Die Sims 2: Nightlife

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Maxis
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
0
Die Sims 2: Nightlife [PC , looki.de]

Gesamtwertung

75%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Die Sims 2: Nightlife

Stand im ersten Addon noch die Bildung und der Berufsweg im Mittelpunkt, dreht es sich nun - mal wieder - um die Beziehungskisten der Sims. Wie schon das Addon “Hot Date”, das für den ersten Teil der Sims-Spielereihe die Gemeinschaftsgrundstücke eingeführt hat, bietet Die Sims 2: Nightlife eine Auswahl verschiedenster Einrichtungen, in denen sich unsere paarungswilligen Sims verabreden können. Tatsächlich ist die Auswahl an Restaurants, Kneipen, Discos, Bowlingcentern und Schwimmbädern recht groß und passt zunächst auch gar nicht in unsere schon angelegte Stadt. Für jede Nachbarschaft wird somit ein neues, “Downtown” genanntes Gebiet eingeführt, das sämtliche Entertainmenteinrichtungen beherbergt. Eine erste “Downtown”, die mit ca. 30 Lokalitäten und auch etwas Wohnfläche mitgeliefert wird, kann jeder Stadt zugeordnet werden. Natürlich lassen sich aber auch eigene Downtowns mit vielen, vielen selbst erstellten Gemeinschaftsgrundstücken errichten.

Nicht nur, dass unsere Sims nun mehr Treffpunkte haben, auch die Art und Weise, wie sie Kontakte, Freundschaften und enge Beziehungen knüpfen, hat sich leicht verändert. Inzwischen verfügt jede Simsstadt über eine Heiratsvermittlerin, der man bis zu 5.000 Simoleons für eine hoffentlich erfolgreiche Vermittlung zahlen kann. Sie führt im Normalfall zusammen, was zusammen gehört, gibt es doch nun “An- und Abturner“, die bei der Erstellung eines Sims festgelegt werden müssen. Die Auswahl der Kriterien ist eher beschränkt und - das müssen wir als emanzipierte Erdenbürger feststellen - recht oberflächlich. Eine runde und gut proportionierte Figur, wie sie beispielsweise unser Ulli Kunz hat, kann für unseren zu erstellenden Sim demnach als absolutes K.O.-Kriterium festgelegt werden. Auf der anderen Seite könnten Fitness und ein guter Geruch Dinge sein, die unseren selbst erstellten Sim ganz schön anmachen und das Aufbauen einer Beziehung erleichtern.

Über das Telefon lassen sich neuerdings auch Nachbarsims, an denen man Interesse hegt, zu einem Date in die Innenstadt einladen. Neu ist dabei vor allem, dass ein Countdown während des Dates läuft und die Qualität der Verabredung bewertet wird.

Umso besser sich das Date entwickelt, umso mehr Zeit steht einem zur Verfügung, den anderen Sim von den eigenen Qualitäten zu überzeugen. Anfangs sind dies drei Sims-Stunden, die nur wenig Gelegenheit bieten, Verhältnisse zu intensivieren. Es ist dabei auch in etwa wie im richtigen Leben. Wer es in den ersten fünf Minuten nicht packt, bekommt in aller Regel auch keine weiteren zehn Minuten dazu.

Leichter fällt dahingegen möglicherweise das Date mit einer ganzen Gruppe von Nachbarn, das nun ebenfalls per Telefon angeleiert und initiiert werden kann.

Fahrgemeinschaften sind out, Fahrgemeinschaften sind viel zu ökologisch. Endlich kann ein jeder Sims auch mit einem eigenen Fahrzeug ein Statement zur Umweltverschmutzung abgeben. Dabei reicht die Palette von billigen, gebrauchten Schamotten, denen Natur und damit verbunden - die Oxidation schon arg zugesetzt haben, zu Familienvans und sportlichen Sportwagen, die für etwas mehr als 10.000 Simoleons über die digitale Ladentheke gehen. Durchaus gut gelungen sind die zahlreichen Features, die so ein Fahrzeug mit sich bringt. Hängt der Haussegen schief, kann sich er Sim auch in seinem Auto verkrümeln, Radio hören oder mit einem Beisitzer diskutieren. Dabei kann zwar jeder in einem Auto sitzen, doch nur einer darf es fahren. Die Zuordnung ist zwar mit wenigen Klicks veränderbar, will aber jeder Sim täglich mit dem eigenen Auto zur Arbeit, benötigt ein jeder auch ein eigenes Fahrzeug.

Das eigene Automobil dient aber nicht nur dazu, mit ihm zum Malochen zu fahren oder darin angeregte Diskussionen oder ein “Techtelmechtel” durchzuführen, es darf auch dazu genutzt werden, sich auf die Piste, also zu einer Disco oder Sonstigem zu bewegen und dort zu schlemmen oder abzutanzen. Jeder Ausflug kostet dabei aber einen gewissen Betrag.

Der einzige Vorteil, der sich durch die eigene Anreise ergibt, ist, dass das eigene Fahrzeug dann direkt vor dem Gemeinschaftsgrundstück parkt und somit Gelegenheit bietet, bei einem misslungenen Date noch schnell zu flüchten. Eigentlich kann man aber auch mit dem Taxi fahren.

Natürlich sollte jedes Auto auch eine Behausung haben, damit es vor den immer noch nicht vorhandenen Wettereffekten gut geschützt ist: Im Baumodus lässt sich so schnell, aber wie erwartet auch nicht unbedingt einfach eine Garage errichten. Auf jeden Fall muss aber auf dem Gelände ein PKW-Stellplatz abgesteckt werden, der nicht wenige Quadratmeter für sich einnimmt. Ansonsten bleibt die Zahl der neu hinzugekommenen Objekte eher überschaubar, lohnt sich die Anschaffung der meisten Utensilien doch nur für Gemeinschaftsgrundstücke. Es ist zwar prinzipiell möglich, eine Bowlingbahn in den eigenen vier Wänden aufzustellen, doch sollte man sich klar machen, dass diese doch ein wenig mehr Platz als der durchschnittliche PC einnimmt. Erfreulich sind die neu hinzugestoßenen Kunstwerke, mit denen sich die manchmal recht kahlen Wände noch ein wenig aufpeppen lassen.

Besitzer des Hauptspiels Die Sims 2 können seit dem Release auch im Leben außerirdischer Sims herumpfuschen. Mit Die Sims 2: Nightlife kommt nun - passend zur Nacht - eine andere Kuriosität in die Sims'sche Nachbarschaft: Vampire. Weil diese Nachtgestalten ganz besondere Bedürfnisse haben, bietet das neue Sims Addon auch gleich noch die passende Ausstattung zur Gruft: zum Beispiel Särge, in denen die Blutsauger lichtgeschützt nächtigen und sich erholen können. Die ersten Vampire im Spiel sind NPCs, von denen sich ein Sim beißen lassen kann. Schnell verwandelt er sich dann in ein solches Nachgespenst, das sich bei Tageslicht ganz und gar nicht wohlfühlt. Zur Not lassen sich Vampire auch mit einem der vielen Gebräue, die die etwas mysteriös anmutende Heiratsvermittlerin bei sich führt, zum menschlichen Dasein zurück bekehren. Oder aber sie überzeugen genügend Freunde, ein gutes Wort für sie einzulegen.

Natürlich lässt sich Die Sims 2: Nightlife auch problemlos ohne die erste Erweiterung spielen, dann muss jedoch auf die wilde Studienzeit und die neuen Objekte, die diese mit sich brachte, verzichtet werden. Möglicherweise ist es für viele aber auch besser, nur mit einem Addon zu spielen. Wie sich während des Spielens herausstellte, hatte selbst unser recht gut ausgestattetes Testsystem (3,6 GHz Pentium IV, 1024 MB RAM und ATI Radeon X800) oft Probleme, das Spiel ruckelfrei darzustellen. Völlig neu ist zum Beispiel, dass die Nachbargrundstücke samt Bebauung auch während des eigentlichen Spiels angezeigt werden. Zwar ist die optische Qualität der Nachbarhäuser auch bei einer hohen Detailstufe eher bescheiden, doch schaut das Fleckchen Erde, das sonst immer kahl um die eigene Behausung herumlungerte, nun etwas lebendiger aus. Leider nagt dieses Feature an der Spielperformance und wird wohl von der Mehrzahl der Simser deaktiviert werden. Ohne zoomt und dreht es sich einfach besser.

Von diesem neuen Feature einmal abgesehen, hat sich an der Optik des Spieles nichts geändert. Man darf wohl auch von den noch kommenden Addons - und hier sind wir uns sicher, dass es noch einige werden - keine grafische Aufbesserung erwarten.

Es ist schon allerhand, wenn die Grafikpracht nicht mit jedem Erweiterungspack einen Deut herunter geschraubt werden muss, um überhaupt noch ein einigermaßen flüssiges Spiel zu erlauben.

Neu sind natürlich wieder ein paar schön klingende Musikstücke, die einem schon während des Ladens um die Ohren schlagen. Die Auswahl reicht dabei von elitärer Kaffeehausmusik bis zu House- und Technomusik, die nicht jedem zusagen, aber thematisch eben zu den neu hinzugekommenen Discos und Szenekneipen passen. Insgesamt also eine gelungene Auswahl. Etwas anderes sind wir aber von einem Sims-Spiel auch nicht gewohnt beziehungsweise hätte uns arg überrascht.

Fazit

Eingefleischte Sims-Fans haben diese Erweiterung schon längst. Gelegenheitssimser, die immer noch über eine Anschaffung nachdenken, sollten aber genauestens prüfen, ob sie knapp 30 € für eine Erweiterung ausgeben, die keine großartige Veränderung des Spielprinzips mit sich führt. Verabredungen kann man auch schon ohne Die Sims 2: Nightlife auf den diversen Gemeinschaftsgrundstücken abhalten. Im Prinzip wird das Spiel nur um ein paar nette Gimmicks erweitert, die ab einer bestimmten Familiengröße nur noch mehr Arbeit machen. Das Spiel wird somit zum Stressprogramm. Das sollte es nicht sein.

Bei Die Sims 2: Nightlife handelt es sich freilich nicht um eine identische Umsetzung des recht erfolgreichen Sims 1-Addons “Hot Date”, trotzdem scheint es auch nicht mehr als ein Aufguss zu sein.

Die Sims 2: Nightlife [PC , looki.de]

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?