Gesamtwertung82%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Mit Die Siedler II: Die nächste Generation glückte Publisher Ubisoft im September letzten Jahres die Neuauflage des BlueByte-Titels aus dem Jahre 96. Sowohl der unverwechselbare Charme als auch der allseits beliebte Wuselfaktor kam in der Neufassung zum Ausdruck und sorgte bei vielen Nostalgikern für schlaflose Nächte. Um eben diese zu verlängern und um einige sinnvolle Neuerungen in Die nächste Generation zu integrieren veröffentlichte man nun das Wikinger Addon, welches mit neuem Questsystem, einer neuen Kampagne und weiteren frischen Features daherkommt. Doch ob sich der Kauf wirklich lohnt, verrät euch das Looki Review!
Hey, hey Wickie ..
Mit der Erweiterung wird die Auswahl an spielbaren Völkern um die Wikinger erweitert, die sich dabei jedoch lediglich optisch von den Römern, Nubiern und Asiaten unterscheiden. Somit kann der Spieler weder mit neuen Gebäuden, noch mit neuen Einheiten rechnen; auch neue Güter wurden nicht integriert. Stattdessen begleitet man eine Gruppe tapferer Wikinger, angeführt von ihrem Häuptling Eirigg, durch eine Kampagne mit zwölf Missionen. Die Story ist dabei wiederum einfach gehalten, erweist sich jedoch im Vergleich zur Hauptversion als weitaus durchdachter und komplexer. So verschlägt es die Wikinger, angeführt von ihrem Häuptling Eirigg, durch ein Dimensionstor in eine fremde Inselwelt. Kurz nach ihrer Ankunft wird das Portal zerstört und jeglicher Rückweg abgeschnitten, sodass Eiriggs Mannen nichts anderes übrig bleibt, als einen anderen Weg zurück in die Heimat zu finden.
Auf ihrem Weg treffen sie dabei auf verbündete Nubier, die ihnen mit helfend zur Seite stehen und wie Römer und Asiaten ebenfalls in einigen Missionen spielbar sind, denn der Feind in Form der Wolfspiraten verteidigen die Portale bis auf ihr Leben. Dennoch besteht das Ziel nicht immer darin auf direktem Wege auf das Dimensionstor zuzumarschieren und sämtliche Feinde zu besiegen, da in der Erweiterung besondere Nebenmissionen zum Tragen kommen, die den Spieler zusätzlich fordern und der Kampagne weitern Tiefgang geben. Diese Subquests gehen zwar zum größten Teil mit dem Hauptziel einher, jedoch müssen beispielsweise nebenbei Sklaven befreit werden um an Gold zu gelangen, oder Steine per Wasserwege von einer Insel zur anderen transportiert werden. Nicht selten verlängert diese Art von Aufgaben die ohnehin schon sehr lange Spielzeit und steigert zusätzlich die Langzeitmotivation.
Auffällig dabei ist auch, dass die KI im Addon weitaus reifer und aggressiver wirkt. Stupides Abwarten und Verteidigen ist somit vom Gegner nicht mehr zu erwarten, was sich in taktisch ausgefeilten Angriffen und dem geschickten Einsatz von Katapulten widerspiegelt. So versucht der Computer beispielsweise schwächere Militärgebäude zu besetzen und die Ländereien des Spielers zu teilen, sodass der komplette Wirtschaftskreislauf zusammenbricht.
Als einfallslos erweisen sich indes die unübersichtlichen Kamerafahrten, die dazu dienen die Story während den einzelnen Missionen weiterzuspinnen. Hierbei bleibt die Kamera meist minutenlang auf einzelnen Stellen der Karte stehen, während der Erzähler die Geschichte weitererzählt. Hier hätte man vielleicht auf die im Intro des Hauptprogramms benutzen Pergamentrollen zurückgreifen können, wodurch die Story lebendiger gewirkt hätte. Dem Erzähler kann dabei keinen Vorwurf gemacht werden, überzeugt dieser doch auf ganzer Linie.
An Übersicht gewinnt hingegen das gesamte Spielgeschehen durch neue Statusmeldungen und leicht verbessertes Interface. So erfährt der Spieler nun auch, sobald der Angriff seiner Soldaten erfolgreich gewesen ist, oder gar ein gegnerischer Angriff abgewehrt wurde. In Bezug auf das Militär wird ebenfalls angezeigt, wenn Baracken, Festungen oder Wachtürme nicht voll besetzt sind.
Durch die Meldung Warenstau an Fahne! erhält der Spieler Überblick über wichtige Knotenpunkte von Handelswegen, sodass diese rasch ausgebaut werden können. Zu guter Letzt wird der Spieler über fertig gestellte Werkzeuge benachrichtigt, was im Vergleich zur Hauptversion einen kleinen Zeitvorteil bringt, da man sich so das ständige Überwachen der Schlosserei spart. Nichtsdestotrotz wird der Spieler spätestens beim Zeitraffen von Statusmeldungen überschlagen, sodass diese sehr bald ignoriert werden.
Weltenbauer
Ein weiteres Herzstück der Erweiterung bildet neben der neuen Kampagne der Kartengenerator, der Karten in verschiedenen Größen anhand der Vorgaben des Spielers erstellt. Somit muss das Terrain nicht mehr selbst gestaltet werden, oder Rohstoffe per Hand verteilt werden. Besonders gelungen ist dabei das Höhenmap-Feature, welches ermöglicht ein eigenes Bild als Ausgangspunkt für die zu erstellende Karte zu verwenden. Dunkle Punkte erkennt der Computer dabei als Täler, hellere Flecken als Berge. Die selbst erstellen Karten lassen sich selbstverständlich dann auch im Multiplayermodus verwenden.
Grafik die gefällt, Sound der begeistert
Dass die Erweiterung in Sachen Grafik im Vergleich zur Hauptversion keine Steigerung mehr erfahren würde war klar, dass der Sound dabei umso mehr überzeugen würde, nicht. So ist die Synchronisation des Erzählers wie im oberen Abschnitt beschrieben mehr als gelungen und die heroischen Melodien wissen ebenfalls zu gefallen. Vor allen Dingen im Hauptmenü kommt die Musik hierbei zur Geltung.