Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Dank der großspurigen Ankündigungen im Vorfeld der Veröffentlichung von Brothers in Arms: Road to Hill 30 bekam man den Eindruck, dieses Spiel wäre eine virtuelle Geschichtsstunde und würde das Genre mal gehörig aufmischen. Ob das Spiel die ganzen Erwartungen erfüllt oder gar übertrifft, erfahrt ihr in unserem Test.
Ihr seid Seargent Matt Baker und gehört zur 101. Luftlandedivision der US Army. Ihr habt euch freiwillig zum Dienst bei den Fallschirmjägern gemeldet, um Europa zu befreien, aber eines wolltet ihr niemals: Truppenführer werden.
Doch das Ganze scheint in der Army alles schneller zu gehen als ihr dachtet, denn ehe ihr euch verseht untersteht euch ein ganzer Trupp.
Doch es kommt, wie es kommen musste: Euer Flieger wird getroffen und die Tragflächen werden zerstört. Euch bleibt also nichts anderes übrig als mit einem beherzten Spring gen Abgrund zu segeln.
Dank des Fallschirms kommt ihr zwar in einem Stück auf dem Boden der Tatsachen an, doch habt eure gesamte Ausrüstung verloren. Also nichts wie los, die Kameraden suchen.
Und schon seid ihr mitten im Spiel. Eine Art Tutorial erklärt euch kurz und knapp die wichtigsten Merkmale des Spiels und wie ihr mit Hilfe eures Kompasses die nächsten Missionsziele findet. Durch diese Hilfe - und anhand der gradlinigen Levelstrukturen - findet ihr auch recht schnell euren Vorgesetzten, der euch in aller Herzensgüte seine Pistole zur Verfügung stellt.
Während ihr dann mit seiner Hilfe die restlichen Kameraden aufsammelt, wird euch das Spiel im weiteren Verlauf Stück für Stück näher gebracht.
Viel wichtiger ist aber die Funktion des Sperrfeuers. Jeder gegnerische Soldat hat einen sehr unauffälligen und nahezu winzigen Kreis über dem Kopf.
Je mehr dieser gefüllt ist, desto aggressiver und genauer kann der Soldat schießen. Wenn eure Mannen den Gegner allerdings unter Beschuss nehmen, so nimmt diese Anzeige immer weiter ab und bald traut sich „Krauts“ nicht mehr aus der Deckung. Dann könnt ihr flink um die Flanke herum schleichen um den Deutschen von der Seite aus zu erledigen.
Sicherlich, das ist für einen Ego-Shooter schon ein enormes Maß an Taktik, aber etwas mehr Vielfalt wäre schon schön gewesen, denn nahezu jedes Gefecht läuft nach dieser Taktik ab.
Auch wenn das im Krieg so gewesen ist, das möchte ich beim besten Willen nicht bezweifeln, aber im Spiel wirkt dieses Vorgehen bald ziemlich öde. Die einzige Abwechslung ist das Setting, das von Dörfern über Äcker bis hin zu Dörfern, umgeben von Äckern reicht.
Sollte es euch mal an Übersicht fehlen, so könnt ihr in eine Art Vogelperspektive schalten und das Geschehen im pausierten Modus von oben betrachten. Ihr könnt zwar durch die einzelnen gegnerischen und verbündeten Einheiten klicken aber Befehle könnt ihr keine verteilen. Also ab in die Schublade „schön, aber nutzlos“.
Darüber hinaus wurden die Damen und Herren von Gearbox tagelang ohne Nahrung in dunkle Keller eingesperrt, in welchen sie Daten, Fotos, Landkarten und Bücher über die Normandie studierten und auswerteten, um so ein historisch perfektes Szenario zu schaffen. Da ich persönlich zwar schon einmal in der Normandie war, dies allerdings nicht in den 40er Jahren, kann ich nicht mit Gewissheit bestätigen, wie genau es dort ausgesehen hat. Wenn man den Aussagen der Entwickler aber glauben darf, dann sah es wirklich fast haargenau so aus.
Leider können die Charaktere bei all dem Anspruch an Realismus und Atmosphäre nicht ganz mithalten. Diese wirken oft blass und zu oberflächlich, hier hätten die Entwickler doch etwas mehr Zeit investieren sollen.
BILDSTRECKE: Brothers in Arms: Road to Hill 30 (10 Bilder)
Wie auch in anderen Titeln können eure Kameraden eigentlich nie sterben, es sei denn, es ist von der Story so gewollt. Auf dem Schlachtfeld können sie natürlich Verletzungen davon tragen oder im Kugelhagel zusammenbrechen, doch spätestens in der nächsten Zwischensequenz sind sie wieder munter mit dabei.
Sehr nervig ist allerdings, dass das Spiel auch nur an bestimmten Speicherpunkten automatisch gespeichert wird. So etwas fällt besonders dann hart ins Gewicht, wenn man sich kurz nach einem Gefecht schwer verletzt durch die Landschaft schleppt, um kurz vor einem harten Kampf in den nächsten Speicherpunkt zu rutschen und somit auch nach dem Tod immer wieder mit wenig Gesundheit in den Kampf gehen muss.
Doch auch aufgrund der fehlenden Server - wer kam bei Ubisoft bitte auf die stumpfsinnige Idee, keinen dedizierten Server zu veröffentlichen? - und nur dem einen Modus wird der Mehrspielerpart leider recht schnell langweilig. Das geht besser!
Soundtechnisch gibt es auch nicht viel zu meckern. An spannenden Stellen hätte man sich zur Untermalung sicherlich noch ein wenig Hintergrundmusik gewünscht, die den Spannungsbogen deutlich steigert, aber besonders die Feuergefechte lassen wahre „Schlachtstimmung“ aufkommen. Die Maschinengewehrsalven hören sich toll an und verstärken die Atmosphäre ungemein.