Celtic Kings: The Punic Wars
Die antike Welt
Mit
The Punic Wars Celtic Kings erhaltet ihr die Möglichkeit, euch in die Lage der legendären Feldherren der Antike zu versetzen. Dabei stehen euch beispielsweise Generäle wie Hannibal zur Verfügung, der mit seinen Söldnerarmeen das römische Imperium herausfordert. Doch stellt sich das als nicht allzu leicht heraus die Römer haben ebenfalls riesige Armeen. Bis zu 5000 Einheiten können auf einer Karte in den Kampf geworfen werden, doch natürlich nicht gänzlich ohne Taktik. Dabei kämpft ihr gegen oder mit vier verschiedenen Nationen. Die beiden Hauptnationen bilden die Römer und Karthager, daneben gibt es die Gallier (Frankreich) und Iberer (Spanien). Alle stechen durch ihre eigenen Vorteile und Nachteile hervor und ermöglichen so verschiedene Taktiken.
Morituri te salutant! Die Totgeweihten grüßen dich!
Unter der Führung eines Helden können sich bis zu 50 Krieger zusammenrotten, um in Formation dem Gegner entgegen zu treten. Dank der Stärke des Helden erhaltet ihr weitere Vorteile im Kampf. Dabei sortieren sich, sofern verschiedene Einheitentypen vorhanden sind, die Soldaten nach Nah- und Fernkampf. Bogenschützen und Speerwerfer hinten, schwer gepanzerte Soldaten vorne. Doch Legionäre sind euch zu langweilig? Kein Problem! In
Celtic Kings habt ihr auch die Möglichkeit einen etwas anderen Weg einzuschlagen. Neben den normalen und bekannten Einheiten wie Söldner und Legionäre könnt ihr sogar Gladiatoren ausbilden, die mit ihrem Dreizack und ihrer Kampferfahrung den Gegnern ordentlich einheizen. Jedoch haben Gladiatoren wenig Chancen gegen die Kriegselefanten der Karthager, die jedoch nie allzu zahlreich im Spiel in Erscheinung treten. Ihre Produktion findet in den Arenen statt, von denen jedes Volk eine in jeder Festung hat. Dort können unter anderem diese Kriegselefanten, Gebirgswächter und so genannte Freigelassene rekrutiert werden, allerdings in begrenzter Zahl.
Um das Kampfgeschehen noch etwas aufzumischen, sorgten die Entwickler für Abwechslung: Priester heilen eure im Kampf verwundeten Einheiten und sogar eure Nachschubwege müssen gesichert werden. Für eure Einheiten benötigt ihr Gold sowie Nahrung, um deren Existenz zu sichern und sie vorm Hungertod zu bewahren. Deshalb schickt man am besten gleich ein paar Lastenesel mit seinen Einheiten an die Front, damit die mangelnde Nahrung nicht zu sehr an der Kampfkraft der Einheiten nagt.
Mein Haus ist meine Burg
Fast jede Mission startet gleich: Ihr startet mit einer Festung in der alle nötigen Gebäude bereits vorhanden sind und mit einem Dorf für die Nahrungslieferungen. Ab dann heißt es aufbauen! Doch nicht die Burg oder neue Dörfer errichten: Nur Einheiten können produziert werden. Burgerweiterungen fallen damit also weg. Umso besser, Bleibt euch mehr Zeit euch auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Um das Fortbestehen eures Imperiums zu sichern, begebt ihr euch auf Eroberungsfeldzüge um weitere Dörfer in eurem Gebiet zu erobern. Nur stehen euch nicht nur Dörfer zur Eroberung bereit, neben den Dörfern sind nämlich auf vielen Karten Festungen, Forts und Trainingslager verteilt. Alle drei Gebilde können zur Verteidigung genutzt werden, einmal Einheiten dort stationiert, attackieren sie jeden Gegner in der Nähe mit einem Pfeilhagel. Trainingslager haben dazu noch den Vorteil, dass in ihnen eure Einheiten stetigen Nachschub an Erfahrungspunkten erhalten. Mit diesen Festungen und Trainingslagern könnt ihr eine wirksame Verteidigung aufbauen, um eure Grenzen zu sichern. Damit eure Einheiten immer bereit zum Ausfall sind, sofern es mal eng für euch werden sollte, müsst ihr eure Einheiten in den Festungen auch mit Nahrung versorgen.
Das geschieht recht einfach und zwar mittels der Minimap, die in Celtic Kings allerdings gar nicht so mini ist. Die muss man nämlich immer extra aufrufen und einmal aufgerufen, bedeckt sie den ganzen Bildschirm. Dafür steht euch dann die ganze Karte zur Verfügung. Ein Klick auf ein Dorf, ein weiterer auf die versorgende Festung und die Nachschubwege sind gesichert.
Um euch noch eine schnellere Produktion eurer Armeen zu ermöglichen, gibt es auf vielen Multiplayer- und Einzelspieler-Karten weitere Festungen, die allerdings nicht so stark besiedelt sind. Da ihr für die Ausbildung eurer Einheiten jeweils immer einen freien Bürger pro Einheit benötigt ist eure erste Festung also immer die wichtigste, da sie meist die doppelte Bevölkerungszahl hat wie die kleineren, zu Beginn unbesetzten Festungen. Doch ermöglicht euch das auch eine Niederlage und den Verlust einer kleineren Festung auszugleichen, da ihr immer noch genug Möglichkeiten habt starke und kampftüchtige Armeen auszubilden.
Einen großen Vorteil haben die geschickten Feldherren unter euch, die es schaffen ihre Soldaten möglichst lebendig nach Hause zu bringen. Anhand der von euren Soldaten erledigten Gegner gibt es nämlich weitere Erfahrungspunkte und schnellere Levelaufstiege. So ist eine kampferprobte Armee mit 50 Kämpfern meist genauso viel Wert wie eine Armee mit 150. Es lohnt sich also!
Dass Celtic Kings nicht ganz realistisch ist, beweisen die Priester. Die heilen eure Einheiten oder verfluchen den Gegner. Wenn man sich mehr als einen Priester leisten kann, kann man in einem Stonehenge sogar spezielle Beschwörungen vollbringen, um den Gegner vor einem großen Angriff vehement zu schwächen. Doch Vorsicht: Der Gegner macht das genauso!
Neben den Stonehenges gibt es noch andere, nicht einnehmbare Objekte auf der Karte. Darunter sind beispielsweise Teutonenzelte, in denen meist eine Horde Barbaren haust, die jeden näher kommenden Feind sofort angreift Friedensverhandlungen sind hier Fehl am Platz. Wer es schafft die Barbaren zu beseitigen, wird in Zukunft jedoch auf die Hilfe der Teutonen zählen können, eine Art römischer Frieden also. Stetig werden neue Teutonen im Zelt erstellt, so dass ihr pro Zelt bis zu 20 Teutonen zur Verfügung habt. Bei acht Zelten unter eurem Kommando also eine beachtliche Zahl.
Des Weiteren gibt es noch so was wie Kultstätten, in der magische Gegenstände zur Benutzung bereit stehen. Diese geben euch Vorteile im Kampf oder nehmen nahe stehenden Gegnern mit einem Schlag große Teile der Lebensenergie.
Kampagnen, Abenteuer, Multiplayer
In
Celtic Kings steht euch eine große Auswahl zur Verfügung. Herz des ganzen sind die Abenteuer und die Kampagnen, die euch in die punischen Kriege versetzen, samt historischem Hintergrund. Dort kämpft ihr mit Generälen wie Hannibal. In Einzelspieler-Gefechten auf Zufalls- oder vorgefertigten Karten kämpft ihr meist mit namenlosen Helden, die zwar einen Namen haben, der ist jedoch nur an die antike Namensgebung gebunden und enthält keinerlei berühmte Silbe.
In der Multiplayer Variante habt ihr die Wahl zwischen Galliern, Iberern, Römern und Karthagern. Zwar sind die beiden letztgenannten das Herz der Kampagne doch haben sich die Entwickler mit den beiden Nebenvölker genauso viel Mühe gegeben. Somit ist jedes Volk gleichwertig. Jedes hat seine Vor- und Nachteile und ermöglicht euch so verschiedene Taktiken. Die einen setzen mehr auf Kavallerie, die anderen mehr auf Fußsoldaten. Dabei steht es euch frei entweder mit und gegen den Computer zu spielen oder zusammen mit Freunden oder Clankollegen in die Schlacht zu ziehen.
Doch agiert der Computer Gegner gar nicht so dumm: Nach und nach erobert er die Dörfer und Festungen rund um seine Heimatstadt um genug Ressourcen und Bürger für seinen finalen Schlag gegen eure Hauptfestung zu sammeln.
Nicht nur das Szenario ist antik
Zwar schafft
Celtic Kings eine gute Atmosphäre, jedoch fällt die Grafik und der Sound ziemlich negativ auf. Man nennt es höflich 3D Grafik, doch gleicht es eher einem 2D Look in Vogelsperspektive. Zoomen und freies Drehen der Kamera sucht man hier vergebens genauso wie anspruchsvolle Effekte. Lediglich die Priester zaubern das eine oder andere, das auch etwas hermacht.
Soundtechnisch setzt Celtic Kings ebenfalls keine neuen Maßstäbe. Der Sound ist zumindest im Bezug auf den Soundtrack in Ordnung, ansonsten hört man bei Schlachten immer dieselbe sich wiederholende Schleife von klirrenden Schwertern, zurrenden Bogen und dumpfen Stößen auf den Schilden.
Fazit
The Punic Wars Celtic Kings hat durchaus seine Stärken. Die interessanten strategischen Aspekte stechen hier besonders hervor: Nahrung ist auch beim Angriff von Nöten, da die Soldaten stetig Nahrungsnachschub brauchen, Festungen können erobert werden. Dabei rücken kleinere Bollwerke genauso wie Dörfer nicht in den Hintergrund, sondern sind ein wichtiger Teil des großen und ganzen, um es letztendlich bis zum Sieger zu bringen. Grafisch und Soundtechnisch ist
Celtic Kings auf jeden Fall kein Highlight, da kann das vergleichsweise alte
Cossacks mehr beeindrucken, doch ist Grafik nicht alles und Feldherren, die keine hohen Ansprüche an die Grafik stellen, dürften wohl einige Stunden Spielspaß haben.
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