Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Caesar. Ein Name dessen Glanz auch heute, 1962 Jahre nach seiner Ermordung, nichts verloren hat. Auch wenn einer der größten Feldherren des römischen Reiches sich zum Diktator und Monarchen aufschwang, sind seine Kriegstaten nicht nur im Lateinunterricht noch immer im Gedächtnis lebendig. In dieser historischen Tradition bescheren uns die Entwickler von Tilted Mill Entertainment mit Caesar IV die lang erwartete Neuauflage eines ebenso beeindruckenden Klassikers und lassen das alte Rom der Kaiserzeit wieder erstehen.
Aller Anfang ist schwer
Auch ihr sollt das Geschick Roms leiten und dabei ein großer Feldherr werden. Doch zunächst einmal beginnt ihr mit einem kleinen Dorf und einer Handvoll Einwohner. Chronologisch beginnt die erste von insgesamt drei Kampagnen in der Zeit der Könige. Hier werdet ihr mit dem Spiel erst einmal vertraut gemacht. Die zweite Kampagne schließt dann mit der glorreichen Zeit der Republik und der Ausdehnung Roms zur Weltmacht, an.
Hier siedelt ihr in Rom, Sizilien, Griechenland und Gallien (dem heutigen Nordfrankreich). Um die dritte und letzte Kampagne, zur Zeit der Kaiser, spielen zu können, welche euch auf historisch korrekt nachempfundenen Pfaden wandeln lässt, müsst ihr jedoch zwingend die republikanische Zeit durchschritten haben.
Wie schon in vergleichbaren Spielen, könnt ihr euch zwischen Provinzen, in denen es ausschließlich um wirtschaftliche oder militärische Ziele geht, entscheiden. Wer Caesar IV zunächst kennen und richtig erforschen will, ohne sich einem militärischen Druck ausgesetzt zu sehen, sollte zunächst die wirtschaftlichen Aspekte bevorzugen. Neben den Kampagnen und historischen Missionen, dürft ihr euch nach Herzenslust selbst Karten zusammenbauen.
Dem mitgelieferten Karteneditor sei Dank. Auch über einen Multiplayer-Onlinemodus mit Bestenlisten verfügt das neue Caesar-Spiel.
Alles zum Wohl des Volkes
Natürlich erfindet Caesar IV das Rad des Siedelns und Wirtschaftens nicht neu. Und so werden euch die meisten Elemente bereits aus den Vorgängern vertraut sein. Euer Ziel in jeder Mission ist es, vorgegebene Werte zu erfüllen. Mal sollt ihr eine bestimmte Population vorweisen. Ein anderes Mal eine gewisse Anzahl an Patrizier zufrieden stellen. Natürlich wächst mit der Größe eurer Stadt und den wohlhabenderen Bürgern, auch deren Anspruch nach kulturellen Einrichtungen wie Badehäusern, Aquädukten, Brot und Spielen und so fort.
Hier ist nun der Wirtschaftsexperte gefragt. Denn eine leere Haushaltskasse, wurde auch schon im antiken Rom nicht gern gesehen. Also nehmt ihr Beziehungen zu Nachbarländern und Händlern auf der Durchreise auf, um über Im- und Export euren Bedarf zu regeln und die Staatskasse zu speisen.
Wer da schon mal die Übersicht verliert, kann sich auf seine Berater stützen. Waren diese noch im dritten Teil gesichtslose Helfer im Hintergrund, so wurden im neuen Caesar jedem Berater Figuren zugewiesen, was das Ganze ein wenig lebendiger gestaltet. Auch der Schwierigkeitsgrad wurde angehoben, da zahlreiche Spieler sich in den vergangenen Jahren über zu kurze Spielzeiten beklagt hatten.
Einfluss, Macht und Reichtum
Damit Caesar IV historisch möglichst korrekt daher kommt, wurde die Bevölkerung Roms in die drei damals real existierenden Schichten eingeteilt. Die Sklaven wurden nicht als Bevölkerung gezählt und fallen auch hier unter den Tisch. Somit machen die Plebejer den großen Teil der römischen Stadtbewohner aus. Es folgen die Reiter, die so genannten Equites, welche man mit dem niederen Adel vergleichen kann. An der Spitze stehen die Patrizier, jene vornehmen Familien, die die upper class repräsentierten. Diese bringen natürlich das meiste Geld. Frei nach dem Motto: Nur Bares ist Wahres. Doch wollen die edlen Herrschaften auch möglichst abseits von Mietskasernen und wirtschaftlichen Einrichtungen residieren. Gerade bei kleinen Karten wird dies schnell zu einem echten Problem.
Apropos Problem: Die Steuerung ist wohl das größte Manko des neusten Caesar-Titels. Warum um Apollos Willen kann man oftmals nicht einfach ein Gebäude vernünftig platzieren, sondern muss mit einer Verzögerung trotz mehrfachen Bestätigens leben? Wieso lassen sich Aquädukte und Pumpwerke nicht ganz einfach verbinden, sondern müssen millimetergenau zueinander gestellt sein? Und auch das Drehen von Gebäuden klappt nicht immer wunschgemäß. So etwas darf einfach nicht sein. Weitere Mankos sind das mühevolle Rekrutieren von Soldaten und die öden Schlachten.
Weitere Mankos sind das mühevolle Rekrutieren von Soldaten und die öden Schlachten. Gerade hier böte sich bei den taktischen Meistern der Kriegsführung weit mehr, wie es schon Total War bewiesen hat. Und auch die Identifikation mit eurem alter Ego ist nahezu nicht vorhanden, da die Karriere, welche ihr im Spiel durchlauft, nahezu keinen Auswirkungen auf das Geschehen hat.
Caesar meets 3D
Natürlich will sich auch Caesar in zeitgemäßem 3D-Gewand präsentieren. Dies klappt auch überwiegend hervorragend, wenn auch die Engine nicht an ein Paraworld, geschweige denn an das bald erscheinende Anno 1701 heranreicht. Doch dank liebevoll umgesetzter typisch römischer Architektur, zahlreichen tatsächlich existierenden Bauten und Wettereffekten so wie einem Tages- und Nachtzyklus, macht Caesar IV auch optisch Spaß. Leider wurde nahezu komplett auf Zwischensequenzen verzichtet und die Bevölkerung sieht in der höchsten Zoomstufe recht pixelig aus. Feedback erhaltet ihr durch eure Berater und die Bevölkerung.
Die Synchronsprecher leisten dabei ordentliche, aber nicht überragende Arbeit. Auch die spärlichen Soundsamples, wie man sie sich aus der römischen Zeit vorstellt, wissen zu gefallen, wiederholen sich allerdings genretypisch zu häufig.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Caesar IV im Test.
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