Gesamtwertung73%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Dawn of Magic handelt von dem Unsterblichen Modo, der seiner Macht beraubt und zur Erde geschickt wurde, um als Sterblicher für seine Verbrechen im Jenseits zu büßen. Nun will er nicht nur seine verlorene Macht zurückgewinnen, sondern auch die Erde ein für allemal zerstören. Und hier kommen wir ins Spiel. Ob Dawn of Magic das Zeug zum Diablo-Killer hat, erfahrt Ihr in unserem Review.
Das Kabinett der Bekloppten...
Zugegeben, die zur Verfügung stehenden Charaktere sind allesamt kurioser, als man sich vielleicht vorstellen mag, aber originell ist das Ganze dann irgendwie doch. Zur Auswahl stehen neben einem Mutter Beimar-Verschnitt mitsamt Bratpfanne auch noch ein Harry Potter-Double, der einen an der Klatsche hat. Ein Asbach uralter Mönch sowie des Glöckners liebste Esmeralda bzw. irgend eine x-beliebige Zigeunerin komplettieren das illustre Ensemble.
Berserker, geschweige denn Amazonen oder Krieger sollte man hier also nicht erwarten. Nur leidlich entscheidend für den weiteren Spielverlauf ist die Wahl der Gesinnung. Auf der guten Seite hauen wir Modo eins auf die Rübe, während wir bei böser Gesinnung selbigen zur Macht verhelfen. Auf einen Großteil der Quests hat diese Wahl jedoch keine Auswirkungen. Egal mit welchem der Helden wir das Spiel bestreiten wollen: Einen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte hat dies nicht. Wir beginnen in einer Zauberakademie, ein Fest für Hogwarts-Kiddies also? Mitnichten, Kinder sollten bei Dawn of Magic draußen bleiben, denn trotz der schwergewichtigen Rollenspielkomponente ist das Spiel nebenbei auch noch beinharte Hack'n'Slay-Kost.
Lass laufen, Junge!
Schon bei unserer ersten Reifeprüfung, in der wir aggressive Steppenwölfe um die Ecke bringen müssen, klatschen bei jedem Treffer kleine Blutschwalle auf den Boden. Werden wir hingegen von einem mächtigeren Gegner malträtiert, kann uns auch schon einmal der Kopf oder bestimmte Gliedmaßen flöten gehen. Die ab 16er-Altersfreigabe ist also durchaus berechtigt.
Eins merkt man an Dawn of Magic bereits in den ersten Spielminuten: Es versucht gar nicht anders zu sein, sondern bedient sich getreu dem Motto: Lieber gut geklaut, als schlecht erfunden bei Genrekonventionen, die anderen Vertretern zum Erfolg verholfen haben. Auch hier klappern wir das Gelände immer auf der Suche nach neuen Quests ab, die man so oder so ähnlich garantiert schon in anderen Rollenspielen gesehen hat. Fiese Biester töten, Gegenstände heranschaffen: Dies wird hier mehr oder minder kopiert, die eigene Finesse von Dawn of Magic lässt sich aber immer noch erkennen.
Gute Steuerung, fummeliges Interface...
Flott und erfreulich intuitiv geht auch die Steuerung von der Hand: Mit Linksklick setzt es Schläge, mit der rechten Maustaste starten wir hingegen magische Angriffe. Einfacher geht es nicht. Die gute Bedienbarkeit und der Komfort an sich werden jedoch etwas unglücklich durchdachten Interface überschattet. Insgesamt ist die Verwaltung Eurer Items zu unübersichtlich, für eine schnelle Darstellung eignet sich das Interface nicht. Einige Gegenstände werden Euch auf einen Schlag angezeigt, die anderen muss man erst durch horizontales Scrollen suchen. Vor allem bei Verkäufen gibt sich das Interface unnötig kompliziert. Immerhin werden aufgesammelte Items vom Spiel nach Gruppen geordnet.
Dawn of Magic ist in Kapitel unterteilt, die neben den üblichen Hauptmissionen auch vor Nebenquests, von denen man natürlich nicht alle erledigen muss, nur so strotzen. Am Ende eines jeden Kapitels darf man sich übrigens auf eine besonders fette Herausforderung in Form eines Bosses freuen, deren Ableben neben dem Weiterkommen vor allem auch massig Erfahrungspunkte mit sich bringen, die unserem Charakter immer gut zu Gesicht stehen, vor allem auch dadurch, da Dawn of Magic kein einfaches Spiel ist.
Boah, bist du schwer!
Mehrmals in einer Quest das Zeitliche segnen, ist wahrlich keine Seltenheit. Außerdem sollte man ein gutes Timing intus haben, um in den teils etwas übertrieben hektischen Auseinandersetzungen nicht derjenige zu sein, der ins Gras beissen muss. Viele Gegner bewegen sich mit einem - für RPG-Verhältnisse - deutlichen Affenzahn über das Terrain. Wenn da nicht jeder Schlag sitzt, ist man gegen manche Feinde aufgeschmissen.
Optisch sieht das Spiel für 2005er-Verhältnisse Dawn of Magic ist seit 2 Jahren unter dem Namen Blood Magic in Russland erhältlich recht annehmbar aus. Den meisten Rollenspielen dürften die solide designten Figuren, die knalligen Zaubereffekte sowie die an sich zufrieden stellenden Animationen sowieso ausreichen.
Puristen dürften jedoch an den etwas kargen Landschaften zu mosern haben, immerhin läuft das Ganze auch auf älteren Rechnern angenehm flüssig. Der Grafikstil ist in sich stimmig, große Brüche sind nicht zu erkennen. Die Soundeffekte wirken gelungen, die leider nur englische Synchronisation mehr als ausreichend. Alle Texte wurden jedoch zum Glück ins Deutsche übersetzt.
Wenn die Herren Entwickler allerdings sich schon so auffällig bedienen, verstehe ich nicht, warum das Interface fummelig, der Verlauf der Story eher langweilig und der Schwierigkeitsgrad bisweilen unnötig hoch ist. Diese Schwächen halten mich letztendlich davon ab, Dawn of Magic eine klare Kaufempfehlung auszusprechen. Unsichere Naturen sollten sich zuerst die seit Anfang April erhältliche Demoversion anschauen.##zitat|