Am 01. August 2003 fand im Düsseldorfer Lokal MK2 eine Feier rund um das Thema Breed statt. CDV lud Pressevertreter aus ganz Europa ein um an diesem Spektakel teilzunehmen. Auch JustGamers war mit einem kleinen Stoßtrupp Grunts dabei um die Lage auszukundschaften. Neben der Feierlichkeit selber wurde natürlich auch der eigentliche Hauptgrund der Feier, das Spiel Breed der englischen Spieleschmiede Brat-Designs, von uns begutachtet.
Mercury Engine - Mit jeder Version besser
Seit mehr als zwei Jahren bastelt ein englisches Entwicklerteam an Breed. Brat-Designs, so der Name des Entwicklerstudios, wurde 2000 gegründet und arbeitet seitdem an dem Land-Luft-Weltraum Shooter. Der Großteil der Zeit ging für die selbst entwickelte Mercury Engine drauf, die sich nicht nur um sämtliche visuelle Aufgaben, sondern auch um den Sound kümmert.
Derzeit besteht Brat-Designs aus nur zehn Entwicklern, Programmierern und Künstlern, die sich um das komplette Projekt kümmern. Für diese Verhältnisse ist es erstaunlich, was die Engländer erschaffen haben. Wie in den letzten News nachlesbar, plant die CDV AG mit diesem Spiel an die Erfolge ihrer Titel Sudden Strike oder Blitzkrieg anzuschließen; Und das auch in Amerika. Die auf der Party gezeigte Version zeigte die aktuellste Version der Mercury Engine. Dabei fiel uns auf, dass die Engine bzw. ihre Aufbereitung im Vergleich zur erst vor kurzem erschienenen Demo einen riesen Fortschritt gemacht hat. So zieren das Terrain nun schärfer aufgelöste Texturen und das Wasser sieht beeindruckend real aus.
Dennoch gibt es immernoch grund zum Meckern: Die Landschaftstexturen der Wüstenlandschaften sind im Gegensatz zur wunderschönen Schneelandschaft immernoch zu eintönig. Weiterhin fielen uns die stellenweise noch sehr abgehackten Animationen von Mensch sowie Breed negativ auf. Die Mercury Engine spielt schon jetzt in der oberen Liga mit und bietet weitestgehend schöne, große Landschaften. Die Hardwareanforderungen sind dafür noch relativ gering. Bereits ein 1,5 Ghz CPU mit T&L Grafikkarte soll laut Brat-Designs genügen um das Spiel flüssig über den Monitor flimmern zu lassen.
Breed wird von vielen Spielern und Fachleuten als der Halo-Killer bezeichnet, was wohl an der Ähnlichkeit der Konzepte liegt. In Breed werdet ihr auf dem Land sowie in der Luft und im Weltraum mit Flugzeugen und Raumschiffen kämpfen, was eine enorme Abwechslung bringen soll. Ihr könnt der Spielfigur hier entweder über die Schulter schauen oder euch in seine Lage versetzen. In der auf der Feier gezeigten Version war bereits alles integriert: Weltraum- und Luftschlachten, Panzerschlachten und natürlich auch normale Bodenkämpfe. Besonderer Wert wird hier auf die Teamarbeit gelegt. Es gibt kaum eine Mission, in der ihr nicht mit vier oder mehr Leuten unterwegs seid. Als euer Schlachtschiff, die Darwin, zur Erde zurückkehrt bietet sich euch ein grausames Bild: Die Breed, eine außerirdische Rasse, die ihr gerade noch im Besalius-System bekämpft habt, haben die Erde überrannt und besetzen nun den gesamten Planeten. Ihr landet auf einer kleinen Insel und sucht nach Überlebenden, findet aber kaum jemanden. Mit eurer kleinen Besatzung macht ihr euch auf, um die Erde wieder zu befreien. Die Re-Invasion beginnt... In-Game Zwischensequenzen erzählen die Handlung zwischen den Missionen weiter.
Hier und da werden auch Personen genannt, doch das Spiel, bzw. seine Charaktere bleiben weitestgehend profillos. Hier hätte man sich konkrete Charaktere gewünscht, die nicht nur in Zwischensequenzen auftreten, sondern auch im Spiel selber agieren. Eine emotionale Bindung zu einem doppelt vorhandenen, anonymen Grunt ist nicht so stark wie beispielsweise die Bindung zu Drei-Tage Bart Träger Raynor aus StarCraft.
...Der Teamkollege ist weg!
Was uns in der aktuellen Version überhaupt nicht gefiel, war die unglaubliche Blödheit der Teamkollegen. Waren die Breed noch recht intelligent und suchten meist Deckung oder versuchten wenigstens, unseren Schüssen auszuweichen, so waren unsere Teamkollegen meist nur Futter für die außerirdische Bedrohung.
Wenn sie allerdings nicht gerade damit beschäftigt waren, als Zielscheibe für die Gegner zu dienen, so beschäftigten sie sich mit tollen Spielen à la Juchu, wir rutschen alle die Klippe herunter und brechen uns unten das Genick!, oder die Erweiterung dazu namens Juchu, wir rutschen alle die Klippe herunter und ertrinken daraufhin im großen Meer!.
So seid ihr desöfteren damit beschäftigt, dass ihr zwischen euren Teamkollegen hin und her wechselt und die Steuerung von ihnen übernehmt um ihnen aus der Patsche zu helfen. Aber nicht nur die Desorientierung der KI-Kollegen stört enorm, sondern auch ihre sogenannte Treffsicherheit. Sollte ein Kollege einen einzelnen Breed erwischen oder von bis zu drei Breed überrascht werden, so ist das kein Problem für die künstliche Intelligenz. Gekonnt, zwar mit Einbußen von durchschnittlich 30% der Lebensenergie, wird der Gegner weggemetzelt. Bei einer größeren Gefahr schafft die KI es allerdings nicht einmal, sich vernünftigt in Sicherheit zu bringen.
Da sind die Gegner wesentlich intelligenter. Die auf der Feier vorgestellte Version war leider noch nicht so weit fortgeschritten, dass es einen kompletten, stabilen Multiplayer-Modus bot. Dennoch waren wir mutig genug um uns die zwei Testrechner zu schnappen und uns fröhlich zu beschießen.
Dummerweise war der eingebaute Multiplayer-Modus wahrlich noch nicht ausgereift. Ständige Abstürze und Ähnliches versüßten uns nicht gerade den Spaß. Dennoch hat man schon in dieser Version bemerkt, dass der Multiplayerpart wesentlich mehr Spieler locken wird als der Solo-Part, da einem dort keine KI-Kollegen im Weg stehen.
Im geplanten Kooperationsmodus werdet ihr die schlechten KI-Kollegen hier gegen eure Freunde austauschen können. Arbeitsteilung und Teamplay sind hier die Zauberwörter. Die riesigen Level machen nicht nur Halo, sondern auch Battlefield 1942 Konkurrenz.
Auf diesen Maps sollen sich in der finalen Version bis zu 32 Spieler rumtummeln können und per Panzer, Flugzeug und per Fuß bekämpfen können. Eine Erhöhung auf 48 oder 64 Spieler wäre hier vielleicht angemessen, da die Karten stellenweise wirklich sehr groß sind.
##u|Ersteindruck##
Breed hat eine Menge Potential! Die uns gezeigte Version war vom Spielprinzip schon jetzt überzeugend. Die Entwickler müssen allerdings noch ein wenig Bugfixing betreiben und noch besonders an der KI sowie am Multiplayer-Modus arbeiten. Die Teamkollegen-KI ist zu jetzigem Stand katastrophal und hemmt den Spaß. Wenn Brat-Designs diese Macken bis September jedoch ausmerzt, könnte das Spiel der Bezeichnung 'Halo-Killer' gerecht werden.
Breed Party Special im Test.
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