Gesamtwertung82%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Bürgermeister; Bauarbeiter; Firmenmogul. Straßenplaner, Finanzminister und oberster Wirtschaftschef: Wer möchte nicht mal den einen oder anderen Posten innehaben? Einige, um zu zeigen, dass in ihrer Stadt doch irgendwie alles besser laufen würde, als in der Realität. Andere, um sich satte Gewinne und ein gutes Honorar einzustreichen. Dieses Spielprinzip, welches vielen von euch noch aus den guten alten Sim City-Zeiten bekannt sein dürfte, wird nun von Monte Christo aufgegriffen und auf vielfältige Weise variiert. Bühne frei für eure eigene Stadt.
Ja wo buddeln wir denn?
Doch bevor ihr eure Lorbeeren ernten könnt, haben euch die Entwickler zunächst einmal mühevolle Arbeit vor eure Füße geworfen. Zunächst einmal heißt dies im Klartext, dass ihr aus einer von insgesamt fünf zur Verfügung stehenden Bauregionen auswählen müsst. Zur Auswahl stehen ein gemäßigt klimatisiertes Gebiet, die Tropenlandschaft, ein Bereich in Meeresnähe, der US-amerikanische Canyon, sowie ein Gebirgszug. Anschließend gilt es unter sechs Landschaften innerhalb der einzelnen Regionen auszuwählen. Um alle Karten spielen zu können, müsst ihr jedoch diverse Aufgaben innerhalb der Anfangsmissionen erfüllen. Bronze, Silber und Goldanforderungen sind die Aufteilungskriterien der Maps, die gleichzeitig den Schwierigkeitsgrad repräsentieren.
Nach Erwerb eurer ersten Parzelle, pflanzt ihr ein Gemeindehaus in die Wildnis, welche als Zentrum eurer Macht dient. Nach und nach dehnt ihr euer Einflussgebiet durch Erwerb neuen Landes aus. Wem das vorgegebene Material nicht reicht oder sich einfach als Garten- und Landschaftsplaner und Architekt beweisen will, der benutzt einfach den umfangreichen Editor, und bastelt sich seine Ländereien selber.
Bob der Baumeister
Wer die berühmte Serie kennt, der weiß, wie einfach Bauen sein kann. Und genau so einfach lässt sich auch eure Stadt zusammenstellen. Einfach aus einem Kontextmenu das entsprechende Gebäude eurer Wahl selektieren, platzieren und fertig. Je weiter ihr kommt, desto mehr Möglichkeiten stehen euch bautechnisch zur Verfügung. Wohnkomplexe errichtet ihr auf diese Weise dank Rahmenführung, in bester Stronghold 2 Manier, binnen weniger Minuten spielend leicht. Komfortabler kann es kaum gehen. Während es zu Zeiten eines Sim City ausschließlich Gitterstrukturen gab, kann der Straßenverlauf bei City Life wesentlich abgerundeter vonstatten gehen, sodass es auch mal die eine oder andere schwungvolle Kurve zu gestalten gibt. Wer dazu keine Lust oder Zeit hat, lässt sich vom Programm einfach automatisch das Straßennetz vorbauen. Nun geht es in die Tiefe. Um eure Stadt zu versorgen, müsst ihr Strom beschaffen, sei es auf traditionelle Weise oder ökologisch wertvoll, Arbeitsplätze zu errichten und eure Wirtschaft in Schwung zu bringen. Denn eins fehlt euch nahezu immer: Geld. Ganz wie im wahren Leben gewinnt nur derjenige, der besonders effektiv wirtschaften kann.
Sinn für das Grobe Sinn für das Feine
Wer nun als alt gedienter Sim City-Fan meint, er könne durch besonders gutes Wirtschaften die tollste Metropole aus dem Boden stampfen und müsste sich ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch oberflächlich um seine Einwohner kümmern, der hat die Rechnung ohne die Bevölkerung gemacht.
Denn hier geht City Life seinen eigenen, neuen Weg. Während bei Konkurrenzprodukten hier Schluss ist, startet Monte Christos Werk erst richtig durch. Denn die Stadtbewohner teilen sich in sechs unterschiedliche Schichten auf jede mit ihren eigenen Sorgen und Interessen. Auch untereinander verhalten sie sich nicht immer nur harmonisch. Die Arbeiter eurer Stadt vertragen sich gut mit den so genannten Schlipsträgern. Diese hingegen kommen mit den Tagelöhnern gar nicht aus. Arbeiter und Hippies verstehen sich genauso wenig wie Hippies mit Trendsettern. Und auch die Reichen rümpfen bei einigen Bevölkerungsschichten ordentlich ihre verwöhnten Nasen. Nur gut, dass ihr die Problematiken jederzeit abrufen könnt. Denn bevor ihr überhaupt eine neue Wohnsiedlung bauen könnt, zeigt euch der Planer an, welche Gruppen dort wohnen können und welche miteinander in relativem Frieden auskommen werden. Selbige Problematik müsst ihr auch bei Arbeitsplätzen beachten, was sich teilweise als recht schwierig gestaltet, zumal nicht in jedem Beruf Kundschaft und Angestellte ein und derselben Schicht angehören.
Selbiges gilt natürlich auch für die Kultur. Auch hier kann es zu Spannungen und Differenzen kommen, die von euch früh erkannt und am besten gleich vermieden werden sollten. Andernfalls muss die von euch hoffentlich rechtzeitig eingeplante Polizei des Öfteren ausrücken, um der eventuell eskalierenden Lage Herr zu werden.
Meineid, Lüge, Statistik!?
Damit ihr nicht mit euren Problemen allein da steht, gibt euch das Programm regelmäßiges Feedback mittels Icons über den Köpfen der Stadtbewohner. So wisst ihr exakt Bescheid, wo es einzugreifen gilt, und wo nicht.
Wem dies nicht genügt, der kann sich via Statistik einen Eindruck über seine Stadt verschaffen. Alternativ verrät euch auch ein kurzer Klick auf die verschiedenen Gebäude, was vor Ort geschieht.
Unsere Stadt soll schöner werden!
Als vor Jahren mit der Sim-Reihe begonnen wurde, waren die Computer klobig, leistungsschwach und einfach strukturiert. Dementsprechend dachte auch keiner ernsthaft über Kameraperspektiven, Zoomstufen und 3D Grafiken nach. Mit der Zeit verfeinerte sich jedoch die Technik, und auch die Grafik wurde immer moderner. Dann kamen mit Rollercoaster 3 und Theme Park World die ersten Simulationen, welche euch die Möglichkeit boten, mit den Augen eines Gastes durch euren eigenen Park zu wandern und auf Geräten mitzufahren. Diese Ideen greift auch City Life auf. Von der Satellitenansicht bis hin zur Ego-Perspektive bietet euch das Spiel jede denkbare Zoomstufe an. Für eine Simulation zaubert Monte Christo, die in der Vergangenheit zum Teil durch eher grafisch schwächere Titel von sich reden machten, durchaus ansprechende Kost auf den heimischen Bildschirm. Zwar wird mit Effekten ein wenig spärlich umgegangen, doch was euch da als Stadt präsentiert wird, wirkt weitgehend glaubwürdig und stimmig. Praktisch: Sowohl Wohngegenden, als auch Autos der einzelnen Bevölkerungsgruppen, lassen sich auch aus der Ferne gut voneinander unterscheiden, sodass ihr recht schnell einen Überblick über die jeweiligen Viertel und deren Bewohner bekommt. Einem chaotischen Gewusel wurde somit freundlicherweise vorgebeugt. Der Sound hält sich dezent im Hintergrund und wird lediglich in der Egoperspektive durch Stimmengewirr, Autolärm und andere Geräusche verstärkt.