Gesamtwertung88 %/10 |
Grafik9 Sound9 |
Lanzeitspaß8 Spieleinstieg8 |
Bedienung9 |
Spiele wie Burnout Paradise lassen das Thema "miese PC-Umsetzungen" wie ein Relikt vergangener Tage erscheinen. Criterion hat sich bei der Portierung des fetzigen Rennspiels nicht nur ausreichend Zeit gelassen, sondern diese auch sinnvoll genutzt, was man dem veröffentlichungsreif - ganz im Gegensatz zu Konkurrenten wie Need for Speed: Undercover - wirkenden Produkt auch an jeder Ecke anmerkt. Die Einstellungsmöglichkeiten in punkto Optik und Bildseitenverhältnis sind zahlreich und auch die Performance stimmt. Während man derzeit bei Undercover trotz Top-Rechner noch konstant ruckelnd über die Straßen brettert und sich dennoch hier und da kleinere, üble Slowdowns einschleichen, kann Burnout Paradise - natürlich abhängig von der verbauten Hardware - das Negativbeispiel in Sachen Frames pro Sekunde zu jederzeit hinter sich lassen. Und das Beste: Dafür benötigt Ihr noch nicht einmal die neueste Grafikkarte oder den schnellsten Rechner. Abseits der PC-spezifischen Merkmale gleicht Burnout Paradise den schick anzusehenden Konsolenbrüdern. Dank der Ultimate Box-Inhalte gibt es einen dynamischen und beliebig konfigurierbaren Tag- und Nachtwechsel gleich obendrauf.
Schon in den ersten Sekunden, als der perfekt passende Guns'n'Roses-Klassiker "Paradise City" Euch im Spiel begrüßt, fühlt man sich wie hineingezogen in den Titel. Ein Eindruck, der nur etwas durch die arg monotone Frauenstimme von Atomica gemindert wird, die Euch an vielen Stellen des Spiels die verschiedenen Möglichkeiten erklärt und vor allem verwirrten Anfängern einen guten Einstieg ins Geschehen gibt. Diesen Faux-pas gleichen dann aber wie die fantastischen Motorensounds aus, die vor allem auf einem kräftigen Soundsystem gut zur Geltung kommen. In den EA Trax sind derweil Bands wie Senses Fail, Depeche Mode oder eben Guns'n'Roses, aber auch Künstler wie Avril Lavigne vertreten - die meist rockigen Stücke untermalen die Hetzjagden perfekt.
Erwartungsgemäß lässt sich Burnout Paradise sowohl mit dem Gamepad als auch mit einem optionalen Lenkrad hervorragend steuern. Doch auch Zocker, die sowohl keinen Controller, als auch keine andertweitige Peripherie Ihr Eigen nennen können, werden nicht außen vor gelassen. Auch mit der Tastatur lassen sich die Boliden prima um die Kurven scheuchen - das Fahrgefühl ist natürlich ein anderes und eben nicht so gut wie mit dem Gamepad oder dem Lenkrad. Wer etwas tiefer in die Materie eintauchen und Steuerungsdetails abändern will, darf sich am manuellen Feintuning versuchen - sicherlich kein Muss, aber für anspruchsvolle Racing-Fans zählt schließlich jede einzelne Milisekunde. An Force Feedback-Einstellungen wurde natürlich ebenfalls gedacht.
Um es gleich vorwegzunehmen: Inhaltlich gleichen sich die PC- sowie die Konsolenfassungen wie ein Ei dem anderen. Ausgehend davon gibt es also keine nennenswerten Unterschiede oder Neuerungen zu berichten. Durch die plattformübergreifend bekannten und neuen Ultimate Box-Inhalte - der Großteil stammt aus bereits erschienen DLC-Packs - gewinnt der Titel im Vergleich zu den nun schon über ein Jahr alten Standardeditionen etwas an zusätzlichem Fahrtwind und ist daher auch für Zocker interessant, die die normale Verkaufsfassung von Januar 2008 bereits kennen, die später hinzugekommenen Inhalte (Cagney Pack, Bikes Pack samt Tag- und Nachtwechsel) jedoch noch nicht. Das neue Party Pack integriert derweil einen spaßigen Offline-Hotseat-Modus für bis zu acht virtuelle Fahrer, bei dem einzig und allein die beste Zeit zählt. Abgesehen davon ist Burnout Paradise immer noch so frisch wie vor einem Jahr und begeistert durch seine offene Welt und die Gewissheit, dass es wirklich viel zu tun gibt, auch wenn die Größe der Stadt sicherlich nicht mit anderen Konkurrenten mithalten kann. Schon alleine wegen den actionreichen Rennen lohnt sich mehr als nur ein Blick auf das, was Criterion da innerhalb eines Jahres so angestellt hat. Für mehr Informationen zum Inhalt des Titels möchten wir auf den großen Test der Xbox 360-Fassung verweisen, denn dies würde sonst jeden Rahmen sprengen.
Trotz der guten und verständlichen Erklärung des Gameplays und der Spielmodi durch die schnarchig dahinsiechende Stimme von Crash FM-DJ Atomica dürften gerade Anfänger zu Beginn etwas verwirrt sein, weil ein echter roten Faden quasi nicht gegeben ist, sondern Ihr Euch mit zahllosen Rennen und anderen Events verdingen müsst und vorgegebene Routen bei den Hetzjagden eigentlich nicht gegeben sind - um die besten Zeiten abzustauben müsst Ihr Euch sogar auf Abkürzungen verlassen.
Anders als in anderen Titeln könnt Ihr quasi jederzeit vom Offline- zum Onlinemodus switchen - schon beim Spielstart werdet Ihr höflich aufgefordert, einen Account anzulegen, bevor es ins kooperative und kompetetive Online-Getümmel geht. Dank des Party-Packs gesellt sich nun ein Offline-Hotseatmodus für bis zu acht Spieler zum Umfang hinzu. Ansonsten ist aber auch hier alles gleich geblieben, was im Übrigen alles andere als schlecht is. Mehr Infos zum Mehrspielermodus könnt Ihr unserem großen Test entnehmen.
Es kommt nicht allzu oft vor, dass späte PC-Umsetzungen so gut werden wie es im Falle von Burnout Paradise geschehen ist. Um es kurz machen: Das Spiel brennt nicht nur im Namen, sondern auch in der Seele. Wer bereits im Menü mit einem der coolsten Guns'n'Roses-Songs begrüßt wird und dann behutsam nach und nach auf das Geschehen vorbereitet wird, kann der offenen - wenn auch verhältnismäßig recht kleinen - Stadt mit ihren zahlreichen Herausforderungen nicht mehr so schnell entfliehen. Die zwar größtenteils bekannten, aber sinnvollen Ultimate Box-Inhalte liefern dann noch den letzten triftigen Grund, sich den Racing-Spaß nicht entgehen zu lassen. Insgesamt trüben nur wenige Mankos das Gesamtbild, aber keins davon könnte Burnout Paradise den Weg zum verdienten Award vermiesen.
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Burnout Paradise: The Ultimate Box im Test.
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