Civilization 4: Beyond the Sword

Review
Plattform
PC
Vertrieb
2K Games
Entwickler
Firaxis
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
12
Civilization 4: Beyond the Sword [PC , looki.de]

Gesamtwertung

86%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Civilization 4: Beyond the Sword

Bereits im Juli 2006 hoffte Entwickler Firaxis zahlreichen Civilization IV-Fans mit der ersten Erweiterung „Warlords“ ein umfangreiches und gleichzeitig spielerisch hochwertiges Addon zu bieten. Dies gelang jedoch nur ansatzweise, weshalb sich die Spieleschmiede in der Pflicht sah, die enttäuschten Fans mit weiteren Zusatzinhalten zu versorgen. So erschien vor kurzer Zeit „Beyond The Sword“, welches uns bereits während dem Anspielen der Preview-Version in Sachen Umfang, Neuerungen und Innovationen schier vom Hocker riss. Doch wurden die Lorbeeren zu früh verschenkt, oder kann die mittlerweile zweite Erweiterung den positiven Eindruck ebenfalls im Review bestätigen? Wir verraten es euch.

Von Weltenbauern und Raumfahrern

Während in der „Warlords“-Erweiterung der Umfang an Szenarien, neuen Technologien und Völkern immer wieder als einer der Hauptkritikpunkte angegeben wurde, wartet„Beyond The Sword“ mit einer Fülle an Neuem auf. So zählen nun neben den Babyloniern, den Äthiopiern und den Sumerern unter anderem Portugal und Niederlande in den Kreis der insgesamt 10 frisch integrierten Nationen; dazu gesellen sich Lincoln, Boudica, De Gaulle, Pericles, Suleiman und Darius als neue Anführer. Erfreulicherweise sind auch sämtliche Völker und Staatsoberhäupter aus „Warlords“ enthalten, sodass man beim Starten eines neuen Szenarios aus einem Pool von über 30 Zivilisationen wählen kann. Des Weiteren runden einige neue Einheiten und Gebäude, sechs neue Technologien wie Laser oder Tarnung und weitere Weltwunder, bzw. Nationale Wunder das Gesamtpaket ab.

Fernab der spielerischen Erweiterung des Hauptprogramms arbeitete man bei Firaxis sehr eng mit der vorhandenen Modding-Community zusammen, sodass sich im Addon zahlreiche der erstellten Modifikationen der verschiedensten Arten finden lassen.

Als spielerisch wirklich herausragend lässt sich dabei AfterWorld, ein X-Com ähnliches Szenario ohne Städte, in welchem der taktische Kampf gegen Mutanten und Roboter im Vordergrund steht und Fall From Heaven: Age Of Ice, ein in einer Fantasiewelt angesiedelten Szenario, nennen. Besonders großen Umfang fanden wir auch in Final Frontier vor. In diesem Szenario gilt es den Weltraum zu erobern und zu besiedeln, wobei Ähnlichkeiten mit Klassikern wie Alpha Centauri und Master Of Orion zu erkennen sind. Selbstverständlich wurden dabei sämtliche Einheiten, Technologien und Gebäude auch auf die Modifikation zugeschnitten, sodass der Spieler den Eindruck gewinnen könnte, gar einen komplett neuen Titel und keinen Mod zu spielen.

Fernab von Gewalt

Während sich die erste Erweiterung ganz auf die Diplomatie mit der Waffe fixierte, liegt der Fokus bei „Beyond The Sword“ auf der friedvollen Konfliktlösung fernab der Gewalt. Dies lässt sich zum einen an der besseren KI der Gegner festmachen, die nun strategisch geschickter angreifen und verteidigen, zum anderen an einer der integrierten Neuerungen in Form der Konzerne. So ist es ab einem gewissen Grad nicht mehr entscheidend wie viel Ländereien der Spieler besitzt, sondern wie viel Macht und Einfluss der einzelne innehat. Genau an diesem Punkt kommen dann die sieben Konzerne wie beispielsweise die Mining Inc. ins Spiel, welche, sofern sie von einer wichtigen historischen Person gegründet werden, die Wirtschaft des eigenen Landes gehörig ankurbeln.

Zwar kosten diese auf eine bestimmte Ressource spezialisierten Unternehmen den Träger, nämlich die Stadt, einiges an Geld, jedoch werden durch die Niederlassung höhere Mengen an Ressourcen, Nahrung oder Kultur produziert. Durch Zweigniederlassungen können sich diese Konzerne dann ausbreiten und in Balance zu den hohen Kosten auch in anderen Städten die Produktion der oben genannten Güter erhöhen.

Die Tatsache, dass die Zweigstellen auch in fremden Städten erbaut werden können, bringt dann einen weiteren strategischen Aspekt ins Spiel. So können ganze gegnerische Metropolen zugrunde gerichtet werden, weil die hohen Kosten für das Unternehmen nicht mehr getragen werden können, oder Wirtschaftskreisläufe von Verbündeten verbessert werden, insofern diese über die nötigen finanziellen Möglichkeiten verfügen.

Neben den Unternehmen sind auch die Spione Teil des neuen gewaltlosen Konzepts in „Beyond The Sword“. Diese lassen sich taktisch geschickt einsetzen um beispielsweise gegnerische Gebäude, wie Stadtmauern oder Kasernen zu sabotieren. Weiterhin können so Gelder aus der Schatzkammer des Gegners entwendet, oder ein Aufruhr angezettelt werden. Dadurch kann die feindliche Stadt schon vor einem Angriff bearbeitet werden um dann leichter eindringen zu können. Wer die aktive Spionage, durch die auch ein Krieg ausgelöst werden kann, verschmäht, bedient sich der passiven Überwachung des Gegners; denn neben Forschungs- und Kulturpunkten, kann Geld nun auch in die Spionage gesteckt werden, wodurch der Spieler Einblicke in die derzeitige Forschungssituation, demographische Informationen, oder gar in die Stadtverwaltung des Feindes selbst bekommt. Bei weiteren Investitionen in diesen Bereich wird auch die Gegenspionage verhindert.

Grafisch vielseitig, soundtechnisch großartig

Die grafische Präsentation ist auch in der Erweiterung stimmig und für ein rundenbasierendes Strategiespiel zweckmäßig und ausreichend. Die Animationen der einzelnen Einheiten sind ebenso gelungen wie die Landschaften, erbaute Wunder werden auch weiterhin von einer schicken Sequenz begleitet und auch die Veränderung von Städten mit der Zeit ist stimmig dargestellt. Leider werden die frisch integrierten Naturkatastrophen nur als Text eingeblendet, sodass ein Tsunami über Berlin oder ein Orkan über Rom für den Spieler nicht ersichtlich ist. Nicht selten bemerkt man erst gar nicht, dass sich eine Naturkatastrophe ereignet hat, was durch eine grafische Animation sicherlich hätte umgangen werden können.

Die eigentliche Vielseitigkeit der grafischen Engine wird dem Spieler erst in den Modifikationen deutlich. Von futuristisch bis fantasievoll, von kunterbunt bis trist, von hell und freundlich bis dunkel und gruselig finden sich hier alle Arten von Texturen, allerhand grafische Effekte und Animationen sowie detaillierte Einheiten wieder, die in einem statischen Civilization IV nicht denkbar gewesen wären.

Hier ist vor allen Dingen den künstlerischen Fähigkeiten der Community ein Lob auszusprechen. Soundtechnisch bewegt sich das Addon, wie auch das Hauptprogramm auf hohem Niveau. Die Hintergrundmusik stört zu keiner Weise und ist gut gewählt. Besonders überzeugen kann jedoch die Stimme von Thomas Fritsch, welche bei einer neuentdeckten Technologie zu hören ist.

Fazit

Die Entwickler haben klar Wort gehalten: „Beyond The Sword“ ist wohl das mitunter umfangreichste Addon, das es je für einen Strategietitel gegeben hat. Angefangen bei den Gameplayänderungen am Hauptprogramm, den übernommenen Änderungen aus Warlords bis hin zu den Modifikationen aus den Reihen der Community wirkt das gesamte Paket stimmig und fügt sich nahtlos in das Civ IV - Universum ein. Dennoch bleibt bei allem Lob zu sagen, dass die Komplexität des Spiels durch die Erweiterung noch weiter zugenommen hat, wodurch Einsteiger praktisch völlig überfordert sind; diese Spieler sollten sich dann eher zuerst an die Modifikationen wagen.

Civilization 4: Beyond the Sword [PC , looki.de]

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