Gesamtwertung72%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Österreich und die Slowakei mögen im Bereich der Computerspiele nicht all zu viel gemein haben, eines aber schon, den 3D-Ego-Shooter Chaser. Ob das von Cauldron, Slowakei, entwickelte und von JoWood, Österreich, veröffentlichte Spiel das Zeug hat, um mit Titeln wie Unreal 2 zu konkurrieren, erfahrt Ihr im folgenden Review.
Wer bin ich?
Anders als in vielen anderen Spielen macht sich der Spielcharakter John Chaser nicht auf die Suche nach einer Frau, einem Schatz oder der Freiheit; sondern versucht schlicht und einfach sein Leben zu retten. Ohne jegliche Erinnerung an seine Identität oder über seinen momentanen Aufenthaltsort, machen, seitdem er in einem Labor wieder aufwacht, allerlei üble Gestalten Jagd auf seinen Kopf. Er schafft es noch gerade so mit dem letzten Shuttle von einer Forschungsstation namens Majestic auf den blauen Planeten zu gelangen: Die Erde.
Doch auch da ergibt sich kein anderes Bild über ihn, viele Leute kennen ihn, fürchten ihn und jagen ihn. Ausgestattet mit seinen langsam wiederkehrenden militärischen Wissen wird John schnell für fremde Zwecke missbraucht, dessen Hintergründen er durch gelegentliche Flashbacks, also Momente, in denen er sich kurze Zeit an einige Bruchstücke seiner ansonsten im Dunkeln liegenden Vergangenheit erinnert, langsam auf die Spur kommt
Was mach ich?
Die ca. drei dutzend Level sind dabei nicht nur auf der Erde sondern auch, wie beispielsweise in Red Faction, auf dem Mars angesiedelt.
Gameplaytechnisch orientiert sich das slowakische Produkt hierbei weniger an Genre-Kollegen wie No One Lives Forever 2 als viel mehr an Spiele vom Schlage eines Unreal 2. Die Level werden meist von Ballerorgien diktiert, Rätsel rücken da eher in den Hintergrund oder bleiben auf dem Drücke diesen Schalter oder Finde diesen Schlüssel Niveau.
Die Level-Areale selbst sind Entwickler Cauldron zwar äußerst umfangreich und zum Teil sogar imposant gelungen, nerven aber oft mit langen Laufwegen und vielen Verirrungsgefahr-Passagen.
Die Level bestreitet ihr manchmal mit script-gesteuerten KI-Kameraden. Diese agieren unabhängig von euch, gaukeln jedoch nur vor aktiv am Spielgeschehen teilzunehmen, da quasi kein Gegner durch ihre Fremdweinwirkung ums Leben kommt.
Das von Matrix erschaffene und von Max Payne in die PC-Welt getragene Bullet-Time-Feature kommt auch in Chaser zum Einsatz, heißt hier aber Adrenalin-Mode.
Multiplayer Ein wenig mehr hätte es schon sein dürfen...
Der Multiplayer-Modus von Chaser bietet Euch insgesamt vier Spielmodi, wobei Deathmatch' Team-Deathmatch' und Capture the Flag weitgehend Standard sind und nur Schocktruppen wirklich Neues bringt. Bei Letzterem müsst Ihr zu mehreren im Team diverse Missionen erfüllen, was sich für kurze Zeit als spaßig rausstellt. Trotzdem mag auf den insgesamt neun Karten nicht so recht Langzeitmotivation aufkommen, was vor allem an dem etwas arg konventionell geratenen Waffenarsenal, u.a. Famas, Shotgun, Sniper-Gewehr, und den nicht unbedingt super abwechslungsreich gestalteten Maps liegt.
Chaser ist grafisch nur stellenweise sehr gut, einen Grossteil der Zeit wirken die Objekte detailarm, ebenso wie die ganze Level-Architektur lieblos wirkt. Auch bei Gegner-KI und Sound mag nicht so recht Freude aufkommen, beide hat man bei Konkurrenten schon deutlich besser gesehen.
Schade, denn an manchen Stellen macht Chaser wirklich Spaß, was vor allem der überaus gelungenen Identitäts-Story und dem sympathischen Alter Ego John Chaser zu verdanken ist. Cauldron ist mit Chaser ein durchschnittlicher Shooter gelungen, der mir persönlich zwar besser als Will Rock oder Red Faction 2 gefällt, aber viel zu viel Potential verschenkt hat.
Chaser im Test.
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