Gesamtwertung84%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Es war einmal vor langer langer Zeit in einem moment mal, das ist ja garnicht Han Solo, das ist nicht Endor und das da ist ganz sicher nicht der Millenium Falke. Cut! Falsches Universum! In Ascarons Interstellarem Weltraumabenteuer geht es sauberer zur Sache. Stereotyper Hochglanzheld, geklonte Hochglanzraumstationen und ein herausgeputztes Überschiff namens Darkstar One ergeben sich zu einem bunten, etwas zu sterilen, jedoch ausgesprochen hübschen Weltraumhaufen.
In der Handelsstation im Vidal-System sagten sie, es wäre leicht verdientes Geld. Flieg zum Nachbarsystem, erledige im dortigen Asteroidenfeld einen mittelmäßigen Piraten eventuell ein bis zwei Bodyguards und kehre als Held mit über 12.000 Credits zurück. Natürlich hat die Darkstar One, mein Schiff, vorher noch ein paar Generalüberholungen erfahren, neuer Schild, neuer Laser und die Swarm-Raketen aufgestockt. Es konnte nichts mehr schief gehen. Abflug. Hypersprung. Blitzgewitter. Aus der vermeindlichen Routinemission wurde ein Hinterhalt. Es gilt zu handeln. Volle Energie auf die Schilde, Raketen bestücken. Es sind zu viele. Wir schalten den Plasmawerfer ein und beharken die stärksten Gegner zuerst. Ja! Nun sind die Piraten erst recht aufgestachelt. Wir haben ihre Anführer in die ewigen Kopfgeldjagdgründe geschossen. Doch sind die Führerlosen Gauner nun auch kein großes Problem mehr. Jeder bekommt eine Rakete zum Frühstück - ohne Schild sind sie keine Gegner für unsere Level 3 Laser. Doch auch unsere Schilde sind hinüber. Die Darkstar One ist nahezu zerstört. Noch einen Angriff überlebt sie nicht. Nachdem auch der Letzte uns ein Wiedersehen in der Hölle versprach, hieß es unmittelbar zur nächsten Raumstation zu fliegen, den Ruhm eines Helden zu genießen und von den Vorteilen eines kostenlosen Reparaturservice zu profitieren.
The Serious One Darkstar Sam
Darkstar One erntete bereits kurz nach der Ankündigung reichlich Vorschusslorbeeren. Immer wieder wurde es als inoffizieller Nachfolger eines Freelancer gehandelt. Mehr Story. Mehr Handel. Mehr Forschung. Fehlanzeige. In Ascarons hochgelobtem Abenteuer im Weltenraum geht es vorrangig darum, seine Meinungsverschiedenheiten mit hochkomplexen Waffensysten beizulegen kurz: Es geht ums Ballern. Und es wird viel geballert. Es wird gut geballert. Kayron Jarvis, der Held des Spiels erbt ein ungewöhnliches Schiff, die Darkstar One, dabei erfährt er von einem alten Freund seines Vaters wie eben dieser das Zeitliche gesegnet hat. Es war heimtückischer Mord und diesen gilt es nun aufzuklären. Kayron macht sich auf die Suche nach dem Mörder und trifft unterwegs auf allerhand Gestalten, die ihm leider nicht immer freundlich gesinnt sind.
Schlosser? Nö. Redakteur? Nö. Kopfgeldjäger? Jau!
Um es eben diesen Leuten schwerer, oder besser unmöglich zu machen, Kayron von seinen Vorhaben abzubringen, muss er sein geliebtes Schiff stetig verbessern. In fast jedem Sternensystem gibt es eine Handelsstation und in jeder Handelsstation befindet sich eine Werft. Hier gibt es bessere Laser, Geschütztürme, Raketen, nettes Equipment, eben alles was ein erfolgreicher Geschäftsmann im Weltraumzeitalter braucht. Doch wird auch Kayron nur selten was geschenkt zum Glück gibt es immer und überall Aufträge zu erfüllen. Die lohnenswertesten, jedoch auch gefährlichsten sind die Kopfgeldjägermissionen in denen auch gleich das neu erworbene Spielzeug ausprobiert werden kann. Etwas zeitaufwendiger und weniger profitabel sind Eskort- und Handelsmissionen und das beseitigen von Weltraumschrott, wie ausgediente Satelliten. Sehr Interessante Besonderheit ist das Rollenspielähnliche Plasmasystem der Darkstar One. Durch gesammelte Artefakte, die Kayron in Asteroiden findet oder durch spezielle Aufträge erhält, lassen sich der Plasmawerfer des Schiffes verbessern und neue Fähigkeiten des Schiffes frei schalten. So verstärkt man in den ersten Ausbaustufen die Feuerkraft der Laserwaffen, in späteren haben wir die Möglichkeit interessante Features wie den Timeshock, der gegnerische Schiffe kurzzeitig einfriert oder den Plasmaschild, der uns zeitweilig unverwundbar macht frei zu schalten. Außerdem kann in jeder Ausbaustufe eine Sektion des Schiffes verbessert werden. Durch den Ausbau des Rumpfes erhalten wir zusätzlichen Platz für Geschütztürme. Die Verbesserung der Flügel bringt uns zusätzliche Plätze für die Hauptbewaffnung ein und durch das Upgrade der Triebwerksektion erhöht sich die Gesamtleistung des Schiffes.
Actionreich im Action-Reich
Das Darkstar One-Universum steckt voller Gefahren. Die größte Gefahr geht von Piraten oder feindlichen Kopfgeldjägern aus. Sehr bemerkenswert ist, dass sich jeder Vertreter des sechs unterschiedlichen Rassen im Kampf anders verhält.
Beispielsweise erkennt man die mysteriösen Thul wegen ihres Tarnschildes oft nur durch ihren Energieschweif, die Raptoren versuchen Verfolger mit Minen aus dem Weg zu räumen, die Arrack nutzen eine bestimmte Hypersprungtaktik. Um den Listen der Feinde entgegenzuwirken, braucht der Spieler schnelle Reflexe und vor allem eine wirksame Taktik. Die Steuerung geht sehr intuitiv von der Hand. Die nicht nur aus Freelancer bekannte Steuerung mit Maus und Tastatur passt hier einfach perfekt und gibt dem Spieler das Gefühl von absoluter Kontrolle. Alle Sonderfunktionen, wie die Navigationskarte oder das Kommunikationsmenu können sowohl über Shortcuts als auch über die sehr gelungene Menusteuerung über die Maus erreicht werden.
Drückt der Spieler die Leertaste kann er die entsprechenden Symbole im Schiffs-HUD einfach anklicken. Besonders wertvoll ist diese Art der Bedienung in der detaillierten Targetliste, in der man alle Ziele in der Umgebung ganz einfach auswählen kann, ohne sie groß suchen zu müssen. Der Zielcomputer erledigt den Rest. An wichtigen Stellen sichert das Programm den Spielstand automatisch, mit der freien Speicherfunktion kann der zudem Spieler immer und überall abspeichern.
Weniger Handel für mehr Handlung?
Spieler, die es gerne einmal etwas ruhiger angehen lassen wollen, können sich ihre Credits auch mit dem interstellaren Handel verdienen. Das Handelssystem ist leider nicht so ausgeprägt wie man es sich wünschen könnte und das Leben als Händler weitaus mühseliger weniger ertragreich, als das eines Kopfgeldjägers. So kutschiert man seine Ware von einem System in das Andere, was, je nach Handelssituation durchaus lange dauern kann und verkauft seine Waren in den Handelsstationen.
Ähnlich schlecht gelöst sind die nervigen Zwischenmissionen. Durch einen hohen Schwierigkeitsgrad, knifflige Flugmanöver und Zeitbegrenzungen zerren sie den Spieler aus dem sonst so stimmigen Weltraumszenario heraus. Diese Missionen müssen nicht sein und trüben ein wenig das Gesamtbild. Auch schade ist das wenig spektakuläre und abrupte Ende der Story. Das wirkt ziemlich unbefriedigend und ist einfach zu schnell erreicht.
Farbig, stimmig, ein wenig zu sauber
Von der grafischen Seite wirkt Darkstar One sehr ausgefeilt. Das bunte Weltraumspektakel ist sehr stimmig und macht einen opulenten Eindruck. Das Weltraum strotzt vor wunderschönen Effekten bei dem kein Auge trocken bleibt. Einzig schade ist die Tatsache, dass die Raumstationen immer wieder gleich aussehen und wir ebenso immer von derselben Dame begrüßt werden, wenn wir um Landeerlaubnis bitten. Nur wenn wir bei anderen Völkern landen, verändert sich die Bauweise etwas. Die Sonnensysteme sind ebenfalls stets gleich aufgebaut. Man kann davon ausgehen, dass man in jedem Sektor eine Handelsstation, eine Forschungsstation, eine Minenkolonie und jede Menge kleiner Raumschiffe vorfindet.
Die akustische Seite überzeugt fast komplett. Satte Sounds mit tiefen Bässen ergeben sich zusammen mit den Orchestralen Klängen der Hintergrundthematik zu einem nahezu perfekten Klangerlebnis. Hier und da zerreißt ein Funkspruch eines ankommenden Frachters oder einer Polizeieskorte die ewige Stille im Universum, was durchaus zur Stimmung beiträgt.Die Stimmen von Kayron und Eona wurden von den deutschen Profisprechern von Christian Slater und Kate Winslet eingesprochen und tragen einen großen Teil zur guten Atmosphäre bei. Auch die Nebenrollen können überzeugen, sind aber weit von der Klasse der Hauptcharaktere entfernt.
Und trotzdem: Diese Mankos trüben den Gesamteindruck nur minimal. Insgesamt ist Darkstar One ein wirklich geniales Abenteuer mit einer interessanten Story, nahezu perfekter Steuerung, sehnervschmeichelnder Grafik und tollem Sound. Hier noch ein Auftrag, da noch ein Artefakt. Die über 300 Sonnensysteme laden zum Erkunden ein. Das Konzept geht auf und es bleibt nur zu hoffen, dass wir bald mehr davon zu sehen bekommen. Darkstar One 2 - ich warte!