Gesamtwertung39%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungGut |
Ein Anruf ereilt den Abenteuerer Adam Quinn nach einer schlaflosen Nacht: Der renommierte Wissenschaftler Professor Eulemberg wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden. Die Polizei geht von einem Mord aus. Adam wird aufgrund seiner Beziehung zum Toten zu den Ermittlungen hinzugezogen und findet schon bald heraus, dass hinter der ganzen Sache mehr steckt als nur ein gewöhnliches Verbrechen. Die Beweise verdichten sich, dass Eulemberg bis kurz vor seinem Tod an einer Maschine arbeitete, die das Leben eines jeden Menschen verändern könnte. Und dann taucht auch noch ein alter Obdachloser auf, der behauptet, der echte Adam Quinn zu sein...
Klar, dass wir in die Rolle von Adam schlüpfen und im Adventure Das Eulemberg Experiment endlich Licht ins undurchdringliche Dunkel bringen sollen. Dabei stellen wir uns unter anderem den schwierigsten Rätseln, wie zum Beispiel die Suche nach unserem Handy oder unserer Kleidung. Was? Richtig gehört, mit solch Aufgaben werden wir am Anfang des Spiels konfrontiert, was nicht nur befremdend für Liebhaber des Genres, sondern auch reichlich blöde wirkt. Noch ein Beispiel gefällig?
Iashi, der treue Hausdiener, trägt ganz zu Beginn den Schlüssel für Adams Kleiderschrank mit sich herum und weigert sich ihn herauszugeben. Hmm, ja was macht Adam jetzt? Ihn aus dem Anwesen werfen oder verprügeln? Nein, natürlich nicht, wo denkt Ihr denn hin? Er gibt ihm als Gegenleistung natürlich ein wertvolles Artefakt, um den begehrten Schlüssel zu bekommen und sich endlich umziehen zu können. Mal ehrlich, wer denkt sich sowas aus?
Und auch sonst überrascht das Adventure nicht im Geringsten, was die Gestaltung seiner Rätsel angeht. Solche Knobeleien hat man in der Vergangenheit in gleicher Ausführung schon x-mal gesehen, nur eben viel besser. Wieder mal wurde das gleiche Repertoire aufgefahren, das das Genre hergibt. Neben den üblichen Kombinations-, haben die Entwickler auch 08/15-Rätsel wie eine Runentafel integriert, in denen man in der richtigen Reihenfolge die einzelnen Tafeln anklicken muss. Langweilig!
Ebenfalls im Sande verläuft die Story des Spiels. So öde der Anfang ist, so unberauschend geht es auch danach weiter.
Bereits lange vor der Hälfte der insgesamt sieben Kapitel erfährt der Spieler, was es mit dem Experiment des toten Wissenschaftlers auf sich hat. Danach geht es nur noch darum, die Bösewichte nacheinander hinter Gittern zu bringen. Welche Motivation gibt es nach dem eigentlichen Aufhänger des Spiels, der interessanten Eulemberg-Maschine, denn noch, um weiterzuspielen? Richtig: keinen.
Schade auch, dass keiner der charismalosen Charaktere es vermag, etwas wie Sympathie für sich zu gewinnen. Absolut kein Vergleich zu Ikonen wie Guybrush Trepwood oder George Stobbard. Noch schlimmer ist jedoch, dass sich das Spiel viel zu ernst nimmt und absolut keinen Wortwitz durchsickern lässt. Die uninteressanten Dialoge sind langweilig und zudem noch zu lang.
Optisch kann Das Eulemberg Experiment nur bedingt überzeugen: zweidimensionale und stilistisch überzeugende Szenarien gehen hier mit hässlichen und polygonarmen 3D-Charakteren einher. Irgendwie lässt einen beim Spielen das Gefühl nicht los, dass die zwei- und dreidimensionalen Bildkomponenten nicht wirklich harmonieren. Auch die extrem kurzen Zwischensequenzen, die nie wirklich spannend sind und im Möchtegern-'24'-Stil gehalten wurden, sind wegen ihrer niedrigen Auflösung alles andere als eine Augenweide.
Ebenso enttäuschend ist der akustische Teil des Spiels: sehr wichtig bei einem Adventure ist vor allem die Synchronisation der Figuren. Und eigentlich müsste man meinen, mit dem 'deutschen Harrison Ford' eine passende Stimme für den Hauptcharakter gefunden zu haben. Doch dem ist leider nicht so: nicht nur Adam Quinn, sondern fast alle Figuren des Spiels sprechen eher gelangweilt und unpassend. Von der musikalischen Untermalung wollen wir lieber gar nicht erst sprechen: die kocht qualitativ nicht nur auf Sparflamme, sondern nervt nach einiger Zeit auch noch gehörig.