Gesamtwertung87%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Seit Medal of Honor: Allied Assault für den PC erschien, stehen Shooter vor dem Hintergrund des 2. Weltkrieges hoch im Kurs der Actionfans. Mit Call of Duty hat nun auch Activision dieses Schlachtfeld betreten.
Anders als in vorigen Kriegsshootern gilt es hier nicht nur als einsamer Wolf zu agieren, auch wenn ihr natürlich immer nur einen Charakter steuert. Der erste Ruf der Ehre verschlägt euch in die US Army und die Landung in der Normandie. Hier agiert ihr als Fallschirmspringer und dürft gleich Einsätze hinter den feindlichen Linien ausführen um den Alliierten die Landung in Frankreich zu erleichtern.
Den Beginn macht hier die eigentlich zuerst simple ausschauende Zerstörung einiger Flugabwehrgeschütze. Schnell holt euch aber das Chaos des Krieges ein. Was auf dem Reißbrett bei den Generälen immer so hübsch einfach aussieht, entpuppt sich auf dem Schlachtfeld als harter Einsatz. So müsst ihr euch plötzlich durch ein Dorf voller Gegner kämpfen, die euch mit Granaten und MGs Feuer unterm Hintern machen.
Spätere Missionen lassen euch auch noch als Brite und Russe agieren, wobei bei vielen Missionen Parallelen zu gewissen Filmen und Serien, wie Band of Brothers oder Enemy at the Gate, schnell erkennbar sind.
Neben Einsätzen im dunklen Hinterland Frankreichs dürft ihr euch auch später auf wilden Jeepfahrten durch feindliches Gebiet als Bordschütze betätigen, oder auf Kreuzern mit Briten herumspielen. Fehlen darf bei den Russen natürlich nicht Stalingrad, wo ihr auch zuerst erst mal warten müsst bis ein Kamerad seine Waffe fallen lässt, bevor ihr sie dann aufnehmen könnt. Aber natürlich müssen auch mal ganz schnöde Dörfer übernommen, Bunker eingenommen und massig Sachen zerstört werden.
Die Missionen in den drei Kampagnen sind allesamt sehr gut und bringen alles mit, was man sich für so ein Spiel wünscht... oder sagen wir fast alles. Denn trotz der schön ausgewählten Umgebungen und der wunderbaren Action in den Missionen, sind diese doch oft zu kurz geraten, wie leider der gesamte Single Player Part des Spieles.
Gerade bei Missionen fällt oft das Ende aus, als hätte jemand mit der berüchtigten Axt im Walde den Cut gesetzt. Allzu schnell wird man aus dem Geschehen herausgerissen und findet sich nach einem etwas eintönigen Briefing in der nächsten Mission wieder.
Ähnlich abrupt kommt auch das Ende des Spieles. Dürfen sich Gelegenheitszocker noch über gut rund 10 Stunden Spielspaß freuen wir der geübte Shooterspieler nach sechs bis maximal acht Stunden den letzten Ruf nach Ehre vernommen haben.
Jeder Shooter steigt und fällt mit der KI der Gegner. Hier kann Call of Duty zu Höhenflügen ansetzen. Denn eure Feinde sind alles andere als dumm. Sie werfen Granaten in Hauseingänge, gehen in Deckung und versuchen euch wie es nur möglich ist das Garaus zu machen. Oft laufen zwar auch gescriptete Events ab, diese schmälern den Spaß aber kaum. Die KI der eigenen Kameraden hingegen ist ein anderes Thema. Stürmt ihr zusammen mit eurer Truppe ein Haus kommt es nicht selten vor das sie zwar den Feind sehen, aber erst dann auf ihn schießen wenn ihr auch angegriffen werdet. In anderen Szenen wiederum könnt ihr euch fast schon gemütlich zurücklehnen während eure Leute alles machen.
Die gute Stimmung, die sich durch das komplette Spiel zieht, nimmt an solchen Sachen allerdings keinen Schaden. Denn kleine Zwischensequenzen in denen ihr Befehle von Vorgesetzten erhaltet oder auch in einem Segelflieger über dem nächtlichen Frankreich kurvt und eure Kameraden nervös mit ihrer Ausrüstung spielen fördern wunderbar die Stimmung im Spiel.
Die Grafik von Call of Duty, die noch auf die inzwischen etwas ältere Quake 3 Engine basiert, ist wirklich fein. Die Entwickler haben einige Arbeit in die Engine von id Software gesteckt und das Letzte aus ihr herausgeholt.
Je nach Hardware könnt ihr so wunderbare Effekte bei Explosionen, schöne Texturen und gute Waffen betrachten. Die Charaktere sehen zwar auch allesamt gut aus, aber die Bewegungen wirken doch oft ein wenig hölzern.Die Maps sind allesamt gut gestaltet und bringen immer wieder neue Abwechslung hinein, wobei natürlich einige Locations wie Stalingrad wahre Raußreißer sind.
Der Sound ist ebenfalls gut gelungen. Die Waffensounds wurden zwar nicht unbedingt neu erfunden, aber man hat nicht das Gefühl, dass einige Waffen zu schwach oder zu stark klingen. Ein Highlight ist der Soundtrack, der mit seinen orchestralen Tönen jede Schlacht immer mal wieder in eine Art Apocalypse Now Szenario verwandelt. Die Stimmen hingegen stellen wieder den beliebten Drahtseilakt dar. Die deutsche Synchronisation ist auf jeden Fall gut gelungen, aber nicht immer scheinen die Stimmen wirklich zu passen. Dies merkt man vor allem in den Einsatzbesprechungen die doch recht monoton ablaufen.
Da der Single Player Part keine wochenlange Erfüllung bietet haben die Entwickler zum Glück auch einen Multiplayer-Part eingebaut. Dieser setzt sich aus den Standard Mods Deathmatch und Team Deathmatch zusammen, sowie den neuen, bzw. abgewandelten Mods Hinter feindlichen Linien und Suchen und Zerstören.
Der Mode Hinter den feindlichen Linien lässt euch als Allierter oder Deutscher gegen eine Vielzahl von Feinden antreten. Je länger ihr hier überlebt und je mehr Feinde ihr erledigt desto mehr Punkte werden am Ende auf eurem Konto stehen. Zudem wird man, wenn man gestorben ist, am Ende einer Runde jeweils die Seiten wechseln. Im Mode Suchen und Zerstören dürft ihr das beliebte Team vs. Team Spiel mit Zielen erleben. So muss ein Team vorstürmen und Ziele vernichten, während das andere Team diese verteidigen muss. Natürlich existiert hier auch der alternative Weg zum Sieg, alle Gegner erledigen.
Gerade die beiden neuen Modi sind zwar schön, können aber gleichzeitig für sehr viel Frust sorgen. Denn je nach Einstellung muss man nach einem Tod mal mehrere Minuten warten bis man wieder einsteigen kann. Die zum Teil sehr kleinen Maps und federleichten Granaten tun ihr übriges um dann den Spaß zu mindern. Denn nicht selten kommt es vor, dass Spieler Granaten über Häuser rüber werfen und einem so direkt hinter dem Startplatz ein Regen selbiger wieder zum Warten verdonnert. Generell sind die Maps eher enttäuschend. Zum einen sind es nur recht wenige Maps und zum anderen sind sie allesamt sehr klein gehalten. Im Deathmatch macht das Spiel wirklich noch Spaß, aber richtige Gefechte kann man in den anderen Modi kaum erleben, außer man spielt in Clans und macht auch bei Clanwars mit.
Aber wo Licht ist muss auch Schatten sein. Und auf der Schattenseite hat Call of Duty eine sehr kurze Spieldauer und einen Multiplayer Modus der im Gegensatz zu vergleichbaren Spielen nicht jedermanns Sache sein dürfte.
Am Ende bleibt für uns ein sehr guter Shooter mit Schwächen, der aber derzeit in seinem Bereich ungeschlagen ist und eine nahezu perfekte Stimmung aufbaut.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Call of Duty im Test.
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