Gesamtwertung76%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Oh jemine! Schon wieder ein Spiel, das gleichzeitig mit einem Film veröffentlicht wird? Wir hatten hier gewiss schon genug schlimme Vertreter der Sparte Lizenzmüll. Ob Constantine sich auch im Fahrwasser solcher wirklich schlechten Spiele befindet oder doch überrascht, erfahrt Ihr in unserem Review.
Knocking on Heavens Door...
Er ist durch die Hölle gegangen und das ist keine Metapher! John Constantine ist Detektiv in Los Angeles, allerdings für die ganz speziellen Fälle. Denn Constantine weiß, dass es parallel zu unserer Realität auch noch eine von Dämonen bevölkerte Höllendimension gibt und dass sich die Welten bisweilen überschneiden, ohne dass die Menschheit etwas davon ahnt. Der vom Himmel Verstoßene hat darum Luzifer mitsamt seinen unzähligen Kreaturen den Kampf angesagt, um so vielleicht doch eines Tages in den Himmel aufgenommen zu werden.
Das Gameplay von Constantine erweist sich mitunter ähnlich simpel wie das eines 08/15-Ego-Shooters. Soll heißen, die meisten Aufträge lauten: Gehe von A nach B, sammle Gegenstände C und D ein, und schon hast du es geschafft.
Nur selten kommen unserem lieben John störende Rätsel in die Quere. Wenn sie doch mal auftauchen, sind sie so leicht, dass, dass sie ein Hilfsschüler mit einem IQ von 70 lösen könnte. Meist sind dies irgendwelche Schalterrätsel, die man schon beim zweiten Versuch knacken kann. Hier wäre durchaus Raum für schwierigere Aufgaben gewesen, um den Spieler etwas zu fordern.
Cool ist hingegen die Möglichkeit, an bestimmten Stellen der Levels von unserer Welt in die Hölle zu reisen, obwohl Möglichkeit etwas übertrieben klingt, da diese Wechsel nötig sind, um überhaupt weiterzukommen. Dies geschieht mit einem durch eine Tastenkombination eingeleiteten Zauberspruch. Danach fährt die Kamera ganz langsam auf Johns Augen, zoomt dann wieder weg und Schwups, befindet man sich in der Hölle.
Doktor Igor und seine Kinder...
Die nicht nur in der Hölle angreifenden Monster könnten wirklich aus dem nächstbesten Gruselkabinett stammen:
Da sind zum Beispiel zombieähnliche Wirtskörper, denen man wirklich so lange auf den Leib rücken muss, bis sich aus ihnen der verantwortliche Parasit herausschält. Erinnerungswürdig sind auch die zusammengewachsenen Bastados: diese sind das Ergebnis zweier auf furchtbare Art ums Leben gekommene Menschen, die in einem Körper gefangen sind. Weiterhin bekommt man es mit verbrannten Aasfressern, Ratten, Dämonen und klingenschwingenden Spähern zu tun.
Doch wir wären hier natürlich nicht in einem Action-Shooter, wenn wir nicht auf schlagkräftige Waffen zurückgreifen könnten. So haben wir unter anderem einen Kreuziger, also eine Pfählkanone, eine Art Schrotflinte, doppelte Pistolen und einen Flammenwerfer. Mit denen bringt man die Viecher relativ leicht in die nächste Hölle.
Als etwas bieder und störrisch erweist sich die Steuerung. Stellenweise kommt es dem Spieler so vor, als ob Constantine eine statische Figur mit nur vier Blickrichtungen ist. Bis man mit dem guten John einigermaßen locker durch die Levels stolzieren kann, braucht es eine gewisse Zeit. Das kommt unter anderem durch die etwas träge Justierung der Maussensitivität, die sich zwar verstellen lässt, jedoch einiges an Feintuning benötigt.
Grafisch wird die tolle Atmosphäre von Constantine ohne Zweifel sehr gut rübergebracht. Das Design der Kreaturen und der einzelnen Charaktere ist den Entwicklern gelungen. Hier wurde Liebe zum Detail bewiesen. Allerdings wirken die Animationen der Figuren des Öfteren etwas abgehackt und unrealistisch. Jedoch machen die hübschen Levels solche Fauxpas wieder wett: hier haben sich die Entwickler wirklich reingehängt. Vor allem die Höllenlevels sehen einfach toll aus. Überall lodern Flammen, ausgebrannte Wagen werden umhergeschleudert und Schatten ankommender Monster zeichnen sich aus dem Dunkel ab.
Etwas ärgern wird man sich beim Sound, denn die Entwickler haben es leider nicht geschafft, die Originalsprecher des Films zu engagieren. Vor allem bei Constantine vermisst man oft die coole Stimme des deutschen Keanu Reeves, die bei der Celluloidversion mitunter für ein breites Grinsen sorgen kann. Im Spiel kommen Sprüche wie Ich bin Constantine. John Constantine, Arschloch! einfach überhaupt nicht rüber und wirken an manchen Stellen einfach deplaziert bzw. aufgesetzt. Der akustische Rest bietet letztendlich genauso viel Unspektakuläres wie die Synchronisation. Die Effekte der Waffen und die Auswahl der Musikstücke ist in Ordnung, haut einen jedoch nicht vom Hocker.
Constantine im Test.
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