Heutige Situation - Mittendrin statt nur dabei
Blickt man auf aktuelle und kommende Spiele-Titel, so fällt eindeutig auf, dass sich der Trend der vergangenen Jahre in Richtung Technik entwickelt hat. Schönere Optik, intelligentere KI und vor allem die bedrückend realistische Physik sind noch immer das Markenzeichen für zukunftsweisende Produkte. Beispiele sind Titel wie Max Payne 2 oder das Vorzeige-Projekt aus dem bayerischen Coburg, Far Cry . Hier geht es in erster Linie darum, dem Spieler eine immer glaubwürdigere Welt zu vermitteln und damit ein noch intensiveres Spiel-Erlebnis.
Licht und Schatten
Gerade auf Screenshots und in kurzen Trailern können sich Spiele von ihrer technischen Glanzseite zeigen. Während die Masse von Grafik, den Animationen und der KI begeistert ist, schließen Previews meist mit hoffnungsvollen Worten ab. Spätestens zum Release wird der Spielspaß jedoch durch Bugs, viel zu kurze Spielzeit oder miese Performance getrübt. Zu geringe Gegner-Vielfalt und langweilige Story-Anleihen sind ebenso gerade in den letzten Monaten zum Vorzeige-Delikt der Entwickler geworden. Was vor Erscheinen wie ein bombastischer Titel aussieht, stellt sich im Nachhinein nicht selten als technisch hochentwickeltes, aber spielerisch enttäuschendes Machwerk heraus.
Back to the roots!
Je mehr sich der neue Technik-Sprung allerdings zum Standard entwickelt, kehren Spieler wieder zu den alten Bedürfnissen zurück. Die Skepsis vor dem Release wird größer, es wird immer häufiger auf Tests und Demos zurückgegriffen ein eindeutiges Zeichen für die Entwickler, ebenfalls zu den Wurzeln zurückzukehren und mehr Wert auf die eigentlichen Spielspaß-Faktoren zu legen, die schon zu Beginn des Computer-Zeitalters ausschlaggebend waren. Anstatt hinter den Erwartungen zurückzubleiben, möchte man den Markt mit neuen Features und verbesserten Spiele-Standards, etwa einer interessanteren Story, bereichern.
Ob der Umschwung gelingt, kann momentan noch nicht behauptet werden. Klare Trends sind allerdings schon heute zu erkennen, welche wir euch im Folgenden näher vorstellen möchten.
Trend 1: Multiplayer
Battlefield 1942 war der Vorreiter für einer der großen Zukunfts-Trends in den kommenden Jahren, dem Multiplayer-Part. Ob Online oder im heimischen Netzwerk: Nie waren Spiele spaßiger und einfacher an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Die Gegenspieler sind menschlich, reagieren demnach auf die eigenen Kommandos und entwickeln neue Taktiken. Fahrzeuge verleihen dem Spiel Tiefgang, die zahlreichen Maps spielen sich bei jeder Partie unterschiedlich und sorgen für stundenlangen Spielspaß. Missionen, Scripts und Bot-KI sind hierbei nur im Singleplayer-Modus nötig und stehen für kleinere Trainings-Runden zur Verfügung.
Durch Mods und eine riesige Community ist Langzeit-Motivation ebenso garantiert, wie hohe Verkaufszahlen. Kommende Battlefield Kopien, etwa Star Wars: Battlefront oder Joint Operations bringen eigene Ideen ein und transportieren das Spielprinzip in neue Szenarios.
Trend 2: Genre-Kreuzungen
Zeiten, in denen Spieler gezielt nach Action und Adventures suchten, sind vorbei. Schon seit kurzem werden immer mehr Genres zu neuen Kreuzungen vereint. So eroberte Tomb-Raider als Action-Adventure den Markt oder Tom Clancys Splinter Cell gründete das Genre Stealth-Action. In Zukunft wird sich dieser Trend fortsetzen. Immer mehr Spiele werden Genre-übergreifend entwickelt und bieten völlig neue Mixturen aus den beliebtesten Kategorien. Zuletzt erschien Deus Ex 2 als solches und bot eine Mischung aus Action, Ego-Shooter, Adventure und Schleichabenteuer.
Trend 3: Packendere Handlung
Erst vor wenigen Tagen bewies Ascarons Rollenspiel-Hoffnung Sacred, dass selbst die höchste Wertung kläglich an der Hintergrundgeschichte scheitern kann. Trocken, unlogisch, kaum motivierend Wesentlich verantwortlich für den Bezug zum Spiel-Charakter, wird die Handlung auch in Zukunft eine tragende Rolle spielen und ausschlaggebend für den Spielspaß sein. Hier wollen die Entwickler kräftig nachbessern und komplexere, packendere Hintergründe liefern. So kümmern sich professionelle Autoren um die Story von Half-Life 2 und Doom 3 , weitere Entwickler-Studios haben ähnliche Vepflichtungen bereits angekündigt.
Trend 4: Sound-Kulisse
Der Aufmarsch der Dolby Sorround-Systeme hat längst begonnen. Im Zuge von aufwändigen Soundkarten und fallenden Preisen setzen auch Entwickler immer häufiger auf 5.1-Unterstützung in Spielen. Umgebungsgeräusche tragen nicht nur zur Atmosphäre bei, sondern sind ebenso für den Realismus notwendig. So können Gegner besser geortet werden und der Rückschlag eines Maschinengewehrs dringt noch glaubwürdiger aus den Boxen hervor.
Trend 5: Grafik und künstliche Intelligenz
Rein optisch dürfte in den nächsten Monaten ein technischer Standard erreicht sein, der sich in den darauffolgenden Jahren nur geringfügig weiterentwickeln wird. Die Entwickler bauen hauptsächlich auf die im Spiel enthaltenen Gegner, die sich in Sachen künstlicher Intelligenz ( KI ) und taktischem Verhalten immer weiter verbessern werden. Was in den letzten Jahren stets angekündigt, aber nie umgesetzt wurde, könnte schon im März diesen Jahres Wirklichkeit werden. Mit dem Erscheinen von Far Cry werden erstmals spielentscheidende Gegner-Klassen verwendet, die sich untereinander absprechen, auf die Umgebung reagieren und dementsprechend ihre Taktiken ändern. Das Einkreisen des Spielers oder Befehle per Handzeichen funktionierten bereits in einer kürzlich erschienenen Demo-Version enorm gut.
Trend 6: Support
Oft bemängelt, nie verbessert: Der Support mancher Spiele-Firmen ist noch immer ein Rätsel für sich. Fehlerhafte Spiele, leere Versprechungen und täglicher Patch-Nachschub sind nur einige der Spielspaßhemmungen. Dass sich die Branche gerade in diesem Bezug gebessert hat, zeigt der Trend der vergangenen Monate. Demos lassen Spieler schon vor Release einen ersten Blick auf das ersehnte Produkt wagen, Beta-Tests versprechen weniger Bugs und zudem Kritik und Verbesserungen am Spielgeschehen. Ebenso erfreulich sind Patches, welche nicht nur Fehler-Behebungen, sondern mitunter komplette Maps und Kampagnen enthalten und somit für offiziellen Nachschub sorgen.
Fazit: Gute Vorsätze
Die Entwickler haben sich wahrhaftig viel vorgenommen. Sollten sich Trends und sämtliche Vorsätze in den kommenden Jahren bewahrheiten, so können wir uns auf Spiele mit aktuellster Technik, aber traditioneller Spielweise freuen. Zwar handelt es sich hierbei nur um Prognosen, wir sind jedoch zuversichtlich und hoffen, dass die Entwickler aus den Fehlern und den zahlreichen, unzufriedenen Käufern der enttäuschenden Produkte gelernt haben. Wir freuen uns auf die kommende Generation der Computer-Spiele und wünschen allen Entwicklern eine erfolgreiche Zukunft wie auch den Spielern ein weiterhin spannendes Hobby!
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