Gesamtwertung75%/10 |
GrafikMangelhaft SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Combat Mission: Beyond Overlord versetzt dich direkt in die Strategie des 2. Weltkriegs. Während eine Gruppe Infanteristen versucht ein Haus zu besetzen rollen erneut Panzer über die Brücke um die restlichen deutschen Truppen zu verstärken. Genau solche Situationen muss man im neuen Strategie Spiel von CDV bewältigen.
Das von deutschen Amateurentwicklern programmierte Spiel zeigt schöne neue Innovationen. Truppen ergeben sich wenn sie merken das es keinen Ausweg mehr gibt und wenn 2 Parteien in einem Haus aufeinander treffen hört man wie die Fäuste fliegen. In solchen Fällen entscheidet meistens die Moral der einzelnen Soldaten über Sieg oder Niederlage. Wenn man nicht von Anfang an die richtige Taktik hat ist es gegen Ende schwer das Blatt zu wenden. Dadurch wird sofort klar das Combat Mission nur was für echte Strategie-Profis ist.
Zuerst befehligt man seinen Truppen, welches Ziel sie einnehmen sollen oder wohin sie gehen sollen und in der Aktionsphase kann man dann mit einer tollen Geräuschkulisse sehen, wie sich die Entscheidungen auf die Mission auswirken. In dieser Phase sieht man detailgenau wie die Panzer den Gegner unter Beschuss nehmen oder wie der Soldat am MG ein Haus unter Beschuss nimmt. Ist die nötige Reichweite erreicht, werfen die Soldaten Handgranaten auf ihr gegenüber. Die Balance zwischen den verschiedenen Parteien ist sehr ausgeglichen und die KI handelt stets korrekt.
Auch auf Realismus haben die Entwickler geachtet. Nicht nur, dass die Missionen alle geschichtlich korrekt sind, auch die Waffen haben ein realistisches Schadensmodell. So kann es passieren das eine Panzergranate an einem anderen Panzer abprallen kann. Deshalb ist die Position eines Angriffes stark entscheidend. Ähnlich wie bei Stronghold haben Einheiten auf einem Berg eine viel größere Chance die Schlacht zu gewinnen. Leider ist es nicht möglich die Einheiten vor einer Schlacht auszuwählen. Man muss sich strikt an die Missionsvorgabe halten. Im Ganzen fehlt dem Spiel besonders die Interaktion. Man kann viel zu wenig selbst gestalten. Nur die Bewegungen der Truppen in verschiedenen Ausführungen und einige Spezialkommandos wie z.B. Rückzug oder Verstecken ist steuerbar.
Dafür ist dies aber bei fast über 200 Einheitentypen möglich. Zu dem kommen noch die verschiedenen Wetterlagen. Von Schnee bis Sonne und Tag und Nacht ist alles enthalten. Wobei dies auch wieder bei jeder Mission festgelegt ist und man selbst nicht entscheiden kann, ob man lieber in der Nacht angreifen will.
Schade nur, dass es keine richtige Kampagne gibt sondern nur Einzelmission, die von Anfang an frei wählbar sind. Diejenigen, denen die fast 30 mitgelieferten Missionen nicht ausreichen, können eine computergenerierte Mission spielen. Dies wird aber kaum der Fall sein. Der Schwierigkeitsgrad der Missionen ist sehr hoch und nur mit klarem Kopf, geschicktem Vorgehen, sowie umfangreicher Planung kommt man weiter.
Ein weiteres Minus ist die stark veraltete Grafik. Die Animationen sind nicht schön anzusehen und die Landschaft sehr kahl. Statt einem dichten Wald stehen meistens nur vereinzelte Bäume herum. Häuser bestehen zum größten Teil aus Vierecken mit aufgesetztem Dach. Eine Innenansicht aller Gebäude fehlt obwohl man mit der Kamera totale Bewegungsfreiheit hat.
Trotz der starken grafischen Defizite, bringt die 3D-Engine die Atmosphäre des 2. Weltkriegs sehr gut rüber. So kann man so nah es nur geht an die Einheiten ranzoomen und zusehen, wie das feindliche MG Feuer knapp an den Köpfen vorbeisaust. Dies wird nur noch von der wahnsinnig realistischen und realen Geräuschkulisse übertroffen.
Combat Mission: Beyond Overlord im Test.
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