CeBIT 2005 - Das Tagebuch

Review
Plattform
PC
Vertrieb
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Entwickler
-
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
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CeBIT 2005 - Das Tagebuch [PC , Justgamers]

CeBIT 2005 - Das Tagebuch

Es ist Sonntag, der 13.03.2005. Die CeBIT läuft seit einigen Tagen und mein Terminkalender für den heutigen Tag läuft über. Aber fangen wir einfach mal am Anfang an.

05:30 Uhr

Der Wecker klingelt nach einer kurzen Nacht. Ich fange an, die CeBIT zu verfluchen. Erste Rücktrittsgedanken quälen mich, zu schön wäre es, einfach im Bett liegen zu bleiben.

05:58 Uhr

Beim Blick auf die Uhr reiße ich die Augen weit auf. Verdammt. Mein Frühstück hat sich soeben aus Zeitmangel verabschiedet. Ich verfluche die CeBIT weiterhin.

06:05 Uhr

Das Einsetzen der Kontaktlinsen scheitert an den zugeklebten Augen. Und ich dachte, mein Licht wäre kaputt. Mit viel Wasser und Gewalt habe ich die Augen nach einiger Zeit offen und auch meine Kontaktlinsen finden den Weg ins Auge.

06:40 Uhr

So, endlich bereit zum Abmarsch. Den Verlust des Frühstücks versuche ich durch einen Einkauf bei einem Bäcker wieder auszugleichen.

07:08 Uhr

Scheiß Kaff. Nicht einmal der Bäcker am Bahnhof hat offen. So bleibt mir nichts anderes übrig als hungrig und verschlafen in den Zug zu steigen. Ich muss gerade verdammt scheiße aussehen. Ach ja, ich verfluche weiterhin die CeBIT.

07:43 Uhr

Fünf Minuten bleiben dank Verspätung des Zuges zum Umsteigen. Auf dem Weg noch schnell beim Bäcker stoppen und flink zwei Kalorienbomben einpacken und dann nix wie aufs Gleis.

07:50 Uhr

Ich sitze im Zug in Richtung Hannover Messe. Endlich.

08:05 Uhr

Ich habe endlich einen vernünftigen Platz in einem Nichtraucherabteil gefunden und beginne direkt mit dem Wichtigsten: Der Nahrungsaufnahme.

08:25 Uhr

Nach einem luxuriösen Frühstück beginne ich direkt mit der Vorbereitung auf meine heutigen Termine. Beim Blick auf den Terminkalender wird mir klar, dass dieser Tag verdammt stressig wird.

08:30 Uhr

Keinen Bock mehr, weiter Interviewfragen auszudenken, die nachher eh wieder nicht beantwortet werden. Ich lehne mich zurück und lasse die Landschaft auf mich wirken.

10:18 Uhr

Der Zug fährt am Messebahnhof ein. Ich weiß zwar nicht, wie ich zur Messe gelange, lasse mich aber einfach von Hunderten anderer Pilger leiten.

10:30 Uhr

Am Messegelände angekommen. Noch schnell den Presseausweis besorgen und dann ins Getümmel stürzen.

10:45 Uhr

Ich stehe in der ersten Halle, der Halle 13. Wow, ich bin beeindruckt wie leer es doch für die CeBIT ist und bin angenehm überrascht von der guten Luft. Ich mache mich also auf zum ersten Termin in die Halle 2.

10:50 Uhr

Ich bin in der nächsten Halle angelangt und relativiere meinen Eindruck. Es ist doch verdammt voll.

11:05 Uhr

Ich habe den Stand von Microsoft erreicht und prügle mich zur Information durch, um mich anzumelden.

11:10 Uhr

„Hallo, ich habe einen Termin mit Herrn K…“ „Wem?“Sauber. Die Stiftschubse schaut mich nicht nur böse an, sondern kennt nicht einmal meinen Ansprechpartner.„Ach ist der nicht von der PR?“ fragt sie, nachdem sie doch bemerkt hat, dass ich durchaus aufgrund einer journalistischen Tätigkeit hier bin. „Müssen Sie mal da hinten fragen. Die kennen den.“ Bombe, Mädel.

11:15 Uhr

Juchu, ich habe eine nette Dame gefunden, die den Herrn kennt. Sie möchte sich auch direkt nach ihm erkundigen. Doch dann taucht ein Kollege des niveauvollen Blattes „BILD“ auf und direkt sind zwei Leute damit beschäftigt, wie wild zu gestikulieren und irgendwen zu finden, der sich seinen Fragen stellt. Ich beginne, Microsoft zu verfluchen.

11:30 Uhr

Ich scheine endgültig abgeschrieben und frage die Dame, die mir am nächsten ist, da die andere anscheinend noch immer damit beschäftigt ist, den Herren der BILD irgendwie zu beschäftigen. Tatsächlich, sie kennt meinen Termin und hat auch noch seine Handynummer. Ich höre auf, Microsoft zu verfluchen.

11:35 Uhr

Aus dem Nichts steht auf einmal die Kollegin meines Termins vor mir. Was soll ich sagen, ich schmolz direkt dahin. Ihr Lächeln wirkte auf mich wie ein Leckerli auf meinen Hund. Ich war wild, ich war entschlossen und ich war noch immer verdammt müde.

11:40 Uhr

Ich unterhielt mich noch immer mit der Kollegin des Termins. Meinetwegen muss der auch gar nicht mehr erscheinen.

11:42 Uhr

Da ist er, mein Termin. Sieht aber schlechter aus als meine Gesprächspartnerin und ist zudem noch männlich. Verdammt.

12:15 Uhr

Der Termin ist zu Ende und die Dame ist weg. Das Leben ist grausam.

Da das nächste „Meeting“ mit Intel erst um 13:00 Uhr und direkt am Stand nebenan ist, begebe ich mich auf Erkundungstour und schaue mir die Sachen an, die mich wirklich interessieren: Plasma-Displays.

12:55 Uhr

Wow. Gegen manche dieser Fernseher wirkt der in meinem Wohnzimmer fast langweilig.

13:00 Uhr

Bei Intel angekommen werde ich direkt in den Pressebereich entführt. Aus Platzgründen scheint es jede Firma so zu halten, dass über dem eigentlichen Stand ein Bereich liegt, der für die Presse und Geschäftskunden vorgesehen ist.

13:05 Uhr

“Warum ist Intel besser als AMD?“ Diese Frage leitet unser Gespräch ein und siehe da: Es gibt eine Vielzahl – mehr oder weniger plausible – Gründe dafür. Ich bleibe trotzdem bei meinem AMD.

13:45 Uhr

Nach einem interessanten Gespräch rund um Centrino, 64Bit und Dualkerntechnologie verlasse ich Intel mit einem wirklich schicken Lautsprecher im Gepäck. Gepriesen seien die Give-Aways für Journalisten.

13:55 Uhr

Schnell bei AMD anrufen, dass der Termin verschoben werden muss. Man meldet sich englisch. Kein Problem. Doch ein Problem. Mir fällt das Wort für Termin beim Rennen übers Gelände nicht ein. Kein Problem, die Dame ruft einfach über den kompletten Stand „Anyone German? He can’t speak english!“ Danke, nett von dir, noch mal so’n Ding und ich zieh dich durchs Telefon. Nachdem sich dann jemand meiner erbarmt hat, meinen Termin zu verschieben, habe ich auch mein Ziel für den nächsten Termin erreicht.

14:00 Uhr

Nach einer wahren Odyssee über das gesamte Messegelände (von Halle 2 in Halle 25), bin ich endlich bei Gizmondo angelangt und direkt fällt mir die Kinnlade herunter und die Zunge rollt sich auf dem Boden aus. Doch nicht etwa, wegen des schicken Handheld, sondern wegen dieser verdammt heißen Hostessen in Minirock und engem Oberteil. Respekt an die Kollegen von Gizmondo, die bei dieser Atmosphäre arbeiten können. Nach einigen Sekunden des Sabberns habe ich mich überwunden und spreche eines dieser wunderschönen Wesen an, um mich vorzustellen. Mein Terminpartner steht allerdings direkt daneben und ist wieder männlich. Verdammt.

14:45 Uhr

Verdammt beeindruckt von den Möglichkeiten des Gizmondo (mehr dazu bald in Form eines Previews) verlasse ich wieder die Halle 25, um mich auf den Weg zu meinen Freunden von AMD zu machen.

15:05 Uhr

Ich erreiche den Bereich von AMD. Während ich auf meinen Ansprechpartner warte suchen meine Augen die Engländerin. Ich sehe sie und ich überlege mir, sie einfach über die Theke zu ziehen aber da kommt mein Termin. Das nächste Mal vielleicht.

15:35 Uhr

Nach einem kurzen Plausch und Gründen, warum AMD besser sein soll als Intel, und einem Gespräch voller Doppelkerntechnologie und den mobilen Lösungen verabschiede ich mich wieder, um den wohl ungewöhnlichsten Termin wahrzunehmen.

15:45 Uhr

Ich bin an dem Stand eines Spezialisten für Speicherlösungen und MP3-Player angelangt. Als erstes den Stoff aussuchen, dann noch den Stil des Anzugs und ab zum Vermessen. Richtig, ich lasse mir einen Maßanzug schneidern.

16:20 Uhr

Das hat doch alles länger gedauert, als ich dachte. Doch da ich noch etwas Zeit habe, mache ich mich wieder auf den Weg, weitere Fernsehgeräte anzusehen und mich von den Vorzügen der HD-Technologie überzeugen zu lassen.

16:45 Uhr

Bei Sony treffe ich dann wider Erwarten doch den Vertreter für die Presse. Gut, die Displays müssen warten, der Job geht vor.Natürlich ist die PlayStation Portable das Hauptthema. Aber Sony scheint gemeine Informationssperren zu verhängen. Mir wird erklärt, dass man bei Sony vor hat, die PSP als eine Art Lifestyleprodukt zu integrieren. „Wenn du Mädels anbaggerst, dann tu’ das mit einer PSP in der Hand“. Ist klar Murrat, damit ich mich auch direkt als Nerd oute.

Wir schwenken über zu Gran Turismo 4 und der Perfektionssucht der Entwickler. Dieses Streben nach Perfektion hat in der Szene zu einem Aufschrei geführt: Sowohl Mehrspielermodus als auch Schadensmodell fielen dem zum Opfer. Warum? Chefentwickler Yamauchi erklärte, dass solange es nicht möglich sei, ein Schadensmodell wirklich so darzustellen, wie es im echten Leben aussieht, wird es keins geben. Der Onlinemodus soll zudem frei von technischen Barrieren und Verbindungsproblemen sein und wurde somit gestrichen.

Nach einem weiteren kurzen Talk über die PSP im Vergleich mit den anderen Handhelds verabschiede ich mich wieder.

17:15 Uhr

Verammter Mist. Wieder nix mit dem Anschauen diverser Wunderwerke der Technik, denn ich darf wieder quer über das Messegelände hetzen, um den nächsten Termin zu erreichen.

17:30 Uhr

Ich bin bei Shuttle angelangt, dem Spezialisten für Barebones. Kleine Gehäuse, aber ein imposanter Stand. Der Pressevertreter ist sogar anwesend und hat direkt Zeit für mich. Das ist fast eine Premiere.

Wir wandern in den abgesperrten Pressebereich, in dem es Dank der ESL Pro-Series, welche direkt nebenan ihre Zelte aufgeschlagen hat, etwas laut ist.

Neben uns sitzt das wohl beste Frauen-Counter-Strike-Team der Welt. Ich muss leider gestehen, dass ich die Mädels nicht kenne. Macht aber auch nichts, denn süße Hintern haben sie trotzdem.Wir sprechen über allerlei Neues von Shuttle und die Vorzüge eines Barebones. Dazu gesellen sich noch mehr nette Damen in unmittelbarer Reichweite. Nur mit Konzentration und Engagement schaffe ich es, meine Augen bei meinem Block und meinem Gesprächspartner zu belassen.

Verdammt. Die haben da hinten auch noch eine Küche und alle fangen an vor mir zu essen. Außer der Mahlzeit im Zug hatte ich noch nichts außer einer Menge Kaffee und wenig Wasser.

18:12 Uhr

Der letzte Termin ging zu Ende. Ich eile zum Ausgang, um noch gegenüber bei den Fastfoodspezialisten mit dem goldenen „M“ rein zu springen, um doch noch etwas in den Magen zu bekommen. Wieder einmal bestätigt sich mein Eindruck, dass die Mitarbeiter bei eben diesem Konzern einen IQ unter der gerade herrschenden Außentemperatur haben. Eine einfache Bestellung endete mit fünf Rückfragen und einem fast vergessenem Burger. Und das bei zwei gleichzeitig bedienenden Herren. Heureka.

Da der Laden bis auf den letzten Platz besetzt ist, entscheide ich mich für die Alternative mit dem ganzen Zeug bis zum Bahnhof zu latschen und es dort zu genießen.

Als ich endlich angekommen und einen Sitzplatz ergattert hatte, waren die Pommes allerdings schon wieder kalt. Wobei ich das nicht unbedingt nur auf die Zeit zurückführen möchte, denn ich glaube nicht, dass sie vorher heiß waren. Macht nichts, runter mit dem Zeug.

19:20 Uhr

Ich habe es geschafft. Auch wenn ich etwas stopfen musste, aber auch der zweite Burger ist in meinem Magen verschwunden. Abgerundet wird das ganze von Cola aus einem Pappbecher.

19:23 Uhr

Mein Magen scheint den Burger nicht gemocht zu haben und beschwert sich merklich über den Verzehr. Aber nichts gibbet, das Ding bleibt drin. Ich beginne meinen Magen zu verfluchen.

19:40 Uhr

Ich steige in die erste von drei Bahnen, die mich sicher nach Hause bringen sollen.

23:29 Uhr

Ich bin zuhause angekommen und den restlichen Verlauf meines Abends will ich euch ersparen.

Ich stelle den Wecker und beginne damit, meine Arbeit und das damit verbundene Aufstehen zu verfluchen…

Wir sehen uns auf der diesjährigen Games Convention, da sind die Laufwege wenigstens kürzer…

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