Gesamtwertung51%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegAusreichend |
BedienungMangelhaft |
Wenn sich eine Frau halbnackt in zerfetzter Lederkluft in eindeutiger Pose und manischem Schlafzimmerblick durch die Welt rekelt, dann ist Vorsicht! angesagt, denn entweder hat die gute Dame unredliche Gedanken oder aber wir haben es mit Catwoman zu tun, einer aus den DC-Comics entsprungenen Superheldin. Wie auch immer, Catwoman hat nun auch den Weg auf die heimischen PCs geschafft und Justgamers sagt Euch, ob man als PC-Spieler alsbald glückselig umherschnurrt oder doch lieber Fellknäuel hervorwürgen möchte.
Patience Phillips heißt die junge Dame, um die es sich hier dreht. Wieso ihre Eltern sie Patience, also Geduld, nannten wird auf ewig ein äußerst uninteressantes Geheimnis bleiben, aber wir schweifen ab! Eben jene Patience kommt eines Tages und völlig unerwartet einem düsteren und man wird es kaum glauben völlig unerwarteten Geheimnis auf die Schliche! Patience erfährt nämlich, dass der Kosmetik-Konzern, für den sie arbeitet, gewisse Probleme mit den Nebenwirkungen einer ach so revolutionären Anti-Falten-Creme hat. Dusselig, wie Patience nun mal so ist, macht sie aus Versehen auf sich aufmerksam und dümpelt wenige Stunden später als erstaunlich tote Leiche durch die Kanalisation. Eigentlich könnte die Geschichte hier enden, aber wie der Zufall so will, scheinen sich Natur, die Götter und die Autoren der Geschichte zusammengerauft zu haben, um eine wirklich erstaunliche und mit einer nicht minder völlig unerwarteten Wendung der Handlung aufzuwarten
Um eine kurze Story noch kürzer zu machen: Eine Katze namens Midnight kommt daher, hustet Patience ins tote Gesicht und kurze Zeit später erwacht die ehemals Tote als Catwoman. In ihrem leicht zerschlissenen und erstaunlich körperbetonten Ledersuit ist Patience fortan nicht nur der feuchte Traum eines jeden hormongeschädigten Teenagers sondern auch der Albtraum all der Bösewichter, die es wagen, sich Catwoman in den Weg zu stellen. Also Vorhang auf und das Katzenstreu bereitgestellt, Catwoman ist in der Stadt, MIAU!
Wieso eine solch deutliche Aussage eines Rezensierenden schon so früh? Ganz einfach, anstatt hier, wie sonst üblich, eine pseudo-objektiv/strukturierte Review abzuliefern, in der meist nur um Grafik, Sound und Steuerung geht, wollen wir hier bei Catwoman einmal über das Wichtigste sprechen, den Spielspass. Und das ganz subjektiv!
Catwoman ist eines der Spiele, bei der es leider genau umgekehrt ist. Wozu ellenlang über die doch positiven Bestandteile des Spieles, nämlich einer schicken Grafik mit sehr guten Animationen und einer überzeugenden Synchronisation, sinnieren, wenn die negativen Aspekte, speziell die der PC-Version, alle positiven locker vom Tisch fegen. Beginnen wir doch einfach mal bei der Steuerung.
Catwoman ist ein reinrassiges Jump&Run, ein Spiel also, in dem man vornehmlich von Plattform zu Plattform hüpft, an Wänden entlang kraxelt und über Dinge klettert. Hier und da ein Kampf - fertig. Tja, wie viel Steuerung kann man da wohl schon brauchen? Eigentlich nicht viel, denn um Catwoman mit Tastatur vernünftig steuern zu können, braucht man sich nur an ca. 16 Tasten gewöhnen, von denen einige doppelt und dreifach mit verschiedenen Steuerungsbefehlen belegt sind. Man kann zwar auch die Maus dazuholen, allerdings wirds dann noch komplizierter. Wer nun sagt Hey, du Loser, ich steuere eh nur mit Gamepad!, dem sei gesagt, dass ein einfaches Gamepad, also ohne zweitem Steuerungskreuz bzw. Analogstick alsbald zu unschönen Knoten in den Fingern führen wird.
Aber das ist ja eigentlich alles kein Problem, denn eine Steuerung, auch über Tastatur, kann man durch stundenlanges Üben ja erlernen. Nein, das wirkliche Problem ist die Kombination aus Steuerung und Kameraführung. Beispiel: Man steht mit Catwoman auf einem Podest und will auf ein anderes Podest hüpfen. Soweit so gut also drückt man eine Steuerungstaste, bewegt sich in die gewünschte Richtung und dann tja dann dreht sich die Kamera und die Steuerung führt urplötzlich in die falsche Richtung und man hüpft überall hin, nur nicht dorthin, wo man eigentlich hinwollte. Wie, nicht verstanden? Also: Man will nach VORNE, das wäre also die Taste W man läuft und läuft und plötzlich ändert sich die Kameraperspektive. Nun ist der Absprungspunkt aber nicht mehr VORNE sondern plötzlich LINKS man hüpft und springt daneben. Konsolenbesitzer werden nur mit den Schultern zucken, PCler werden aber spätestens beim zehnten Vorbeihüpfer im Gedanken die blutverschmierte Kettensäge auspacken.
Vor allem, wenn man bedenkt, dass einige Level zum Inhalt haben, der Katze Midnight zu folgen. Über die so genannte Jagd-Taste kann man nämlich deren grüne Katzenspuren sehen, denen man zu folgen hat. Man wundert sich halt dann nur ein wenig, wie sich eine ca. 50cm große und maximal vier Kilo schwere Katze an einer Reckstange hochzieht, Schwung nimmt und dann einen Satz von fast 10 Metern macht. Zu Abwechslung darf man sich auch mit der Peitsche hin- und herhangeln, dass Oheim Indiana Jones vor Freude fast das Herz aus dem Flanellhemd hüpfen würde.
Da einige Level recht groß sind und man für die Bewältigung eben dieser gut und gerne circa eine Stunde hängen kann, da man dank der bereits erwähnten tollen Kameraführung und Steuerung gerne in Leere hüpft, ist man sicherlich umso erfreuter zu hören, das die Checkpoint-Setzung ebenso bescheiden gelöst wurde. Anstatt also regelmäßig Checkpoints zu setzen, sind nur am Abschnittsende und manchmal sogar am Abschnittsanfang ein Checkpoint zu finden. Richtig fies ist übrigens der Menüpunkt Spiel speichern im Hauptmenü. Denn wer speichert und später das Spiel fortführt, landet nicht wieder an dem Punkt, an dem er abgespeichert hat, sondern entweder am zuletzt erreichten Checkpoint oder gleich am Levelanfang.
Nebenbei darf Catwoman ein paar Wachen vermöbeln was eh der größte Unfug ist, denn man sich nur denken kann. Anstatt die Wachen so richtig zu vermöbeln, muss man allen Ernstes versuchen, die Gegner in irgendwelchen Gegenständen, wären es Schränke, Kisten oder Mülltonnen, zu treten, der sich dann verschließt und das Opfer so aus dem Kampf nimmt.
Das größte Manko an Catwoman ist aber, dass es fast null Abwechslung gibt. Hier und da ein paar Gegner, die nicht wirklich herausfordernd sind, aber das wars dann auch schon! Ansonsten heißt es nur hüpfen, hangeln, klettern und schwingen. Und das Level für Level für Level. Der große Unterschied ist nur, dass die Kletterpartien anspruchsvoller bzw. der Weg zum Ziel nicht mehr so offensichtlich ist. Designtechnisch eine Bankrott-Erklärung!
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