Gesamtwertung75%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Mehrere Millionen Kunden, die meisten hochzufrieden, spielen tagelang nur ein Spiel: Diablo 2. Ob im Internet, im Singleplayer Modus oder auf LAN Parties, Blizzard`s Actionrollenspiel bricht alle Rekorde. Faszination pur.
Ein Jahr später das gleiche. Diablo 2: Lord of Destruction, das Add On, verkauft sich wie 'Geschnitten Brot' und rangiert auf allen Verkaufslisten trotz des relativ hohen Preises auf Platz 1. Doch was passiert ein weiteres Jahr später? Das Actionrollenspiel Divine Divinity kommt auf den Markt. Das Spiel ist die Weiterführung von Attic`s ehemaligen deutschen Rollenspiel LMK. Nach der Pleite von Attic nahmen sich die Jungs von den Larian Studios das Spiel zu Herzen; das Ergebnis ist Divine Divinity.
Ob die Larian Studios ihr Ziel erreicht haben und Divine Divinity ein Jahr nach der Diablo 2 Erfolgswelle ebenfalls ein Erfolg wird, könnt ihr im folgenden Justgamers.de Divine Divinity Review nachlesen.
Story & Menü
Wie die meisten Rollenspiele beginnt auch Divine Divinity mit der Charakterwahl. Vorgefertigte Helden müssen dabei ausreichen, denn anders als in Spielen wie Neverwinter Nights und Baldur`s Gate gibt es keinen Helden, den ihr selber kreieren könnt. Zur linken und rechten des Auswahlmenüs seht ihr jeweils drei Helden, also insgesamt sechs. Da die Larian Studios auch das weibliche Zockervolk bedachten, gibt es die drei Charakter-Klassen auch in femininer Ausstattung. Die drei wählbaren Helden erweisen sich als äußerst konventionell. Neben dem bekannten Magier und dem Kämpfer gibt es noch den Überlebenskünstler. Letzterer stellt sich dem Spieler als eine Art Dieb vor.
Die drei Helden unterscheiden sich in ihren sechs Fähigkeiten: Stärke (bestimmt wie stark der Charakter zuschlagen und wieviel er mit sich rumschleppen kann), Mana (Zaubersprüche benötigen Mana, also wichtig für den Magier), Intelligenz (Die Intelligenz ist vor allem für die schlauen Magier wichtig. Durch die Intelligenz steigert sich ihre magische Energie), Lebenskraft (ist eure Lebensenergie), Gewandtheit ( Ist das gleiche wie Geschicklichkeit. Je weniger Gewandtheit desto schlechter könnt ihr Gegner schlagen oder euch gegen sie verteidigen), Konstitution (sie legt fest wieviel Ausdauer und Lebenskraft ihr zu Beginn besitzt).
Nachdem ihr euch fix für einen der drei entschieden habt, geht es auch schon los. Ihr wacht, wie es euch das Intro gezeigt hat, inmitten eines Waldes auf. Ein Fremder aus dem Spiel begrüßt euch, und erzählt euch davon, dass ihn eine weiße Katze zu eurem unmächtigen Körper geführt hat. Ihr wisst weiterhin von nichts, wer ihr seid und was ihr hier macht.
Nach kleineren Arbeiten à la 'Besorge mir diesen Gegenstand', habt ihr das Vertrauen der meisten Dorfbewohner errungen und bekommt größere Aufträge. Schon bald seid ihr kurz davor das Geheimnis euerer Identität zu lüften...
Charaktere - von allem etwas
Die Interaktion mit anderen Charakteren ist in Divine Divinity deutlich wichtiger, als in Spielen, wie Diablo 2. Gespräche werden hier nicht nur geführt, um neue Quests zu bekommen. Ihr könnt euch z.B. wie in Baldur`s Gate 2 für mehrere Antworten entscheiden, die den jeweiligen NPC entweder verärgern oder freuen.
Ob betrunkene, unhöfliche Zwerge, verwirrte Magier, hinterlistige Elfen oder fremdartige Echsenwesen: in Divine Divinity werden alle gängigen Rollenspielklischees bedient. Das Spiel gewinnt gerade dadurch merklich an Tiefe. Ihr wisst so nämlich schnell wer euch wohl gesonnen oder nicht wohl gesonnen ist, wer euch Quests, gibt die Vertrauen erfordern, oder welche gibt wie hol mir dieses Kraut aus meinem Garten.
Quests - und zwar viele
In eurem Tagebuch wird immer festgehalten welcher Charakter euch wann welchen Quest gegeben habt, trotzdem wisst ihr nur selten, ob der Quest nun wichtig oder unwichtig ist. Dies mag Freunden von Spielen wie Baldur`s Gate bekannt vorkommen, verwirrt aber Einsteiger zunächst, weil man kaum die Zeit findet wirklich jeden Quest zu erfüllen.
Nach einer Zeit tummeln sich in eurem Tagebuch mehr nicht erfüllte, als abgeschlossene Quests - ärgerlich. Dafür sind die Quests ziemlich abwechslungsreich und sind weit weg von dem monotonen Diablo 2 Quests à la töte alle Monster. Ihr müsst z.B. einem fiesen Ork eine magische Axt beschaffen, einem Händler ein bestimmtes Kraut aus dem Garten eines Elfen klauen oder herausfinden, warum ein sehr mächtiger aber alter Magier so verrückt spielt.
Sound - immer das Gleiche?
Was mit dem Menüsound noch ganz gut anfängt, ist im Spiel selber nur noch nervend. Zwar sind die Musikstücke recht stimmig, allerdings wiederholen sie sich ständig und hängen somit irgendwann zu den Ohren heraus. Die Synchronstimmen der ganzen Spielcharaktere sind dagegen ziemlich gut gelungen. Die Stimmen passen meist eins zu eins zu den jeweiligen Figuren (grummelnde Zwerge und zischende Echsen).
Steuerung - ähnlich Diablo 2?
Wer mit der Steuerung von Diablo 2 gut zurecht kam, wird auch mit der von Divine Divinity keine Probleme haben. Die Spezialfähigkeiten sind bequem per Hotkey aktivierbar und die Kämpfe arten dank der komfortablen bekannten Zwei-Tasten-Steuerung in wenig Stress aus. Einziges Ärgernis ist der etwas zu hoch eingestellte Mousespeed, durch den ihr manchmal ungewollt den falschen Gegner angreift.
Kämpfe - Masse oder Klasse?
Die Kämpfe in Divine Divinity laufen äußerst einfach ab und können sogar pausiert werden. Als nervig erweist sich schnell das Feature, dass man zwischen einem Kampf und Nicht-Kampf Modus wechseln kann. Wenn ihr z.B. mit gezückter Waffe aus einem anstrengenden Kampf kommend einen NPC begrüßt, reagiert dieser äußerst harsch und heftig.
Zwar mögen die Kämpfe genauso unkompliziert wie in Diablo 2 sein, allerdings sind die deutlich träger und unspektakulärer. Gegen Riesen Monstermassen wie in Diablo 2 müsst ihr nur selten antreten. Dafür spricht auch der relativ geringere Heiltrankverbrauch, der im Vergleich zu dem in Diablo 2 fast schon belächelt werden kann.
Grafik - doch sehr altbacken?
Divine Divinity hat nur eine 2D Grafik und wirkt somit im Vergleich zur Konkurrenz etwas veraltet. Ärgerlich ist zudem, dass alles im Spiel ein wenig farbarm wirkt. Da mögen die Wassereffekte trotz der veralteten Engine noch so schön sein, hauptsächlich überwiegen die Grautöne. Die Zaubereffekte sehen im Vergleich zur Konkurrenz sogar richtig schlecht aus; ein paar mehr Farben hätten`s schon sein können.
Ebenfalls misslungen sind die Animationen der Charaktere. Im Jahre 2002 kann man mehr als ruckelnde Figuren erwarten, die den Eindruck machen, als wenn sie nicht mehr als über drei Animationsstufen verfügen.
Gut dagegen sehen die schönen Nebeleffekte aus, die äußerst realistisch wirken und für Atmosphäre sorgen.
Multiplayer oder kein Multiplayer
Wer mit Diablo 2 Stunden im Battle.Net verbringen konnte, wird mit Divine Divinity sein blaues Wunder erleben. Es gibt weder die Möglichkeit, im Internet noch via LAN zu spielen, was eigentlich schade ist, weil es bestimmt noch einmal doppelt so viel Spaß gemacht hätte mit Freunden die Welt von Divine Divinity zu durchschreiten.
Derzeit ist auch nicht damit zu rechnen, dass der Multiplayer Modus per Patch nachgereicht wird.
Patch - unbedingt installieren
Bereits wenige Tage nach Release, wurde ein Patch zu Divine Divinity veröffentlicht. Dieser behebt Fehler in Sachen NPCs und Grafik. Da Spielstände inkompatibel sind, sollte dieser zuerst installiert werden.
Divine Divinity im Test.
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