Die Römer

Review
Plattform
PC
Vertrieb
CDV
Entwickler
Haemimont
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
6
Die Römer [PC , looki.de]

Gesamtwertung

75%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Die Römer

Die Antike lebt! Nicht erst seit der Reanimierung des Sandalenfilms durch Gladiator und die Weiterführung durch Troja oder Alexander ist die Begeisterung für die Zeit der Mythen, Heroen und Legenden lebendiger denn je. Dies gilt natürlich besonders für das PC-Zeitalter. Hier war die Antike schon immer Thema. Wer erinnert sich nicht gerne an Titel wie Caesar, Pharao oder auch die zahlreichen Point and Click Adventures von den Anfängen des PCs bis heute? Grund genug also, auch in diesem Jahr mit der Antike weiterzumachen. Den Beginn setzt die Aufbau-Strategie Die Römer, deren Wurzeln nicht nur in Rom, sondern für das Spiel in Bulgarien liegen.

Hacke, Spitze und hoch das Bein!

Zunächst einmal wählt ihr, bevor ihr überhaupt mit dem Siedeln beginnt, aus, was ihr tun wollt. Zur Wahl stehen euch die Kampagne, einzelne unterschiedlich schwere Szenarien oder eine Art Endlosmodus. Habt ihr euch dann entschieden, beginnt ihr mit dem umfangreichen und sehr gut gemachten Tutorial, welches euch Stück für Stück in das Spiel einführt. Natürlich werdet ihr als allererstes mit der Steuerung vertraut gemacht. Diese geht wirklich spielend leicht von der Hand. Die Römer ist quasi mit der erste Titel, welchen ihr mit einer Hand spielen könnt. Das am linken Bildschirmrand befindliche Interface gibt euch permanent einen Überblick über euer stetig wachsendes Reich, ohne euch mit unübersichtlichen und trockenen Informationstabellen zu quälen. Lediglich die wichtigsten Statistiken, die ihr im Auge behalten solltet, um Erfolg zu haben, sind aufgeführt. Ein Klick auf die rechte Maustaste genügt und ein Kontextmenü öffnet sich. Hier könnt ihr nun auswählen, was eure Sklaven als nächstes für euch bauen sollen. Häuser, welche sich auf einer höheren Ausbaustufe zu Casas entwickeln, die Wirtschaft mit Primärbetrieben wie Farmen und Schweinemastbetrieben, Rohstofflieferanten für Holz, Eisen, Marmor (erst später erhältlich) oder auch Lehm, Wein, Oliven sowie Sekundärbetrieben wie Schneidereien, Bäckereien, Metzgereien oder auch die beliebte Taverne, in welcher ihr den neusten Klatsch erfahren könnt, der euch zum einfacheren Verwalten eurer Stadt verhilft, und vieles mehr, lassen eure Siedlung wachsen und gedeihen

Die Götter wollen geliebt werden

Doch nach und nach steigen die Ansprüche eurer Bewohner. So müssen die ersten Statuen, komplexe Gartenanlagen und zahlreiche andere Verschönerungen gebaut werden. Hierbei solltet ihr stets die Priorität der Baumaßnahmen im Fokus behalten, da bei Materialknappheit die Arbeit zunächst ruht. Vor allem im Bereich der Sakralbauten dürfte eine verzögerte Fertigstellung der diversen Altäre, Tempel und anderer Heiligtümer den Göttern nicht genehm sein. Und wer hat schon gerne den Zorn der Allmächtigen gegen sich? Apropos Zorn: Auch die eigene Bevölkerung sollte nicht zu lange mit ihren Wünschen nach Brot und Spielen hingehalten werden. Denn während sie in den ersten Spielstunden noch klaglos das eine oder andere fehlende Weinfass in den Tavernenkellern hinnehmen und etwas später über mangelnde Kleidung murren, werden sie im späteren Verlauf auch schon mal die eine oder andere Revolte anzetteln. Spätestens dann sollte der weise Stadtfürst eingreifen. Anderenfalls müsst ihr euch nicht wundern, wenn es zu einem ordentlichen Staatsstreich gegen euch kommt. Mission verloren – Spiel zuende.

Krieg oder nicht Krieg? Bei den Römern keine Frage

Freundlicherweise haben die Entwickler von Haemimont Games das Thema Krieg nicht so hoch angesetzt wie es beispielsweise die Sunflower Studios mit Anno oder Bluebyte mit den Siedlern getan haben. Zwar gibt es auch die Barbaren, welche ab und an zu Überfällen und Beutezügen neigen. Doch sind diese eher selten, sodass vorwiegend ein friedliches Siedeln möglich ist. Auch wenn die eine oder andere Schlacht von euch, oder eben besagten Barbaren vom Zaun gebrochen wird, nimmt der Schlachtenanteil einen eher untergeordneten Stellenwert in Die Römer ein. Wem der Solopart und die Einzelmissionen, in denen ihr meist als Retter in der Not von einer Stadt herbeigerufen werdet, oder unter unwirtlichen Bedingungen eine Stadt errichten müsst, zu langweilig ist, der kann im Mehrspielermodus weiter siedeln, was durchaus Spaß macht, bei weitem aber nicht so spektakulär ist, wie der Singleplayer.

Knuddeln und Wuseln in Reinkultur

Wer Die Siedler nach dem mehr oder minder wenig erfolgreichen fünften Teil schmerzlich vermisst, der wird Die Römer fast schon lieben. Denn nicht nur Siedler-Fans wussten, was sie an ihren kleinen Knuddelfiguren hatten: Wuseln, wuseln und noch mal wuseln. Was gab es schöneres, als sich nach dem Aufbau einer florierenden Siedlung zurückzulehnen und seinem Völkchen beim Tagwerk zuzusehen? Und eben diesen Wuselfaktor bekommt ihr auch bei Die Römer geboten. Nicht ganz so perfekt, aber immer noch schön anzuschauen. Die Entwickler setzten die Arbeit eurer Stadtbewohner wirklich liebevoll in Szene. So könnt ihr der Schneiderin zusehen, wie sie die Tuche bearbeitet, dem Förster, wie er angestrengt einen Baum mit der Axt bearbeitet oder den Kindern, wie sie mit dem Ball spielen oder dem Seil munter über die Straßen springen. Das macht einfach Laune! Natürlich verpasste Haemimont Games dem Ganzen einen zeitgemäßen 3D-Look, welcher zwar nicht mit einem Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 mithalten, dennoch – dank gut in Szene gesetztem Setting, stimmungsvollem Tag- und Nachzyklus, Wettereffekten, welche leider keine Auswirkungen auf das Spiel haben, und hübschen Landschaften sowie natürlich den Römern als Stars des Spiels – überzeugen kann.

Der Sound ist durchweg gut gelungen. Vereinzelt hört ihr Die Siedler-typische Geräusche wie Axtschläge, die einen Baum bearbeiten Ambosse, auf denen Eisen bearbeitet wird und Kinderlachen. Die Musik hält sich dezent im Hintergrund und plätschert vor sich hin. Ein besonderer Clou, der so in bislang keinem Spiel integriert worden ist: Wer über die nötigen Lateinkenntnisse verfügt, oder immer schon mal Die Römer „im Original“ spielen wollte, hat hierzu Gelegenheit. Im Optionsmenü könnt ihr sowohl den Bildschirmtext, als auch die Sprachausgabe auf Latein umstellen. Ein wirklich gelungenes und das Spiel belebendes Feature.

Fazit

Auch wenn bei Die Römer der Krieg weniger wichtig ist, als das eigentliche Siedeln und Errichten einer florierenden Wirtschaft, ist der Titel mit Sicherheit auch eine Kaufempfehlung für Fans opulenter Schlachten. Denn eines zeichnet Die Römer aus: Obwohl das Gameplay schlicht ist, ist der Inhalt des Spiels umso komplexer ohne kompliziert zu werden. So schöpfen Genreprofis bereits zu Beginn des Spiels aus dem vollen Wissen, während Einsteiger gemütlich durch das nett gemachte Tutorial begleitet werden. Die Grafik reißt keine Bäume aus, wurde insgesamt allerdings liebvoll umgesetzt. Bis das viel gepriesene CivRome erscheint, bietet Die Römer auf jeden Fall eine lohnenswerte Abwechslung.

Die Römer [PC , looki.de]

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