Gesamtwertung92%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Mittelerde ist seit dem dritten Teil der Der Herr der Ringe-Trilogie wieder sicher, nun ist es an der Zeit die Geschichte rund um die Gefährten, Saruman und den bösen Herrscher Sauron noch einmal zu schreiben. Ob es sich lohnt, in den Ringkrieg zu ziehen, erfahrt ihr in unserem Test.
In Die Schlacht um Mittelerde gibt es zwei große Kampagnen. Je nach Geschmack darf man entweder mit den guten Völkern Mittelerdes oder mit Saurons und Sarumans bösen Horden in den Kampf ziehen. Die Missionen in den Kampangen sind stark an die in der Film-Trilogie vorkommenden Ereignisse angelehnt. Je nach Wahl muss man mit Rohans König Theoden die Festung Helms Klamm vor Sarumans übermächtiger Streitmacht verteidigen oder als Sauron die weiße Haupstadt Gondors, Minas Tirith belagern. Vor jeder Mission muss man diese auf der Strategiekarte aussuchen. Nur manchmal darf man wählen, welche Mission man bestreiten will, meistens geschieht dies automatisch.
Außer den Großereignissen, gibt es auch noch zahlreiche Standardmissionen, in denen man alle Gegner auf einer Karte besiegen soll. Neben den Kampagnen gibt es einen Skirmish-Modus auf denen man gegen bis zu sieben Computergegner antreten kann. Leider zeigt die KI besonders hier ihre Schwächen. Zwar ziehen sich Gegner ab und zu zurück, aber sogar auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad benutzen sie keinerlei Belagerungswaffen, und können somit die Festung des Spielers nicht stürmen.
Anders als in anderen Echtzeitstrategiespielen darf man sich im Aufbaupart von DSuM nicht selbst die Standorte seiner Gebäude aussuchen. Innerhalb der Festungsmauern gibt es festgelegte Plätze an denen man je nach Bedarf ein Gebäude seiner Wahl errichten kann. Insgesamt stehen allen vier Parteien 38 Bauten zur Verfügung.
Wenn man viele Einheiten in einem Gebäude wie z.B. der Kaserne erstellt, steigt diese im Level auf. Jedes dieser Gebäude hat drei Ausbaustufen und bei jedem Aufstieg stehen einem neue Einheiten oder Upgrades zur Verfügung. Einheiten werden nicht einzeln, sondern in Bataillons mit je fünf Soldaten erstellt. Erforscht man ein Upgrade, muss man dieses gegen Aufpreis bei jedem Bataillon nochmals einzeln kaufen.
Selbstverständlich muss man in der Schlacht um Mittelerde nicht auf die bekannten Helden aus der Filmtrilogie verzichten. Gandalf, Frodo, Aragorn, Legolas, Gimli und Saruman sind nur einige der 18 vorhandenen Heroen. Alle haben verschiedene aktive und passive Fähigkeiten. Die flinken Hobbits können sich in Gefahrensituationen einfach unter ihrem Elbenmantel verstecken und bleiben fortan für Gegner unsichtbar.
Gandalf kann mit seinen mächtigen Zaubersprüchen auch bei einer großen Übermacht von Gegnern den Spieß noch rasch umdrehen, und Legolas nimmt einem Gegner mit dem Doppelpfeil zweimal soviel Lebensenergie ab. Je mehr die Helden kämpfen, desto höher wird ihre Erfahrungsstufe. Erst in hohen Levels sind dann auch mächtige Zaubersprüche, beispielweise Einwegzauber verwendbar.
Theoden, König von Rohan kann z.B. alle Truppen um ihn herum für eine Zeit lang unverwundbar machen. Allerdings haben die Entwickler von EA die Ereignisse im Spiel ein wenig umgekrempelt. So begleitet Gandalf die Gefährten auch nach dem Kampf mit dem Balrog weiter, und Boromir, der Heermeister von Gondor wird nicht wie in der Filmvorlage von Orks getötet.
Außer bei den Helden stehen dem Spieler auch allgemein einige Zauber zur Verfügung, und zwar in Form von Fähigkeitspunkten. Diese erhält man, ähnlich wie in Vivendis Buch-Umsetzung Der Ringkrieg, wenn man Kämpfe absolviert. Je mehr gegnerische Bataillone man von der Karte fegt, desto schneller füllen sich die Punkte auf.
Die gute Seite darf sich unter anderem die Reiter Rohans oder elbische Bogenschützen rufen, die dann bis zu ihrem Abzug als Verstärkung fungieren. Als Bösewicht darf man sich einen mächtigen Balrog herbeirufen, oder mit dem Auge Saurons die Karte erkunden. Die Fähigkeiten laden sich mit der Zeit auf, sodass man sie mehrmals benutzen kann.
Jeder Command & Conquer: Generäle-Fan wird sich beim Anblick von Die Schlacht um Mittelerde sicher gleich wohl fühlen. Denn die Entwickler von EA haben für das Spiel die Engine von Generäle aufpoliert. Die sorgt nun für detailliertere Einheiten, bessere Animationen und schöne Zaubereffekte. Besonders gut wurden die großen Massenschlachten wie die von Helms Klamm oder Minas Tirith inszeniert.
Massen von Gegner stürmen mithilfe von Belagerungswaffen auf die dicken Mauern zu, die nach und nach zerfallen, bis der Weg zur Eroberung freigeräumt ist. Bereits ab einem 1 GHz Prozessor mit GeForce 3 Karte kann das Gemetzel beginnen, für Mehrspielerpartien sollte aber unbedingt mehr in der heimischen Kiste stecken. Ähnlich gut wie die Grafik ist auch die Soundkulisse gelungen.
Leider wurden für die deutsche Komplettübersetzung nicht alle Sprecher, die man aus den Filmen kennt, angeheuert. Der Zwerg Gimli und der böse Zauberer Saruman beispielweise wurden von anderen Sprechern synchronisiert. Zwar mag das den ein oder anderen stören, doch die meisten wird der phänomenale Soundtrack drüber hinweg trösten.
So wie im Skirmish-Modus laufen auch die Kämpfe im Multiplayer-Modus ab. Aber erst nach einer umständlichen Registrierung darf man sich online auf die Suche nach Mitspielern machen. Das Erlebte entschädigt aber komplett. Alles was man im Skirmish bemängeln kann, wird hier, dank menschlichen Verstands wieder wett gemacht.
Bis zu acht Spieler können entweder im Internet oder LAN mit- und gegeneinander ihre Festungen verteidigen, bzw. belagern. Hier entfaltet sich das echte Potenzial des Spiels.
Zwar sind unter den offiziell mitgelieferten Karten keine Massenschlachten dabei, doch findige Kartenbastler haben dieses Manko, dank des vorhandenen und umfangreichen Editors bereits beseitigt. Seit geraumer Zeit darf man nun auch Karten wie Edoras, Minas Tirith, Osgiliath oder Helms Klamm spielen.
Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Electronic Arts?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.