Gesamtwertung41%/10 |
GrafikMangelhaft SoundBefriedigend |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Im tiefsten Mittelalter entfachten Korruption und Gesetzlosigkeit des Hauses Shina einen großen Krieg um den Kontinent Pangueon, der durch Seen und ein gigantisches Bergmassiv von jeglichen Bewohnern der Außenwelt abgeschnitten war. Das große Haus zerfiel in 3 Teile, die fortan gegeneinander um die Herrschaft kämpften. Ein solcher Kämpfer war Borgia, oberster König des Priesterordens, der mit einigen Diebesbandenführern eine starke Einheit bilden konnte. Caliber, ein harter Kontrahent um die Krone, der in Armut geboren wurde und dem es vergönnt war - trotz seines Könnens - in seinem militärischem Rang aufzusteigen, führte das Herr der Vergeltung an. Weiterhin kämpfte auch das Königreich des Wang Gun, der sich dem Priesterorden nicht anschließen wollte, weil er einem Großstatt keine positiven Aspekte abgewinnen konnte, um die Herrschaft auf Pangueon.
Dies war eine kurze, inhaltliche Zusammenfassung der Hintergrundgeschichte zu Dawn of Empire. Das geschulte Spielerauge erkennt sofort, dass diese Geschichte nur ein weiterer Aufguss ist und schon tausend Male in anderen Echtzeitstrategiespielen Verwendung fand. Die Eingangsequenz enttäuscht in ähnlichem Masse, denn die Entwickler beschränkten sich nur auf einen großen Kriegschauplatz, auf dem gemetzelt wird, aber verstehen es leider nicht weitere inhaltliche Aspekte in das Spiel einzubauen. Jedoch sollte uns auch bewusst sein, dass seit jeher eine schwache Story nicht unmittelbar mit den Verkaufserfolgen eines Spieles zusammenhängt; Das beste Beispiel dafür sind Actionspiele von id Software.
Weiterhin sollten auch spielerische Elemente dem aufgeweckten Strategiespieler hinlänglich bekannt sein: Es gibt 3 Rohstoffe Gold, Nahrung und Holz dazu kommen noch Schlafplätze, die, wie in Strategiespielen von Blizzard, dazu verwendet werden um die eigene Armee in ihrer Einheitenanzahl zu begrenzen. Natürlich muss immer erst ein solcher Schlafplatz, meist in Form eines Bauernhofes, gebaut werden um weitere Einheiten rekrutieren zu können, denn es darf ja, nach alt bekanntem Muster, kein Überschuss an Einheiten entstehen.
Die Missionen sind, auch für Einsteiger, einfach zu leicht geraten, wozu sicherlich auch die Spielbalance eindeutig beiträgt, denn meistens konzentriert man sich auf eine der 50 Truppentypen und gewinnt trotzdem jede Mission. Es gibt darüber hinaus noch kleinere Charaktergespräche, die sich meistens am Anfang oder am Ende einer Mission abspielen, aber jedoch schwach umgesetzt wurden, denn die Texte sind, am unteren Bildrand, schlecht lesbar. Die verschiedenen Optionsmenüs der Bauerarbeiter (Bauen, Reparieren, etc.) sind leider auch sehr schlecht zu unterscheiden und setzten eine Eingewöhnungsphase voraus. Jedoch kann die Kampagne auch mit einigen guten Features aufwarten. Zum einen wären da die Helden, die in bestimmten Missionen Fertigkeiten besitzen, die eingesetzt werden können. Zum anderen können einzelne Soldaten einer Armee im Level aufsteigen und bekommen somit mehr Schadenspunkte im Boden- und Luftangriff. Zu der Skala für Lebenspunkte gesellt sich auch eine solche für Moral, die in den Schlachten entscheidende Vorteile bringen soll; leider erwies sich diese schöne Idee noch nicht als ausgereift und unnütz.
Nach absolvieren von 2 Missionen streuen die Entwickler Videos in die Geschichte, die diese aber leider nicht erweitern, sondern einem komprimierten Massaker gleichen. Die Komprimierungsrate muss dabei so hoch gewesen sein, dass sich die Realaufnahmen nur sehr schlecht erkennen lassen. Zudem wurden diese fast ausschließlich im Dunkeln gedreht, was den Faktor Erkennung noch um ein beträchtliches verringert.
Der Kampagneneditor wurde ebenfalls bei Blizzard abgeschaut, aber auch hier fehlen wieder wichtige Features, die es einem ermöglichen würden, eigene Szenarien ohne jegliche Programmierkenntnisse zu entwerfen, die an die Originale heranreichen würden. Zum Glück haben sich die Entwickler nicht soviel Mühe bei den Szenarien gegeben, also sollte es ein leichtes für erfahrene Karteneditoren sein, diese zu übertreffen. Wer sich also einmal bei einer Netzwerk- oder Internetpartie die Zeit vertreiben möchte, sollte vorher noch einmal eine eigene Karte anfertigen, die denn heutigen Standards gerecht wird.
Sicherlich ist das Spiel, mit seiner eigentlich schwachen Balance, für einige Mehrspielerpartien gut, aber ich greife dann doch viel lieber zu bekannten Blizzardprodukten, die in jeglicher Hinsicht besser überzeugen können.
Weiterhin ist es mir schleierhaft, wie sich ein solches Spiel so gut in Korea verkaufen konnte. Vielleicht ist es ja einfach nicht für unseren Markt geschaffen.
Dawn of Empire im Test.
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