Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Als sich Arok Bärenfell, selbst versierter Überlebenskünstler und begabter Höhlenmaler, während der Jagd weiter als gewohnt vom Sitz seines Clans entfernt, muss er sich vor dem Angriff einer Löwin in Sicherheit bringen. Flugs springt der junge 15-Jährige in eine nahe liegende Höhle - dort angekommen, erinnert er sich, durch Wandmalereien tief beeindruckt, an frühe Kindheitstage. In einem kurzen Flashback wird dem Spieler erklärt, dass der damals noch kleinere Arok einen charismatischen Schamanen traf, der ihn die Kunst der Höhlenmalerei lehren wollte. Nun beschließt Arok, nicht den Weg seiner Ahnen zu gehen, stattdessen möchte Arok selbst Steinzeitkünstler werden.
An dieser Stelle könnt ihr in das Geschehen eingreifen und euch auf die Suche nach dem verschwundenen Meister machen. In paläolithischer Fauna und Flora gilt es, neben dem täglichen Überlebenskampf, knifflige Rätsel und Aufgaben zu lösen, um zum Lascuax-Stamm, also dem Stamm der Höhlenmaler, stoßen zu können.
Wild entschlossen, seinem Clan den Rücken zu kehren, steht Arok vor dem ersten Rätsel. Wie zum Teufel soll er die Löwin vor der Höhle verscheuchen, um sich seinen Weg zurück in die freie Natur und damit in Richtung Malereilehre zu bahnen? Und bereits in den ersten Rätseln kommen ungeübte Spieler ins Stocken, ist die Steinzeit wirklich so kompliziert gewesen? Da sucht man den Boden immer wieder ab, bis das entsprechende Item endlich gefunden ist. Ah da, trockenes Gras jetzt aber schnell eine Feuerchen gemacht, akrobatisch vor die Höhle geworfen und schwups schon ist der Weg frei für den Nachwuchskünstler.
Prinzipiell ist Das Geheimnis der vergessenen Höhle also ein ganz gewöhnliches Point&Click-Adventure, das auf Puzzle und Rätsel setzt. Ein gutes Beispiel für die Rätsel sind die immer wieder auftauchenden Höhlenmalereien, die entweder zu Ende angestrichen werden müssen, indem der Spieler verschiedene farbige Pigmente sammelt und sie mit Wasser mischt, um eine Farbenpalette herzustellen, oder der Spieler muss die Malerei manipulieren, um Hindernisse und andere Gegenstände innerhalb der Höhle zu bewegen. Teils enthalten die Malereien auch Tipps, so erkennt Arok beispielsweise zu Beginn erst nachdem er eine Malerei genauer betrachtet hat, wie eine Speerschleuder funktioniert. Neu im Genre ist das nützliche und erfinderische Inventar, das es dem Spieler ermöglicht, alle Gegenstände, die in der Welt verstreut sind (Tierknochen, Gräser, Steine, Geweihe, Fackeln, usw.), mit sich zu tragen.
Item-Kombinationen funktionieren jedoch nur außerhalb des Inventars, was bedeutet, dass sich alle Aktionen direkt in der Spielumgebung abspielen.
Nach einer knappen Stunde hat man sich gut eingelebt, wodurch die einzigartigen Puzzlespiele auch wesentlich schneller als zu Beginn von der Hand gehen. Bei einigen schwierigen Passagen sollte man sich als Gelegenheitsspieler übrigens nicht scheuen, die integrierte Enzyklopädie zu öffnen, um sich ein wenig über die Steinzeit zu informieren, immerhin bieten sich hier teilweise Lösungshilfen und ansätze.
Insgesamt sind die Rätsel für Genreneulinge fordernd und anspruchsvoll, vor allem zum Ende hin, sie sind aber immer logisch und machbar. Auch deshalb wirkt das Spiel flüssig ja sogar packend, langweilt jedoch Gut-Fortgeschrittene und Profis. Leider ist der Spielspaß nach knapp zehn Stunden bereits vorbei, der Wiederspielwert tendiert gegen Null.
Wenn es um die Grafik geht, haben sich die Mannen von den Kheops Studios wirklich ins Zeug gelegt. Die Verwendung von vorberechneten, hochdetaillierten 3D-Hintergründen setzt das historische Spielgeschehen sehenswert in Szene und kann getrost als fotorealistisch bezeichnet werden. Ob in einem üppig bewachsenen Tal jagend oder in einer tiefen schmutzigen Grotte die letzten Winkel erkundend, wird der Spieler immer wieder von den unzähligen Details überwältigt. Andererseits fällt negativ ins Auge, dass die Welt unglaublich statisch wirkt. Ab und an eine Schneeflocke, die vom Himmel fällt, oder ein Adler, der von links nach rechts den Bildschirm überquert, können dies wegen ihrer fehlenden Dynamik in keiner Weise ausgleichen.
Die Zwischensequenzen machen vor, wie es hätte sein müssen: Hochdetaillierte Umgebungen und sich im Wind bewegende Objekte lassen den Spieler komplett in der Prä-Historie versinken.
Die Grafikqualität entspricht der des Sounds in etwa, Umgebungssounds und Musiktitel ergänzen sich prächtig und sind einwandfrei aufgenommen. Beim Erkunden der Höhlen hören wir die Fackeln lodern und knistern. Entsprechend der Umgebung werden die Sounds manipuliert, soll heißen, in einer Höhle hören wir einen dumpfen Rückhall, während im Freien Sounds im Nichts verschwinden.
Natürlich ist die Musik dem Setting entsprechend gehalten, daher auch nicht für jeden Spieler die erste Wahl.
Ein böses Erwachen gibt es jedoch bei den drittklassigen Synchronsprechern. Liebe Publisher, warum müsst ihr immer wieder polnische Bauern, die ein halbes Semester Germanistik studieren wollten, deutsche Titel synchronisieren lassen? Schade, wirklich schade, weil die sonst so schönen Zwischensequenzen zerstört werden.
Das Geheimnis der vergessenen Höhle im Test.
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