Gesamtwertung84%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
»Unsere Wurzeln liegen klar und deutlich in der Commandos-Reihe«, meinen die wackeren Jungs der Pyro-Studios, denen mit Praetorians der Abstecher in die Echtzeit-Strategie nicht so ganz gelang.
Und zurückgekehrt sind sie: Mit Commandos 3: Destination Berlin versuchen sie, an die alten Tage anzuknüpfen doch ob ihnen das gelingt, erfahrt ihr in unserem Review.
Von ehemals 9 mutigen Commandos sind nur noch 6 übrig geblieben: der Green Beret, der Spion, der Taucher, der Dieb, der Pionier und last but not least der Scharfschütze. Wo andere Entwickler die Karten vergrößern, um so die Spieldauer und die Handlungsfreiheit zu erhöhen, denkt Pyro ganz anders. Die Karten sind teilweise um die Hälfte geschrumpft. Feindliche Soldaten stehen enger bei einander, man muss auf kleinstem Raum agieren. Klein und fein ist auch die Spieldauer: Von ehemals 60 Stunden benötigt man jetzt nur noch knapp 25 Stunden, um das Game durchzuspielen.
Fans, die auch schon die beiden Vorgänger von Commandos 3 gespielt haben, werden sich umgewöhnen müssen. Denn vom altbewährten Spielprinzip das Katz- und Mausspiel mit den Gegnern, das Beobachten der Feinde, versuchen, einen Schwachpunkt zu finden - ist nicht mehr viel geblieben, in ca. der Hälfte aller Missionen kann man so noch vorgehen. Pyro setzt auf Neues: Action steht im Vordergrund. Handlungen müssen jetzt nicht mehr weitgehend überlegt werden, durch einfaches Umlegen der feindlich Gesinnten kann man auch sein Ziel erreichen. Actionreicher wird das Game auch durch die im Vorgänger nie denkbaren - Zeit-Limits, schnelles Handeln ist gefragt, stundenlanges Überlegen, wie man denn nun zum Ziel kommen kann ist dagegen tödlich.
Ähnlich sind hingegen die Einsatzgebiete im Vergleich zum Vorgänger Commandos 2. Am Anfang kann man zwischen Mitteleuropa, Stalingrad und der Normandie wählen. Alle Missionen wurden durch eine Story nahtlos zusammengefügt, mehr Abwechslung wurde in das Spielgeschehen gebracht.
So muss man z.B. in einer der Missionen einen ganzen Zug infiltrieren, in einer anderen mehrere Panzer zerstören. Der extrem hohe Schwierigkeitsgrad, der diesmal noch nicht mal einstellbar ist, ist hingegen geblieben und die Steuerung mit ihren unzähligen Tastenkürzeln hilft da auch nicht mehr weiter.
Diese Gebiete sind liebevoll in Szene gesetzt: Von Regengüssen über Schneestürme bis hin zu Bombenhagel haben die Entwickler nichts ausgelassen.
Die 2D-Außengrafik lässt ein echtes Feeling aufkommen, detailliert wie noch nie setzt Pyro die Schauplätze in Szene, die Musik trägt ihr übriges dazu bei. Die Rendersequenzen sind eine Wohltat für das Auge, zwischenzeitlich verspürt man sogar richtige Kinoatmosphäre.Dies vergeht einem jedoch schnell beim Betreten von Innenräumen. Diese sind anders als der in 90° Schritten verstellbare 2D-Außenmodus in 3D gehalten. Verschwommene Grafiken wohin das Auge sieht, spartanische Inneneinrichtungen und die eckigen Köpfe der Commandos sind nicht schön anzusehen, einzig und alleine die in 3D-Räumen frei drehbare Kamera ist ein Pluspunkt.
Für den Multiplayer haben die Macher sich etwas Neues ausgedacht. Wo früher nur Kooperativ-Einsätze möglich waren, gibt es jetzt auch Deathmatch und Capture the Flag.
Beim Deathmatch muss man seine Feinde mit einer gewissen Anzahl von Leuten versuchen zu töten, die Capture the FlagVariante spielt sich genauso wie aus Ego-Shootern bekannt.
Zwischen 3 Gruppen kann man wählen: Deutsche, Commando und Alliierte. Je nachdem, welche Gruppe man wählt, stehen unterschiedliche Spezialeinheiten zur Verfügung. Durch ein Credit-Konto wird die Anzahl auf bestimmte Leute begrenzt. Zum Beispiel ist der Fallschirmspringer der Alliierten 2 Credits wert, dafür kann er aber auch an jeder beliebigen Stelle im Spiel eingesetzt werden.
Alles in allem ist das veränderte Spielprinzip zu Anfang gewöhnungsbedürftig, danach kann man sich aber auf ein paar schöne Stunden vor dem Computer freuen.
Noch ein kleiner Tipp: Legt euch am besten gleich die auf 7500 Stück begrenzte Limited Edition zu, die zusätzlich zu andern kleinen Gimmicks den Spielfilm-Epos Wir waren Helden mit Mel Gibson enthält.
Commandos 3: Destination Berlin im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Pyro Studios?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.