Gesamtwertung65%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Auch kleine Leute kommen ab und zu ganz groß raus. Bilbo Beutlin, kaum größer als eine Mülltonne, schließt sich in Der Hobbit einer außergewöhnlichen Gruppe an: zusammen mit 13 Zwergen und dem Zauberer Gandalf versucht er, den Einsamen Berg und somit auch den legendären Zwergen-Schatz, der Bill Gates arm aussehen lassen würde, aus den Klauen des Drachen Smaug zu befreien. Auf seiner Reise begegnet er aus Herr der Ringe bekannte Charaktere, die ihm meistens aber nichts Gutes wollen. Ob das Abenteuer spannend bleibt, erfahrt ihr bei uns. Auf einen langweilen Anfang wurde sofort mal verzichtet. Stattdessen startet das Spiel mit einem munteren Gemetzel zwischen Orks und Menschen mittendrin unser kleiner Halbling, der wagemutig auf die Gegner eindrischt. Aber keine Sorge, niemand wird hier schon den frühen Heldentod sterben, da es sich nur um einen Traum handelt. Trotzdem kann man sich schon früh an die Steuerung gewöhnen, die uns durch das ganze Spiel verfolgen wird.
Erst nach diesem (Alb-)Traum beginnt das wahre Spielgeschehen. Mit einem Spazierstock ausgestattet, geht es ab ins quietschbunte Auenland, um die bevorstehende Reise vorzubereiten. Kleinere Quests wie beispielsweise das Finden einer Stricknadel stehen dabei noch im Mittelpunkt der Story. Weitere Rätsel wird es auch noch im späteren Spielverlauf geben, allerdings dann durch heiklere Aufgaben ersetzt. Allgemein betrachtet ist der erste Einsatz im Auenland aber mit dem ersten Date zu vergleichen. Statt sofort zur Sache zu kommen, lernt man sich erst näher kennen.
Auf das Spiel bezogen heißt das, dass reichlich Zeit ist, sich an die Steuerung und an das Spielprinzip generell zu gewöhnen, da keine Gegner auftauchen. Die fehlenden Feinde im Auenland, der Heimat Bilbos und Ort des ersten Level, sind berechtigt. Niemand kann erwarten, dass er in die Haut eines Herkules in Miniatur-Format schlüpfen wird. Bilbo, vom leichten Leben in Hobbingen verwöhnt, ist leider etwas schwach auf der Brust. Erst durch das Aufsammeln so genannter Mutpunkte, die in Form von Juwelen in allen Levels zerstreut sind, steigt nach und nach seine Lebensenergie und er kann mehr Treffer einstecken. Und auch das Geld liegt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße. Silberpennys verhelfen unserem Helden zu Reichtum und ermöglichen es uns, am Ende eines Kapitels dem Händler einen Besuch abzustatten, um uns mit Tränken und anderen nützlichen Dingen zu versorgen. Tränke bezieht sich nicht auf Cola, Bier, Schnaps etc was sicherlich auch lustig wäre sondern auf Heil- und Gegengift-Mittelchen, die gut zu gebrauchen sind! Neben diesem oftmals überlebenswichtigen Gesöff hat das Inventar leider nicht viel mehr zu bieten. Das komplette Waffenarsenal besteht aus einem Spazierstock, dem Schwert Stich und Wurfsteinen.
Letztere eignen sich gut dazu, lästige Gegner auf Distanz zu bekämpfen. Zu unserem Glück erleichtert die etwas dämliche KI das ganze, indem die Kreaturen von Mittelerde bei Bewurf nicht flüchten, sondern seelenruhig stehen bleiben und auf den nächsten Stein warten. Später gesellt sich noch der Ring der Macht dazu, den wir uns von Gollum, dem Vorbesitzer, erspitzen, aber wirklich notwendig ist er eigentlich nicht. Er ermöglicht es, sich unsichtbar zu machen und somit an Gegner vorbei schleichen zu können, aber der Großteil an Gegner ist ohnehin dagegen immun.
Erhältlich ist der Titel zwar unter der Bezeichnung Action-Adventure, die Action-Einlagen dominieren dabei aber deutlich. Die meisten Rätsel könnte man auch im Halbschlaf lösen und umschreiben meistens nur höflich Suche Gegenstand xyz, um weiter zu kommen. Übrigens sind Quicksave/Quickload Orgien nicht möglich, da man nur an bestimmten Speicher-Sockeln, die fair in den Missionen verteilt sind, speichern kann.
Einerseits setzt Der Hobbit auf fröhlich und bunt gestaltete Welten, aber andererseits sehen die Spielfiguren an sich wie ein schlechter Witz aus. Besonders in Zwischenszenen erkennt man gut die Grobheit der Texturen, wie man sie aus den 90iger Jahren kennt. Ebenfalls negativ ist die Kamerasicht, besonders in Kämpfen verliert man allzu schnell die Übersicht, was aber auch an der stellenweise trägen Steuerung liegt.
Bei dieser ist nämlich keine Mausempfindlichkeit einstellbar, was eine komplette Umstellung der Spielgewohntheiten nach sich ziehen kann. Oder aber man verzichtet komplett auf die Maus und spielt nur mit Tastatur, was im Prinzip auch möglich ist. Konstant gut hingegen ist die musikalische Untermalung. Höhepunkt in Sachen Sound ist der Gastauftritt von Comedian Bastian Pastewska, der den Part von Bilbo himself spricht. Obwohl er aber den Hauptcharakter spricht, hört man ihn leider viel zu selten. Schade eigentlich
Der Hobbit im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Sierra Studios?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.