Gesamtwertung28%/10 |
GrafikUngenügend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Glück und Unglück liegen oft nah beieinander, das muss auch unser Protagonist Delaware St. John feststellen, seines Zeichens Geisterjäger. In seinem neuesten Fall beschäftigen den kindlich wirkenden Geplagten immer wieder Visionen von einem Vergnügungspark. Die Sonne scheint, die Kinder kreischen vor Freude und Eltern schauen ihren Sprösslingen dabei zu, wie sie sich auf dem Riesenrad vergnügen. Plötzlich schmerzerfüllte Schreie Delaware besinnt sich und findet sich in der Realität wieder.
Schlecht gespukt...
Was hat es mit den mysteriösen Visionen und den unheimlichen Clowns auf sich? Die dritte logische Frage wäre in diesem Fall, warum gerade unser Charakter immer und immer wieder solch alptraumhafte Szenen durchlebt. Darüber und über andere Dinge gibt aber auch der dritte Teil und soviel dürfen wir schon einmal vorweg nehmen keine Auskunft.
Wer die beiden Vorgänger nicht gespielt hat, befindet sich quasi im Nichts, denn großartige Auskünfte über bereits Geschehenes haben es nicht ins Spiel geschafft. Wie sich später herausstellt, liegen seit der titelgebenden Seacliff-Tragödie und ganze vier Jahre zurück. Damals kamen über einhundert Menschen auf tragische Weise ums Leben. Die lieblos wirkenden und zudem nicht abzubrechenden Dia-Einschübe, die als Intro dienen sollen, werden der eigentlich interessanten Geschichte dabei gar nicht gerecht.
Da es ziemlich gefährlich ist, alleine dem Ganzen auf die Spur zu kommen, stehen Delaware seine beiden Freunde Simon und Kelly zur Seite, die ihm auf seiner Suche helfen. Mag sich alles bisher Geschriebene noch nach einem akzeptablen Grusel-Adventure anhören, wird der Ersteindruck auch sogleich von der absolut indiskutablen Technik vermiest.
Ein prüfender Blick auf die minimalen Systemanforderungen klärt auf, dass wir garantiert nicht vergessen haben, die Grafikschraube auf Maximum zu drehen. Eine Präsentation von vorvorgestern, müde und geradezu lachhaft schlechte Zwischensequenzen und größtenteils mit Tristesse zugekleisterte Einzelbilder würgen dem Geisterjäger bereits zu Beginn das Gros an möglicher Atmosphäre ab. Hinzu kommt das absolut lieblose Interface, in welchem wir Gegenstände verstauen sowie Sprachaufnahmen und Fotos machen und zur Analyse abschicken können. O.K. wollen wir einmal nicht so hart sein. Wie bei Menschen soll ja auch bei Spielen gelten: Die inneren Werte zählen.
Laaaaaangweilig...
Im Grunde genommen ist Die Seacliff-Tragödie von der Art her ein Post Mortem für Bewegungsfaule. Das gesamte Abenteuer bestreiten wir aus der Ego-Ansicht, eine Maus als Steuergerät reicht hierbei völlig aus. Im Gegensatz zum atmosphärisch überzeugenden Post Mortem können wir uns hier jedoch nicht frei drehen, stattdessen werden dem Spiel in diesem Zuge noch mehr Richtungspfeile angegeben, die gerade anfangs für extreme Verwirrung stiften dürften. Schließlich befinden wir uns in einem riesigen Vergnügungspark.
Zu größerer Desorientierung als eigentlich gedacht sorgen zudem einzelne Karten, die einen Überblick über den Park geben sollen, jedoch nicht eingesteckt werden können. Wäre ja auch zu schön.
Absolut lächerlich sind vereinzelt auftretende Schattenmenschen, die in etwa soviel Angst einjagen wie eine Kreuzung Hui Buh und Casper, dem Schlossgespenst nämlich gar keine. Holen wir nicht rechtzeitig die Taschenlampe aus dem Inventar um die mal gar nicht angsteinflößenden Gespenster zu blenden und somit zu verjagen, werden wir nicht um die Ecke gebracht, kommen auch nicht in die ewige Verdammnis, sondern sind schlichtweg mal fix ohnmächtig nur um kurz darauf wieder weiter durch die definitiv zu dunklen Abschnitte zu geistern. Wow!
Rätseltechnisch setzt Delaware St. John Volume 3 dann auch wie schon der Rest des Spiels zum absoluten Tiefflug an. Neben den üblichen 08/15-Kombinationsknobeleien wird auch mit - zu leichten - Saferätseln versucht, dem Spieler auch nur ein Fünkchen Anspruch zu entlocken. Wollt Ihr noch etwas hören? Ach ja, die Synchronisation ist übrigens deutsch und wie schon alles andere wahrlich nicht das Gelbe vom Ei. Drücken wir es mal so aus: Schon einmal verfaulte Eier gesehen?