Dawn of Empire

Review
Plattform
PC
Vertrieb
NBG V&H
Entwickler
Dartmoor
Erscheinungsdatum
-
Genre
Strategie
USK
12
Dawn of Empire [PC , looki.de]

Gesamtwertung

41%/10

Grafik

Mangelhaft

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Mangelhaft

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Befriedigend

Dawn of Empire

Im tiefsten Mittelalter entfachten Korruption und Gesetzlosigkeit des Hauses Shina einen großen Krieg um den Kontinent Pangueon, der durch Seen und ein gigantisches Bergmassiv von jeglichen Bewohnern der Außenwelt abgeschnitten war. Das große Haus zerfiel in 3 Teile, die fortan gegeneinander um die Herrschaft kämpften. Ein solcher Kämpfer war Borgia, oberster König des Priesterordens, der mit einigen Diebesbandenführern eine starke Einheit bilden konnte. Caliber, ein harter Kontrahent um die Krone, der in Armut geboren wurde und dem es vergönnt war - trotz seines Könnens - in seinem militärischem Rang aufzusteigen, führte das Herr der Vergeltung an. Weiterhin kämpfte auch das Königreich des Wang Gun, der sich dem Priesterorden nicht anschließen wollte, weil er einem Großstatt keine positiven Aspekte abgewinnen konnte, um die Herrschaft auf Pangueon.

Dies war eine kurze, inhaltliche Zusammenfassung der Hintergrundgeschichte zu Dawn of Empire. Das geschulte Spielerauge erkennt sofort, dass diese Geschichte nur ein weiterer Aufguss ist und schon tausend Male in anderen Echtzeitstrategiespielen Verwendung fand. Die Eingangsequenz enttäuscht in ähnlichem Masse, denn die Entwickler beschränkten sich nur auf einen großen Kriegschauplatz, auf dem gemetzelt wird, aber verstehen es leider nicht weitere inhaltliche Aspekte in das Spiel einzubauen. Jedoch sollte uns auch bewusst sein, dass seit jeher eine schwache Story nicht unmittelbar mit den Verkaufserfolgen eines Spieles zusammenhängt; Das beste Beispiel dafür sind Actionspiele von id Software.

Simplifikation als oberste Richtlinie

Nach der Eingangssequenz wendet sich das Programm dem Hauptmenü zu, über das man nicht sehr viele Worte verlieren kann, denn es ist so einfach gehalten worden wie es den Entwicklern möglich war. Das kann zum einen als positiver Aspekt angesehen werden, denn Einsteiger haben keinerlei Probleme sich mit der Bedienoberfläche zurechtzufinden, jedoch auch als negativer Aspekt, denn es fehlen schlicht und ergreifend viele Optionsmenüs, die seit geraumer Zeit den Standard darstellen. So kann die Auflösung, die mit der 640er Variante nicht gerade protzig ausgefallen ist, nicht verändert werden, wie auch die Empfindlichkeit der Maus.

Weiterhin sollten auch spielerische Elemente dem aufgeweckten Strategiespieler hinlänglich bekannt sein: Es gibt 3 Rohstoffe – Gold, Nahrung und Holz – dazu kommen noch Schlafplätze, die, wie in Strategiespielen von Blizzard, dazu verwendet werden um die eigene Armee in ihrer Einheitenanzahl zu begrenzen. Natürlich muss immer erst ein solcher Schlafplatz, meist in Form eines Bauernhofes, gebaut werden um weitere Einheiten rekrutieren zu können, denn es darf ja, nach alt bekanntem Muster, kein Überschuss an Einheiten entstehen.

Kampagnen – die 3 Feldzüge

Zu Anfang hat jeder Spieler die Wahl zwischen 3 Feldzügen, die er nicht in vorgegebener Reihenfolge erledigen muss. Mit den Hauptcharakteren einer Fraktion – Borgia, Caliber oder Wang Gun – müssen jeweils 6 Missionen erfüllt werden um einen Feldzug zu beenden. Es ergibt sich also eine Gesamtanzahl von 18 Missionen, die schon beim ersten Lesen der Verkaufshülle eine leichte Depression auslöst; beim Spielen wird jedoch alles noch schlimmer, denn die einzelnen Missionen bestehen stellenweise nur aus „Bewege deine Figur von A nach B!“ Befehlen, die ohne jegliche Feindeinwirkung beendet werden können. Weiterhin gibt es noch die Missionstypen „Verteidige deine Basis X Minuten lang!“ oder „Nehme die gegnerische Basis in besitzt!“. Mehr Einfallsreichtum beweisen die Entwickler, trotz der geringen Missionsanzahl, leider nicht. Bevor eine solche Mission überhaupt angefangen werden kann, muss sich der geplagte Spieler mit den Missionsaufgaben befassen, die in Form einer schlechten Animation ablaufen. Hierbei wurde die koreanische Sprachausgabe und der dazugehörige Text sogar ins deutsche übersetzt, leider aber nur mit mäßigem Erfolg, denn die Synchronstimmen sind unpassend und zeugen von schwacher Qualität und die Texte laufen Teils nur in Stücken oder viel zu schnell ab. Weiterhin wiederholen sich die Animationen in einer Endlosschleife, wodurch nicht gerade für Abwechslung gesorgt wurde.

Die Missionen sind, auch für Einsteiger, einfach zu leicht geraten, wozu sicherlich auch die Spielbalance eindeutig beiträgt, denn meistens konzentriert man sich auf eine der 50 Truppentypen und gewinnt trotzdem jede Mission. Es gibt darüber hinaus noch kleinere Charaktergespräche, die sich meistens am Anfang oder am Ende einer Mission abspielen, aber jedoch schwach umgesetzt wurden, denn die Texte sind, am unteren Bildrand, schlecht lesbar. Die verschiedenen Optionsmenüs der Bauerarbeiter (Bauen, Reparieren, etc.) sind leider auch sehr schlecht zu unterscheiden und setzten eine Eingewöhnungsphase voraus. Jedoch kann die Kampagne auch mit einigen guten Features aufwarten. Zum einen wären da die Helden, die in bestimmten Missionen Fertigkeiten besitzen, die eingesetzt werden können. Zum anderen können einzelne Soldaten einer Armee im Level aufsteigen und bekommen somit mehr Schadenspunkte im Boden- und Luftangriff. Zu der Skala für Lebenspunkte gesellt sich auch eine solche für Moral, die in den Schlachten entscheidende Vorteile bringen soll; leider erwies sich diese schöne Idee noch nicht als ausgereift und unnütz.

Grafik oder eine Ode an die Steinzeit

Leider versäumten es die Entwickler ihr Programm mit einer guten Grafikengine zu füttern. Denn selbst das mittlerweile über 4 Jahre alte Starcraft schneidet (nicht nur) in grafischer Hinsicht deutlich besser als Dawn of Empire ab, das dazu noch horrende Hardware voraussetzt. Zu Beginn einer Mission ist es sehr schwer zu erkennen, ob der Computer schon fertig das Level geladen hat oder nicht, denn die Figuren wollen sich nicht von ihrem angestammten Fleck bewegen oder jegliche Interaktion mit der Umgebung zeigen. Erst wenn man sie einmal anvisiert hat und einen Befehl gegeben hat, offenbaren sich die Animationen der Einheiten, die ebenfalls sehr mager ausgefallen sind. Das die Auflösung nur in der 640er Variante vorhanden ist, wurde ja schon erwähnt, aber auch die Kartengrafik beweist, wie wenig Mühe sich die Entwickler bei der Grafikengine gegeben haben müssen.

Nach absolvieren von 2 Missionen streuen die Entwickler Videos in die Geschichte, die diese aber leider nicht erweitern, sondern einem komprimierten Massaker gleichen. Die Komprimierungsrate muss dabei so hoch gewesen sein, dass sich die Realaufnahmen nur sehr schlecht erkennen lassen. Zudem wurden diese fast ausschließlich im Dunkeln gedreht, was den Faktor Erkennung noch um ein beträchtliches verringert.

Sound und Musik

Ob die Schwertklänge, Explosionen und das Marschgetöse nun gut klingen, mag in Abhängigkeit subjektiver Empfindungen stehen. Fakt ist jedoch, dass diese Klänge nicht von Realismus zeugen und dazu noch in schwacher Qualität vorliegen. Die Soundeffekte klingen sehr stumpf und nachbearbeitet, so dass kein Spielgefühl entstehen will. Die Synchronisation ins Deutsche ist zudem auch nicht gelungen, denn die Stimmen klingen sehr zerkratzt und passen außerdem nicht zu ihren Charakteren. Der einzige Punkt, der die bisherige Linie nicht unbedingt weiterverfolgt, ist die Musik. Diese passt sicherlich gut zum Thema und klingt für heutige Standards nicht schlecht – für jeden Beethoven Fanatiker jedoch eine Beleidigung für das Gehör -, lädt aber trotzdem nicht gerade zum Mitpfeifen ein und verschiebt die Spielspaßkurve nicht nach oben.

Multiplayer und Kampagneneditor

Der Multiplayermodus ist den Entwickler ebenfalls nicht schlecht gelungen. Ein eigener Server steht in Korea zur Verfügung, auf dem sich Onlinespieler in verschiedenen Chaträumen treffen können. Weiterhin wird zu jedem Spieler eine Statistik mit Siegen und Niederlagen angezeigt, wie auch die besten Spieler auf einer eigens dafür hergerichteten Rangliste. Das klingt alles sehr verdächtig nach Battle.net und so ähnlich ist es auch, nur das die Grafiken und die Benutzerführung beim Vergleich mit dem Vorbild nicht überzeugen können. Weiterhin ist kein deutscher Server geplant, weswegen die Verbindung stellenweise unerträglich langsam ist.

Der Kampagneneditor wurde ebenfalls bei Blizzard abgeschaut, aber auch hier fehlen wieder wichtige Features, die es einem ermöglichen würden, eigene Szenarien ohne jegliche Programmierkenntnisse zu entwerfen, die an die Originale heranreichen würden. Zum Glück haben sich die Entwickler nicht soviel Mühe bei den Szenarien gegeben, also sollte es ein leichtes für erfahrene Karteneditoren sein, diese zu übertreffen. Wer sich also einmal bei einer Netzwerk- oder Internetpartie die Zeit vertreiben möchte, sollte vorher noch einmal eine eigene Karte anfertigen, die denn heutigen Standards gerecht wird.

Fazit

Dawn of Empire ist trotz einiger guter Ansätze, wie zum Beispiel dem Internetserver oder den im Level aufsteigenden Einheiten, ein sehr schwacher Vertreter seiner Zunft. Dazu kommt es vor allem, weil die Grafik so katastrophal ist, dass jeglicher Spielspaß schon ab der ersten Mission schwindet.

Sicherlich ist das Spiel, mit seiner eigentlich schwachen Balance, für einige Mehrspielerpartien gut, aber ich greife dann doch viel lieber zu bekannten Blizzardprodukten, die in jeglicher Hinsicht besser überzeugen können.

Weiterhin ist es mir schleierhaft, wie sich ein solches Spiel so gut in Korea verkaufen konnte. Vielleicht ist es ja einfach nicht für unseren Markt geschaffen.

Dawn of Empire [PC , looki.de]

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