Gesamtwertung60%/10 |
GrafikAusreichend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Detektivnasen aufgepasst: CSI geht auf PC und Xbox 360 in eine neue Runde! Für den Serienfan heisst das neben coolen Gadgets auch spannende Fälle sowie stylisch in Szene gesetzte Ermittlungen. Für den Spieler heisst es aber viel zu leichte Fälle, gerade einmal fünf Geschichten und eine mehr als überflüssige Hilfeoption. Warum Eindeutige Beweise nicht mit dem Standard der TV-Serie mithalten kann, erfahrt Ihr im Review!
Immer easy bleiben!
Ohne große Umschweife geht es auch schon in den ersten von insgesamt fünf Fällen. Ein Taxifahrer wurde bei lebendigem Leibe in seinem Auto verbrannt, das richtige Gespür verrät bereits früh: Das kann kein Unfall gewesen sein! Die Abfolge der nun anstehenden Ermittlungsarbeiten ist leider in allen anderen Fällen im Großen und Ganzen dieselbe. Das heisst, wir untersuchen den Tatort, werten Proben aller Art aus und sprechen natürlich auch mit Verdächtigen, sprich allen, die auch nur im Entferntesten mit dem Opfer in Verbindung standen. Das klingt im ersten Moment wahnsinnig komplex und umständlich, ist aber um Einiges simpler, als man denkt. Gefundene Gegenstände sollte man so zum Beispiel direkt im Itembrowser untersuchen, denn nicht selten lassen sich verwertbare und klar erkennbare Fingerabdruckspuren oder sonstige Überreste finden, diese werden dann mithilfe eines vorgegebenen Gadget-Koffers gesammelt. Untersucht werden Proben jeglicher Art im immer verfügbaren CSI-Labor.
Neben einem leistungsfähigen Mikroskop und einem Basteltisch für Demontagen oder zerbrochene Objekte stehen dem Ermittler auch noch ein DNA-Computer sowie ein Analysegerät zur Bestimmung chemischer Stoffe oder Rückstände zur Verfügung.
Die meisten Funktionen bietet jedoch der Hauptcomputer, an welchem Ihr Fingerabdrücke, Film- und Audioaufnahmen oder sogar Reifen- und Schuhspuren ermitteln könnt. Das tragende Element der Ermittlungen läuft auf das Vergleichen von Spuren hinaus. Am Einfachsten lässt sich dieses Prinzip am dritten Fall erklären. Hier wurde ein schlafender Mann mittels eines Schürhakens ermordet.
Eine Untersuchung des Blutes, dass sich an der Wand befindet und dem an der Leiche lässt so schließlich darauf schliessen, dass eben jenes Blut auch wirklich vom Opfer und nicht von Dritten stammt. Dumm: Oft lassen sich gemeinsame Blutspuren schon vor dem Druck auf den Vergleichen-Button erkennen.
Ein wenig mehr geforderte Eigenarbeit wäre nicht schlecht gewesen. Aber so verhält es sich leider Gottes im gesamten Spiel und man wird den Eindruck nicht los, dass man selbst als Spieler durch die Fälle wie ein Kleinkind von seiner Mutter an der Hand geführt wird. Hat man einen signifikanten Beweis erbracht, wird das Denken Euren begleitenden Co-Ermittler überlassen.
Man selbst liest lediglich mit und hat im Grunde nicht wirklich viel gemacht. Die Spitze des Eisberges ist aber die wohl gut gemeinte, aber letztendlich völlig daneben geratenene Komplettlösung, die das Game quasi von Haus aus mitbringt. Euer Partner ist nämlich während Eurer Ermittlungen die ganze Zeit bei Euch. Kommt Ihr einmal nicht weiter, genügt ein Klick auf ihn und er steht Euch mit fallentscheidenden Tipps zur Seite.
Der Kerl, der zuviel wusste...
Das birgt sowohl ein Logikproblem als auch ein gravierendes Manko in sich. Zur Logik: Wenn dieser Typ alles weiss, warum ermitteln wir dann eigentlich? Er könnte genauso gut im Alleingang den Fall lösen. Warum Manko? CSI: Eindeutige Beweise ist schon leicht genug, eine integrierte Komplettlösung ist deswegen ohnehin überflüssig. Wenn man bisher auch nur ganz wenig mit dem Genre der Adventures zu tun hatte und schon mit Vertretern wie Geheimakte: Tunguska oder Baphomets Fluch nicht allzu lange beschäftigt war, entlockt Eindeutige Beweise dem Gehirn nur ein lautes Gähnen.
Zumal man keine der ohnehin schon nicht sonderlich vielen Lokalitäten pixelgenau absuchen muss. Die meisten Spuren lassen sich ohne Schwierigkeiten erkennen und vor allem auch auswerten.
Ein zusätzliches Check-System sorgt zudem dafür, dass man sofort erkennt, welche Gegenstände und Orte man für die weiteren Ermittlungen noch braucht bzw. nicht mehr untersuchen muss. Mag es komfortabel wie nur irgend möglich sein, in Anbetracht der Umstände, dass das Spiel aber schon leicht genug ist, hat es eher den gegenteiligen Effekt. Habt Ihr genügend Beweise zusammen, geht es zum Chef, der Euch nacheinander Durchsuchungs- und Vorladungsbefehl, letztendlich aber auch den rechtmäßigen Haftbefehl aushändigt. Wo CSI: Eindeutige Beweise richtig punkten kann, sind die serientypischen Sequenzen, in denen Euch der mögliche Tathergang vor Augen geführt wird. Dies geht von gerenderten Ingame-Szenen bis zu aus der TV-Serie bekannten CGI-Filmchen, die die ganze Sache recht spannend wirken lassen.
Der einzige Unterschied zwischen PC- und Xbox 360-Version ergibt sich übrigens in der Steuerung: Während man wie Gegenstände und Umgebungen am Rechner mit der Maus absucht, tut man dies auf der Konsole mit den Analog Sticks. Klar, dass sich Ermittlungen per Nager wesentlich besser steuern lassen. Das Absuchen der Locations kann sich auf Microsofts Konsole nämlich als recht mühselig erweisen. Optisch gibt sich das Spiel eher bescheiden: Das Design der Charaktere wäre auch ohne Probleme vor einigen Jahren möglich gewesen, die Locations wirken stimmig, aber dennoch detailarm.
Immerhin dauern die Ladezeiten echt nicht die Welt und das Programm läuft auch auf älteren Rechnern durchweg flüssig. Anders als auf der Verpackung vermerkt wurde, ist CSI: Eindeutige Beweise leider nicht komplett in deutsch. Die Sprachausgabe bleibt weiterhin englisch, nur die Texteinblendungen wurden übersetzt.