Gesamtwertung15 %/10 |
GrafikMangelhaft SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegAusreichend |
BedienungBefriedigend |
Glücklicherweise muss man sich heute weniger denn je die Frage stellen, welche Daseinsberechtigung eigentlich manche Spiele haben. Zumindest für den PC erscheinen weniger Schrottspiele, als früher. Das mag auch daran liegen, dass sich dieser Markt eher auf die Wii und den Nintendo DS verschoben hat. Das ist auch ganz okay, denn dann bekomme ich davon eher weniger mit. Doch mit Cannon Strike: Tactical Warfare spülte der Zufall wieder einmal ein Stück Software zu mir, dass einzig und allein gut für einen Verriss ist.
Das mag man schon am generischen Namen erkennen, spätestens aber, wenn man wirklich so blöd war, dass Spiel zu kaufen und zu installieren. Von Spieltiefe kann natürlich keine Rede sein. Zwar hat man die Möglichkeit als Sowjet oder Alliierter in die Schlacht zu ziehen, die Missionen unterscheiden sich aber so gut wie gar nicht von einander. Eine Story existiert zudem de facto nicht. Kein Intro, keine Zwischensequenzen, nur etwas belangloser Text. Hat man den überlesen, geht's auch schon aufs Schlachtfeld. Dort übernimmt man im so genannten "Arcade-Modus" entweder einen einzelnen Panzer und überrollt per WASD-Steuerung feindliche Gegnerhorden, in dem man ihnen mit dem durch die Maus gesteuerten Geschützturm heftig einheizt, oder man kontrolliert im "Strategie"-Modus mehrere Einheiten, was letztlich dem angestrebten Echtzeit-Strategie-Genre am nächsten kommt.
Leider kann man aber die zu befehligenden Units an einer Hand abzählen und deren Nutzen ist meist auch mehr als fraglich. Taktische Elemente gibt es so gut wie keine, eigentlich geht es nur darum, sich mit seinen Infanteristen möglichst gut zu verschanzen und daraufhin mit der Artillerie alles platt zu machen. Immer und immer wieder. Dabei stellen sich die Gegner so blöd an, wie die eigenen Truppen Wegfindungsprobleme haben. Panzer bleiben schon mal an einer kleinen Erhöhung hängen, nur um dann wieder leicht wie eine Feder über extrem felsiges Gelände zu gleiten. Vom Interface bis hin zur Geschichte stimmt hier einfach gar nichts. Spielspaß? Natürlich gibt es den nicht. Nur die ersten zwanzig Minuten im Arcade-Modus machen ein wenig Spaß oder bieten zumindest die Illusion des Selbigen. Genauso lange nämlich, bis man begreift, dass einfach nichts Neues, dafür aber jede Menge Bugs geboten werden.
Grafisch präsentiert sich der Titel nicht mal schlecht. Die einzelnen Kampfeffekte, wie etwa Explosionen und Schusssalven, wirken zwar nicht unbedingt realistisch, sehen aber gut aus. Vor allem einstürzende Häuser, überfahrbare Bäume und andere kleine Details sorgen anfangs für viel Atmosphäre. Leider sind die Karten aber nicht abwechslungsreich genug gestaltet, um auf Dauer motivieren zu können und die fehlenden Zwischensequenzen tun ihr übriges dazu, um den Spielspaß nach wenigen Minuten gen Null tendieren zu lassen. Die schlechte und kaum veränderbare Kamera schlägt in die gleiche Kerbe.
Zum Sound brauch man nicht viel zu sagen. Er ist schlicht und einfach eine einzige Farce. Es gibt genau einen Track, der während des gesamten Spiels die Szenerie untermalt. Selbst wenn dieser Titel "Beat It" von Michael Jackson wäre, würde er irgendwann langweilig. Das Schlimme ist: Er ist von Anfang an schlecht und nervig! Ganz genau wie die rauen, uninspirierten Soundeffekte.
Der Titel steuert sich qualitativ unterschiedlich. Während der Arcade-Missionen läuft das Meiste reibungslos ab, wenn der Panzer nicht gerade mal wieder an einem Stein hängen bleibt. Die Bedienung ist dann intuitiv und sorgt anfangs für Spielspaß, zerbricht aber an der Monotonie des Gameplays.
Kritisch wird es, wenn man mehrere Einheiten kontrolliert. Da kann es schon mal ein paar wichtige Sekunden, wenn nicht sogar Minuten, dauern, bis man genau die Truppen angewählt hat, die man unbedingt benötigt. Das Spiel stellt sich oft auf die Hinterbeine. Selbst die wichtigste Form der Truppenzuammenfügung "Strg+Taste X" funktioniert erst nach mehrfachen Versuchen. Peinlich.
Ein Tutorial sucht man in Cannon Strike: Tactical Warfare "natürlich" vergebens. Schließlich gibt es ja sowieso so gut wie nix zu sagen und wenn, dann wird es verschwiegen. Ein paar kleinere Erläuterungen haben es dann doch ins Spiel geschafft, die werden Neulingen allerdings weniger helfen, wenn sie auf die ersten fiesen Bugs oder die miese Steuerung in der Strategie-Phase treffen. Hinzu kommt, dass der Schwierigkeitsgrad nicht nur sprunghaft, sondern manchmal geradezu unfair daherkommt.
Oh Mann. Das Entwickler heutzutage immer noch versuchen mit billigen Schrottspielen Kasse zu machen ist so traurig, wie der Fakt, dass ich ein paar Stunden meiner kostbarem Lebenszeit mit dem Spielen dieser Gurke verschwendet habe. Das Schlimme an der Erkenntnis ist, dass sich auch Cannon Strike: Tactical Warfare verkaufen wird und das, wegen der 20 Euro die der Mist nur kostet und den netten Bildchen auf dem Backcover, wohl auch nicht zu knapp. Tja, mehr als davor warnen kann man nicht: Der "Strategie"-Titel, wenn man ihn so nennen kann, bietet nichts, was einem Spieler gefallen könnte und noch weniger bietet er eine Grundlage für den Einstieg in die Videospielwelt. Die grafische Gestaltung weiß sich zwar ganz nett zu präsentieren, jeder sonstige Bereich des Spiels kann aber einfach nur als Schrott bezeichnet werden. Eine Geschichte gibt es quasi nicht, Zwischensequenzen gibt es nicht. Taktische Tiefe? Gibt es nicht. Ein Gameplay, das diesen Namen verdient, gibt es nicht. Die Steuerung ist alles in allem einfach schlecht, die Kameraführung unter aller Sau, einen Multiplayer-Modus gibt es nicht. Insgesamt wird einem ein einziger Track für das ganze Spiel geboten, den man über Stunden rauf und runter hören muss und so weiter und so fort. Ich könnte die Liste unendlich lang fortsetzen. Das gibt's jetzt aber auch nicht! Eins dürfte ohnehin klar sein: Abhacken, weiter machen. Dieses Spiel muss einfach im Laden bleiben. Allein schon um den Entwicklern klar zu machen, dass wir solchen Unsinn nicht wollen und schon gar nicht brauchen.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Cannon Strike - Tactical Warfare im Test.
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