Camgoo
Mit der EyeToy Kamera schuf Sony eine innovative, frische Art des Gamings. So konnten Besitzer einer PlayStation 2 vor dem Fernseher stehend mit Handbewegungen Scheiben putzen oder auch Boxkämpfe für sich entscheiden. Dieser Spaß soll nicht mehr nur den Konsolenbesitzern vorbehalten sein, sondern auch PC Spieler zur körperlichen Ertüchtigung verhelfen. Wir haben uns für euch vor die Kamera getraut. Ob Camgoo den Erfolg des Sony Produkts auf den PC übertragen kann, erfahrt ihr in unserem Review...
Ich kann so wie du, mit Camgoo!
Nicht nur Gamer die ihr EyeToy einfach an die PS2 stöpseln, sparen sich die Treiberinstallation von USB Geräten, dank Windows XP, wird die mitgelieferte Philips Webcam auch am PC sofort erkannt und installiert. Außerdem ist Camgoo mit allen anderen USB-PC-Webcams kompatibel. Die Installation des Spieles ist gegenüber EyeToy also der einzige Mehraufwand, den PC Spieler aber eh gewohnt sind. Nachdem das Spiel gestartet und die Webcam an einem gescheiten Platz positioniert ist, kann es losgehen. Standardplatz der Kamera ist übrigens auf dem Monitor, Besitzer eines Flatscreens müssen improvisieren. Mit dem Start des Spieles werden sofort einige Vor- und Nachteile klar. Erfreulich ist es, dass das Menü nicht wie beim PS2 Spiel unbedingt über Bewegungen gesteuert werden muss, sondern auch über die Tastatur bedient werden kann. Im Spiel stehen dafür mit sechs Minigames grade mal halb soviel zur Verfügung wie beim Konsolenvorbild. Diese wollen wir uns im Folgenden einmal näher anschauen:
Beatmaster
Bei diesem Spiel müssen in den Ecken hängende Boxen zum richtigen Zeitpunkt getroffen werden. Dabei fliegen von der Mitte des Bildes Musiksymbole auf jene Boxen zu. Ist ein Symbol mitten über einer der Boxen, heißt es zuschlagen.
Durch die Berührungen baut sich der Song nach und nach auf, was im Endeffekt heißt, dass nur rhythmisch Begabte das ganze Lied zu hören bekommen. Im Vorfeld ist es dem Akteur überlassen seine Lieblingsmusikrichtung zu wählen.
Abgekupfert von: Beat Freak (EyeToy: Play)
Die Schatzinsel
Links und rechts im Bild stehende Piratenschiffe entsenden stets Unholde, um den in der Mitte befindlichen Schatz nach und nach zu stehlen. Aufgabe des Akteurs ist es dabei mit flinken Schlägen die Freibeuter vom eigenen Schatz fernzuhalten. Gelingt es den Piraten jedoch dreimal den Schatz zu erreichen, ist das Spiel vorbei.
Abgekupfert von: Kung Foo (EyeToy: Play)
Kopfball King
Ziel in diesem Minigame ist es, den Ball so lang wie möglich in der Luft zu halten. Zwar ist die Bedienung mit dem Kopf angedacht, natürlich können aber auch die Hände zu Hilfe genommen werden. Da das Spiel zwischen zwei Bäumen stattfindet, fühlen sich Eichhörnchen und Vögel gestört. Diese schmeißen Eicheln oder hacken gerne nach dem Ball.
Abgekupfert von: Keep Ups (EyeToy: Play)
Feenzauber
In allen vier Ecken stehen Geschenke die in kurzer Zeit berührt werden müssen. Aber Vorsicht, es gibt auch Kisten in denen der Kastenteufel steckt. Also: Hände weg von den bösen Kisten nur die guten dürfen bzw. müssen schnell berührt werden. Was sich einfach anhört ist aber in Wahrheit relativ schwer. Eine kleine Fee dreht und spiegelt nämlich das Bild nach jeder Runde und das manchmal auch nur teilweise. So kommt es vor, dass der Akteur auf der linken Bildhälfte kopfüber steht und auf der anderen richtig herum.
Abgekupfert von: Mirror Time (EyeToy: Play)
Boxabot
Auf vier Plattformen beamen sich von Zeit zu Zeit gute und böse Roboter. Logischerweise dürfen nur die unerwünschten Eindringlinge mittels gezielten Faustschlages von der Plattform gefegt werden. Trifft man einen guten Roboter, wird eines von drei Leben abgezogen. Hierbei offenbart sich das gleiche Problem wie beim Konsolenvorbild. Möchte man schnell einen oben befindlichen Fiesling weg schlagen, passiert es stets, dass der unten stehende liebe Roboter den Ellenbogen abkriegt, also aufgepasst.
Abgekupfert von: Slap Stream (EyeToy: Play)
Cam Kong
Beim letzten Minigame im Bunde, gilt es einen Riesenaffen der an der Spitze eines Hochhauses hängt vor feindlichen Flugzeugen zu beschützen. Außerdem fliegt ein großer Zeppelin am oberen Bildschirmrand hin und her, welcher, wenn man ihn zum richtigen Zeitpunkt trifft, den ein oder anderen Bonus fallen lässt.
Unglaublich aber Wahr: Dieses Spiel ist in ähnlicher Form nicht auf der EyeToy Play Compilation vorhanden.
Mitten drin statt nur dabei
Grafisch präsentiert sich Camgoo angemessen. Klar, es gibt keine super Grafik, diese ist in einem solchen Spiel aber auch nicht erforderlich. Die Bildqualität der mitgelieferten Philipskamera steht der des EyeToys in Nichts nach. Probleme gab es dafür mit der Bewegungserkennung, die weitaus schlechter funktioniert. Bei einigen Minigames kann es außerdem zu Platzangst kommen da nicht allzu viel Bewegungsfreiheit vorhanden ist. Dadurch wird das Treffen mancher Gegenstände zu einer heiklen Angelegenheit. Soundtechnisch gibt es bei Camgoo nichts zu meckern. Nicht überwältigend aber dennoch sicherlich passend.
Alle Minigames können im Mehrspielermodus mit bis zu 14 Spielern nacheinander bestritten werden. Außerdem ist es möglich den erlangten Highscore samt Foto in ein Onlineranking hochzuladen.
Fazit
Beim Schreiben dieses Artikels ging mir stets das Lied Alles nur geklaut von den Prinzen durch den Kopf. Dabei ist es nicht schlimm, dass die Idee mit der Kamera übernommen wurde. Vielmehr stört es, das bei den Minigames kaum eigene Ideen verwirklicht, sondern vielmehr die Spiele von EyeToy: Play nachgeahmt wurden. Mit nur halb so vielen Minigames ist auch der Umfang nicht unbedingt groß. Positiv ist dank der Philips Webcam das Preis-Leistungs-Verhältnis, sowie die Tatsache, dass das Spiel auch mit anderen USB-Cams zu Recht kommt. Bei Grafik und Sound gibt es nichts zu bemängeln. Das wichtigste bei diesem Spiel ist jedoch der Funfaktor. Dieser ist, wenn man die Spiele nicht von der EyeToy-Fassung kennt, natürlich extrem hoch. Grade im Multiplayer kann man sich beim zuschauen ein Grinsen nur schwer verkneifen. Wer also keine PlayStation 2 besitzt, die Minigames von EyeToy: Play noch nicht kennt und endlich mal diese innovative Art des Spielens erleben möchte, kann an diesem Spiel sicherlich seine Freude haben. Aber seien wir doch mal ehrlich, macht ein Partyspiel vor einem Fernseher nicht mehr Spaß als vor einem Monitor der auf einem Schreibtisch in der Zimmerecke steht?
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