CivCity Rom

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Take 2
Entwickler
Firefly Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
6
CivCity Rom [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

69%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

CivCity Rom

Keine Frage, Rom-Freunde haben es diesen Sommer wahrlich nicht leicht. Mit nur kurzem Abstand erscheinen gleich drei interessante Spiele des gleichen Genres und im gleichen Setting hintereinander. Erst Die Römer von CDV, als Nummer zwei geht nun das ambitionierte Gemeinschaftsprojekt von Firaxis und den Firefly Studios an den Start. Da kann doch im Grunde nichts schief gehen, wenn die Entwickler von Stronghold und Civilization zusammen an einem Strategiespiel arbeiten, wird sich so mancher denken. Doch nicht so voreilig, am besten, ihr lest erst unser Review.

Aus zwei mach’ eins

Das Grundspielprinzip von CivCity Rom ist schnell erklärt: Im Auftrag des römischen Imperiums ist es die Aufgabe des Spielers, eine florierende Siedlung zu errichten. Dabei darf man gleich zu Anfang entweder sofort die Hauptkampagne in Anspruch nehmen, die sich aus einer Reihe zusammenhängender Aufträge zusammensetzt, oder sich direkt an verschiedenen Einzelszenarios versuchen. Egal, für welche der beiden Möglichkeiten man sich entscheidet, Kenner der beiden bisher erschienenen Stronghold-Spiele werden sich hier sofort heimisch fühlen, CivCity Rom orientiert sich gameplaytechnisch nämlich sehr an den mittelalterlichen Burgbau-Simulationen. Nachdem das Stadtzentrum als erstes Gebäude errichtet wurde, kommen auch gleich die ersten Menschen in die Siedlung – und die werden auch gebraucht, schließlich baut sich eine ansehnliche antike Vorzeigestadt nicht von selbst. Bevor diese Siedler jedoch zur Arbeit schreiten können, müssen die ersten Betriebe errichtet werden, dabei sind mindestens eine Holzfällerhütte samt Steinbruch Pflicht. Sind die ersten Rohstoffe abgebaut, werden diese von den fleißigen Arbeitern auch sofort im kurz davor errichteten Lagerhaus deponiert.

Barmherzigen Stadthaltern sollte spätestens jetzt klar werden, dass man vom Holzlattenschleppen und Steinquaderausdemfeldhauen schnell hungrig wird. So empfiehlt es sich gleich zu Anfang des Spiels auch die ein oder andere Farm anzulegen, die fortan für Nahrungsnachschub sorgt.

Die benötigte Nahrung holen sich die Einwohner persönlich im Nahrungsmittellager ab. Anfangs haben die Bürger dabei niedrige Ansprüche was die Qualität und Vielfalt der Verpflegung angeht. Mit der Zeit entwickeln sich die Siedler mit ihrem Strohhütten, ähnlich wie in der Anno-Spielereihe, zu anspruchsvolleren Anwohnern mit breiter gefächerten Bedürfnissen. Dann kommt man als Stadthalter nicht mehr daran vorbei, neben Grundnahrungsmitteln wie Fleisch und Wasser auch für konstanten Nachschub an Luxuswaren wie Obst oder Wein zu sorgen.

Außer dem Bedürfnis nach hochwertigerem Essen wollen die Einwohner einer blühenden antiken Stadt auch unterhalten werden – dieser Forderung kann man am besten mit der Errichtung von speziellen Bauten, wie etwa einem Theater oder einer Kampfarena nachkommen, in denen die Einwohner ihre kulturellen Bedürfnisse befriedigen können. Ebenfalls gefordert werden Bildungseinrichtungen sowie Tempel für die religiösen Stadtbewohner.

So viele Bedürfnisse, die CivCity-Bürger sind anscheinend wirklich nicht leicht zu handhaben. Und wenn es irgendwann mal passiert, dass doch die ein oder andere Ware fehlt, kann es durchaus dazu kommen, dass sich die Einwohner nach und nach dazu entscheiden, die bis dato noch florierende Siedlung einfach zu verlassen – und das kann schon nach kurzer Zeit den wirtschaftlichen Niedergang bedeuten. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich auf die Zufriedenheit der Einwohner zu achten. Diese wird in einer Tabelle durch zehn verschiedene Kategorien dargestellt, darunter z.B. die Löhne oder Arbeitslosigkeit. Auf erstere kann man als eine von drei Kategorien noch aktiv Einfluss nehmen, alle anderen ändern sich mit der Zeit selbst, entweder im positiven oder negativen Sinne. Aus der Summe dieser zehn

Kategorien ergibt sich schlussendlich die allgemeine Zufriedenheit der Bevölkerung. Sinkt diese unter einen bestimmten Zahlenwert, hören die Bürger auf zu arbeiten und verlassen letztendlich die Stadt. Um das Wohlbefinden der Anwohner visuell zu veranschaulichen, wird neben jeder Kategorie ein farbiger Smiley eingeblendet.

Bewährtes Rezept

Schon allein anhand des Spieletitels und des auf der Verpackung prangenden Firaxis-Logos ist es unverkennbar, dass bei CivCity Rom sicherlich auch das ein oder andere, bereits aus der berühmten Civilization-Rundenstrategiespieleserie bekannte Feature in die Entwicklung eingeflossen ist. Die wohl markanteste Anleihe ist der umfangreiche Technologiebaum, der es dem Spieler ermöglicht, mehr als 70 verschiedene Forschungsaktivitäten zu betreiben, darunter befindet sich beispielsweise die Erhöhung der Produktivität einzelner Betriebe.

Andererseits kann man auch allgemeine Dinge wie z.B. die Religion erforschen, in Folge derer sich die Bürger fortan wohler fühlen werden. Für die Leseratten unter den Aufbaustrategiespielern hat Firaxis auch dafür gesorgt, dass eine umfangreiche Zivilopädie ins Spiel eingebaut wurde, in der Interessierte viele Informationen zum Lebensstil und dem alltäglichen Geschehen im römischen Reich nachlesen können.

Grafisch präsentiert sich CivCity Rom eher spartanisch. Blasse Texturen und karge Landschaften prägen das Gesamtbild der römischen Aufbausimulation. Einziges Highlight sind die gut gelungenen und stimmungsvollen Animationen der Stadtbewohner. Über die grafische Schlichtheit des Programms können sich höchstens Besitzer älterer Rechner ohne High-End-Hardware freuen, mit heruntergeschraubten Details läuft CivCity selbst auf einem 1,5 GHz Prozessor mit einer GeForce-Grafikkarte der vierten Generation flüssig, sieht dafür aber auch ein ganzes Stück hässlicher aus, als auf der vollen Detailstufe. Soundtechnisch gibt es hingegen so gut wie nichts zu meckern, alle Sprecher passen zum Spiel und in die Atmosphäre, dasselbe gilt auch für die Musikuntermalung. Ebenso schlicht und einfach wie die Grafik präsentieren sich noch die einzelnen Missionsbriefings – außer einem Standbild samt vorgelesenem Text sowie hin- und wieder einer Mini-Videosequenz im Fenster wird die Präsentation durch nichts unterstützt.

Positiv anzumerken ist der präzise regulierbare Schwierigkeitsgrad, der CivCity Rom auch für Genre-Einsteiger zu keinem harten Brocken macht – wer sich trotzdem erst in die Spielmechanik einführen lassen will, kann sich ganz zu Anfang des Spiels am ausführlichen Tutorial versuchen.

Fazit

Aus CivCity Rom hätte im Grunde ein ausgezeichnetes und sehr interessantes Aufbauspiel werden können. Eine ambitionierte Mischung aus zwei beliebten Strategiespiele-Serien, die alle eigenen positiven Aspekte ineinander vereinen und so die Herzen von RTS- und vor allem Aufbaufans erobern – das hätte passieren können, wenn sich Firaxis und Firefly mehr Mühe gegeben hätten. Am Ende ist dann leider nur ein Standardspiel herausgekommen, mit unzeitgemäßer Grafik, viel zu wenig Abwechslung, Design-Fehlern und einer langweiligen Präsentation. Das einzige, was CivCity zu Genüge bietet, ist Aufbauspaß und die Möglichkeit, seiner eigenen Siedlung stetig bei Wachsen und Weiterentwickeln zuzusehen. Wer ein Genrefan ist und wem die oben genannten Macken nicht zu viel ausmachen, kann CivCity Rom eine Chance geben, alle anderen greifen entweder zu Die Römer oder warten gleich auf Caesar IV.

CivCity Rom [PC , Justgamers]

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