Seite, die Euch allerdings fragwürdigerweise wirklich das kleinste bisschen Arbeit abnehmen müssen.
Selbst ein Großteil der Türen kann nur von Euren Mannen geöffnet werden wir fragen uns derweil, ob sich unser Alter Ego überhaupt den Allerwertesten eigenständig abwischt. Scherz beiseite, an sich ballern sich die Squadmitglieder recht annehmbar durch die Levels und beziehen auch Deckung. Ärgerlich sind allerdings kleinere Aussetzer, bei denen uns das Fortkommen erschwert wird, weil wieder mal ein Kamerad den Weg durch die Tür versperrt, was aber Gott sei Dank nicht allzu oft vorkommt.
Besagtes Squad dürft Ihr übrigens die ganze Zeit über per Knopfdruck Richtungsbefehle geben. Wenn es aber durch Kleinigkeiten wie das Öffnen von Türen nicht gerade abverlangt ist, gibt es eigentlich keine Notwendigkeit, Befehle zu erteilen. So oder so wird Euch brav gefolgt. Habt Ihr allzu viele Treffer eingesteckt und gibt es keine Hoffnung auf baldige Besserung, sinkt die Moral Eures Teams und fortan kämpfen alle KI-gesteuerten Mannen schlechter, als wenn Ihr siegend durch die linearen Levels hetzt erwartet jedoch keine taktische Komponente.
Seid Ihr in Deckung, gibt es an vielen Stellen im Spiel übrigens hübsch gemachte Säulen, Geländer und anderen Krimskrams, den man mindestens genauso hübsch in seine Einzelteile zerlegen kann. Oder andersrum: Euch wird während eines hitzigen Gefechts einfach die Schutzmöglichkeit weggeschossen nett, aber garantiert nicht innovativ. Während Blacksite in der ersten Hälfte noch eher enttäuschend ist, kann es sich nach der Halbzeit bis zum enttäuschend unspektakulären Ende aber wieder einigermaßen fangen. Bis dahin seid Ihr circa acht Stunden lang mäßig bis durchschnittlich über gut unterhalten worden. Über den knappen Umfang der Einzelspielerkampagne kann aber auch der Mehrspielermodus nicht hinwegtäuschen: Neben den üblichen Verdächtigen Deathmatch, Team Deathmatch und Capture the Flag gibt es dann noch Verschleppung, eine allzu schlichte Variation des altbekannten Deathmatches. Das Ganze funktioniert übrigens nur online.