Gesamtwertung87%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Schlacht um Mittelerde 2 Video-Review (High Quality | 159 MB)
Schlacht um Mittelerde 2 Video-Review (Low Quality | 36 MB)
In den Kinos ist der Ringkrieg schon lange vorbei, auf dem PC fängt er jetzt wieder richtig an, zumindest für Echtzeitstrategiespieler. Mit Die Schlacht um Mittelerde 2 versucht EA, an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen und dank neuer Features und einer größeren Anlehnung an J.R.R. Tolkiens Romanvorlage auch die restlichen HdR-Fans für sich zu gewinnen. In unserem Review erfahrt ihr, was Die Schlacht um Mittelerde 2 auf dem Kasten hat.
Alteingesessene Schlacht um Mittelerde-Veteranen werden sich im Sequel sofort zurecht finden. Alles ist an seiner Stelle geblieben und gewohnt übersichtlich. Wer sich seinerzeit über den recht gewöhnungsbedürftigen Festungsbau mit seinen festgelegten Bauplätzen geärgert hat, wird positiv überrascht, da man nun, wie auch aus anderen Echtzeitstrategiespielen gewohnt, alle Gebäude frei in der Landschaft platzieren darf.
Die für den Bau von Gebäuden und für das Ausbilden von Einheiten benötigten Ressourcen werden aus Minen gewonnen, die bei jeder der insgesamt sechs spielbaren Rassen anders aussehen. So erhalten die Menschen des Westens ihre Ressourcen aus den bereits im Vorgänger enthaltenen Gehöften, die Zwerge schürfen tief in ihren Minenschächten und um den Rohstoffnachschub der Uruk-Hai aus Isengard zu gewährleisten, müssen feurige Schmelzöfen errichtet werden.
Wie auch im Vorgänger kann man sich in einem Extra-Bildschirm, sofern man genügend Punkte beisammen hat, für eine dieser Fähigkeiten entscheiden. Hierzu gehören zum Beispiel ein Heilzauber, der die Lebensenergie aller Einheiten in einem bestimmten Umkreis wiederherstellt, ein Wiederaufbauzauber, der ein bestimmtes, fast zerstörtes Gebäude im Handumdrehen wieder zusammenflickt oder die großkalibrigen Zauber, mit denen unter anderem ein Erdbeben, ein feuerspeiender Drache oder gar ein Balrog herbeigerufen werden kann.
Eine spezielle Position nehmen die zwei sogenannten Ring-Helden ein. Für die Guten geht Galadriel ins Rennen, Bösewichte dürfen sogar Sauron persönlich steuern. Auf Nicht-Kampagnenkarten muss man, um diese Helden herbeirufen zu können, erst Gollum ausfindig machen und besiegen. Dieser trägt nämlich den einen Ring bei sich. Sobald das Schmuckstück seinen Besitzer gewechselt hat, steht dem Spieler sein persönlicher Ring-Held mit besonders starken Spezialfähigkeiten zur Verfügung. Wird er besiegt, fällt der Ring einfach auf den Boden und wartet darauf, von seinem nächsten Besitzer aufgehoben zu werden. Wird der Ring übrigens von einer Einheit eingesammelt, wird diese auf der Übersichts- und Spielkarte für den Gegenspieler sichtbar.
Wem die Film- und Romanhelden nicht reichen, der darf sich neuerdings sogar selbst einen eigenen Helden erstellen. Dabei stehen einem verschiedene Rassen und Klassen zur Verfügung, vom menschlichen Ritter über einen Zauberer bis hin zu einem Troll. Außer Aussehen und Bewaffnung darf man dem Self-Made-Helden Charakterattribute wie Stärke und Heilungsrate zuweisen, sowie die Spezialfähigkeiten, auf die er später im Spiel bei jedem Levelaufstieg Zugriff erhalten soll. Nach der Fertigstellung darf man ihn dann entweder in Skirmish-Duellen mit der Computer-KI oder in Multiplayer-Matches über LAN und Internet im Kampf einsetzen.
Upgrades, wie verstärkte Rüstungen oder Bannerträger werden in der Schmiede erforscht. Diese werden dann aber nicht automatisch allen Einheiten zugewiesen, man muss, wie auch schon im Vorgänger, jedes Bataillon manuell mit dem Upgrade ausstatten. Anders als im Vorgänger ist man in SuM 2 nicht mehr nur auf das Festland beschränkt, dank eines umfangreichen Repertoires an Schiffen darf man nun auch die Seestraßen und Meere unsicher machen, bzw. vom Korsaren-Abschaum säubern.
Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 (10 Bilder)
Grafisch hat Schlacht um Mittelerde einiges auf dem Kasten. Dafür ist hauptsächlich die knapp drei Jahre alte C&C Generäle Grafikengine verantwortlich, die auch 2006 noch zeigt, was sie drauf hat. Dank aktueller Shadereffekte sowie detaillierter Texturen und überragender Animationen braucht sich SuM 2 vor keinem seiner Genrekonkurrenten zu verstecken. Unterhalb eines 1,4 GHz starken Prozessors samt mindestens einer GeForce-Karte der fünften Generation sollte man sich den Kauf zweimal überlegen, da das Spiel so ganz schnell zu einem Zeitlupenabenteuer mutieren kann. Für reichlich Atmosphäre zwischen den Missionen sorgen gut inszenierte Zwischensequenzen mit der deutschen Synchronstimme von Halbelb Elrond als Erzähler. Leider hat es EA jedoch versäumt, allen Charakteren die deutschen Filmstimmen zu verleihen. Soundtechnisch gibt es nichts zu meckern, dank des stimmigen Herr der Ringe-Soundtracks wird das Spiel zu einem richtigen Ohrenschmaus.
Dann ist da aber noch der Multiplayermodus und der macht wirklich Laune. Das reformierte Aufbausystem, die drei neuen spielbaren Parteien samt einiger frischer Spezialfähigkeiten und das Ich muss meine Festung um jeden Preis verteidigen-Gefühl haben mich den Frust, den ich im Einzelspielermodus erlebt habe, so gut wie vergessen lassen. Im Großen und Ganzen hat Schlacht um Mittelerde 2 seinen Vorgänger letztendlich trotz des zu kurzen Einzelspielerumfangs übertrumpft. Egal ob Filmfans, Romanleser, Neueinsteiger oder fette, garstige Hobbits, alle Strategiespieler dürfen, nicht zuletzt wegen der 1A-Präsentation und Atmosphäre ohne große Bedenken zugreifen.