Chaser

Review
Plattform
PC
Vertrieb
JoWood
Entwickler
Cauldron
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
-
Chaser [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

72%/10

Grafik

Gut

Sound

Ausreichend

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

Chaser

Wer bin ich?

Anders als in vielen anderen Spielen macht sich der Spielcharakter John Chaser nicht auf die Suche nach einer Frau, einem Schatz oder der Freiheit; sondern versucht schlicht und einfach sein Leben zu retten.

Ohne jegliche Erinnerung an seine Identität oder über seinen momentanen Aufenthaltsort, machen, seitdem er in einem Labor wieder aufwacht, allerlei üble Gestalten Jagd auf seinen Kopf. Er schafft es noch gerade so mit dem letzten Shuttle von einer Forschungsstation namens „Majestic“ auf den blauen Planeten zu gelangen: Die Erde.

Doch auch da ergibt sich kein anderes Bild über ihn, viele Leute kennen ihn, fürchten ihn und jagen ihn. Ausgestattet mit seinen langsam wiederkehrenden militärischen Wissen wird John schnell für fremde Zwecke missbraucht, dessen Hintergründen er durch gelegentliche Flashbacks, also Momente, in denen er sich kurze Zeit an einige Bruchstücke seiner ansonsten im Dunkeln liegenden Vergangenheit erinnert, langsam auf die Spur kommt

Was mach ich?

Die ca. drei dutzend Level sind dabei nicht nur auf der Erde sondern auch, wie beispielsweise in Red Faction, auf dem Mars angesiedelt. Gameplaytechnisch orientiert sich das slowakische Produkt hierbei weniger an Genre-Kollegen wie No One Lives Forever 2 als viel mehr an Spiele vom Schlage eines Unreal 2. Die Level werden meist von Ballerorgien diktiert, Rätsel rücken da eher in den Hintergrund oder bleiben auf dem „Drücke diesen Schalter“ oder „Finde diesen Schlüssel“ Niveau.

Die Level-Areale selbst sind Entwickler Cauldron zwar äußerst umfangreich und zum Teil sogar imposant gelungen, nerven aber oft mit langen Laufwegen und vielen „Verirrungsgefahr-Passagen“.

Die Level bestreitet ihr manchmal mit script-gesteuerten KI-Kameraden. Diese agieren unabhängig von euch, gaukeln jedoch nur vor aktiv am Spielgeschehen teilzunehmen, da quasi kein Gegner durch ihre Fremdweinwirkung ums Leben kommt.

Das von Matrix erschaffene und von Max Payne in die PC-Welt getragene „Bullet-Time“-Feature kommt auch in Chaser zum Einsatz, heißt hier aber „Adrenalin-Mode“. Dieses Feature ist zwar wie immer spaßig, aber längst nicht so schön und locker wie bei „Enter the Matrix“ oder eben „Max Payne“ umgesetzt worden. Zum einen fehlt dem Ganzen der spielerische Sinn, da Ihr anders als bei den genannten Vorbildern die Zeitlupen-Funktion nicht wirklich braucht. Zum anderen wirkt das Ganze längst nicht so ästhetisch und fein wie z.B. in der Matrix-Versoftung.

Grafik – Nicht Fisch nicht Fleisch

Chaser macht grafisch gesehen einen etwas unausgegorenen Eindruck. Die Innenlevels muten mit ihren farb- und detaillosen Räumen arg steril und kühl, was auch für viele Objekte wie etwa Computerterminals gilt.

Die Außenlevels sind hingegen zum Teil wirklich prächtig anzusehen, was vor allem an den hervorragenden Lichteffekten, den detaillierten Modellen und der wunderschönen Wasserdarstellung liegt.

Grafisch ist Chaser somit ein zweischneidiges Schwert, trotzdem überwiegen bei Chaser die positiven Aspekte, womit sich das Spiel in diesem Bereich ein „Gut“ verdient.

Sound – Nichts spektakulär

In puncto Sound ist Cauldron mit Chaser wahrlich keine Revolution gelungen. Die in gewissen Spannungsmomenten auftretenden Musikfetzen wirken teilweise ein wenig gekünstelt und stören eher. Überzeugen konnten demgegenüber allerdings die Waffensounds, bei denen sogar Querschläger mit einer Sounduntermalung versehen wurden.

Gut sind auch die Synchronstimmen der Spielcharaktere, allen voran von dem Spielcharakter John Chaser, der von Brenden Frasers Synchronsprecher Benjamin Völz synchronisiert wird, gelungen.

Multiplayer – Ein wenig mehr hätte es schon sein dürfen...

Der Multiplayer-Modus von Chaser bietet Euch insgesamt vier Spielmodi, wobei „Deathmatch'“ „Team-Deathmatch'“ und „Capture the Flag“ weitgehend Standard sind und nur „Schocktruppen“ wirklich Neues bringt. Bei Letzterem müsst Ihr zu mehreren im Team diverse Missionen erfüllen, was sich für kurze Zeit als spaßig rausstellt.

Trotzdem mag auf den insgesamt neun Karten nicht so recht Langzeitmotivation aufkommen, was vor allem an dem etwas arg konventionell geratenen Waffenarsenal, u.a. Famas, Shotgun, Sniper-Gewehr, und den nicht unbedingt super abwechslungsreich gestalteten Maps liegt.

Fazit

Die Erwartungen in Bezug auf Chaser waren hoch, sehr hoch. Die ersten Screenshots und Story-Informationen machten neugierig. Neugierig auf einen First-Person-Shooter, der es mit Genre-Schwergewichtern wie Unreal 2 aufnehmen kann. Dem ist allerdings nicht so.

Chaser ist grafisch nur stellenweise sehr gut, einen Grossteil der Zeit wirken die Objekte detailarm, ebenso wie die ganze Level-Architektur lieblos wirkt. Auch bei Gegner-KI und Sound mag nicht so recht Freude aufkommen, beide hat man bei Konkurrenten schon deutlich besser gesehen.

Schade, denn an manchen Stellen macht Chaser wirklich Spaß, was vor allem der überaus gelungenen „Identitäts-Story“ und dem sympathischen Alter Ego John Chaser zu verdanken ist. Cauldron ist mit Chaser ein durchschnittlicher Shooter gelungen, der mir persönlich zwar besser als Will Rock oder Red Faction 2 gefällt, aber viel zu viel Potential verschenkt hat.

Chaser [PC , Justgamers]

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