Doom 3 - Der blanke Horror

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Activision Deutschland
Entwickler
id Software
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
Doom 3 - Der blanke Horror [PC , looki.de]

Gesamtwertung

91%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Doom 3 - Der blanke Horror

'Gold! Doom 3 ist Gold!'

Diese Meldung verbreitete sich in Minutenschnelle rund um den gesamten Globus. Vier Jahre haben wir Spieler nun ausharren müssen bis es endlich so weit war. Endlich können wir es in den Händen halten und auf Monsterjagd gehen. Auch einige glückliche deutsche Spieler, bei denen der Importeur schnell war, oder die alle ihre Kontakte in die Vereinigten Staaten haben spielen lassen, können bereits mit der Taschenlampe in der Hand den Zombies zeigen, wer das größeren Kaliber hat. Doom 3 begeistert schon seit seiner Ankündigung die Massen. Die einen waren fasziniert von der schier unglaublichen Grafik, die anderen wollten seit langem mal wieder das originale Doom-Gefühl verspüren. Die Verpackung verspricht im Inneren mit dem Spruch 'The Gateway To Hell Is Open' einiges an Action.

Die ebenfalls dort zu sehenden Monster lassen euch die Kategorie Monster erahnen, die euch im Spiel erwartet: Groß, blutrünstig und verdammt gefährlich! Schon beim Lesen des Handbuchs kommt wieder dieses Gefühl auf, wie man es zuletzt vor vielen Jahren hatte. Übersäht mit künstlichen Blutflecken gibt euch dies auch tiefe Einblicke in die Geschichte des original Dooms. So erfahrt ihr, dass das erste Doom als Shareware von einem id-Mitarbeiter veröffentlicht wurde und zu einem der bestbekanntesten PC-Spiele geworden ist oder, dass der heutige Code 130 mal so groß ist wie der des alten Spiels.

Interessant ist auch die Erklärung, dass John Carmack damals ein Programm mit dem Namen Fuzzy Pumper gebastelt hatte, welches Videobilder in Computergrafik verwandelte, mit dessen Hilfe er einige Texturen des Spiels erschuf. Daneben erhaltet ihr selbstverständlich allerlei Informationen, Erklärungen und Tipps zum Spiel. Euch wird im Handbuch, sowie im Spiel noch einmal, euer wichtiger PDA erklärt. Mit diesem könnt ihr euch aufgesammelte Video-Disks anschauen, Audio-Logs anhören und persönliche E-Mails lesen.

Eine ganz wichtige Aufgabe eures PDAs ist, dass dieser die Daten von aufgesammelten PDAs kopiert und auf euren überträgt. So könnt ihr mit den richtigen Securitycodes ehemals verschlossene Türen passieren und so in neue Bereiche vordringen. Ähnlich wie zum Beispiel bei Half-Life beginnt die Action nicht direkt von Anfang an. Wir schreiben das Jahr 2145. Die Menschheit ging dermaßen verschwenderisch mit ihren Ressourcen, wie Wasser und Treibstoff, um, dass diese auf der Erde Mangelware sind.

Als Ersatz für einen gefallenen Marine werdet ihr auf die Forschungsstation UAC gebracht. Gelegen auf dem roten Planeten hat sich hier weit ab von Gesetz und weltlichem Einfluss ein riesiges Forschungslabor gebildet. In den Labors wird Wasser und Treibstoff aus der Marsoberfläche hergestellt um die Versorgung der Erde zu sichern. Allerdings fällt schon bei der Ankunft auf, dass ihr mehr Marines und Wachleute als Forscher auf der Station herumflitzen seht. Es scheint mehr Gefahren zu geben als eigentlich gedacht.

Bei der Anmeldung an der Rezeption erhaltet ihr euren PDA sowie einige Informationen und werdet direkt zu eurem Befehlshaber geschickt, um euren ersten Auftrag entgegen zu nehmen. Nach einem kleinen Spaziergang zur Brücke wird euch mitgeteilt, dass ein Forscher spurlos verschwunden ist und ihr die Aufgabe habt diesen zu finden und zurückzubringen. Euch wird gesagt, wo er zuletzt gesehen wurde und schon macht euch auf die Socken. Warum ihr dann noch mit Waffen, Munition und Rüstung ausgerüstet werdet, bleibt vorerst ein Rätsel. Als ihr den verloren gegangenen Wissenschaftler erreicht, erzählt euch dieser von komischen Vorkommnissen.

Was er damit meinte, soll euch nicht lange verborgen bleiben, denn kurz darauf seht ihr unidentifizierbare Lebensformen Personen angreifen und der Boden beginnt zu beben. Eure Station wurde von was zur Hölle auch immer überrannt. Einzig und allein mit einer kleinen Pistole bewaffnet, die jetzt auch endlich ihren Zweck erfüllen kann, versucht ihr euch euren Weg zurück ins Hauptquartier zu bahnen. Doch ganz so einfach gestaltet sich das nicht, denn überall stellen sich euch Zombies, Monster und sonstiges komisches Getier in den Weg, welche euch nicht gerade friedlich gesonnen sind.

Damit sind wir auch schon mittendrin statt nur dabei. Bereits jetzt ist unglaubliches Gänsehaut-Feeling aufgekommen und man weiß bei diesem Spiel nie, was einen als nächstes erwartet. Durch die Einleitung wurde, ähnlich wie beim Klassiker Half-Life, viel an Atmosphäre aufgebaut. Mit einem Schlag fühlt ihr euch mitten in euren Charakter hineinversetzt. Schockmomente gibt es in Doom 3 in Hülle und Fülle. Und glaubt mir – schreien müsst ihr. Wenn auch nicht laut, so entlockt euch das Spiel schon einmal ein „WAH“. Gänsehaut habt ihr sowieso während der gesamten Spielzeit.

Den Titel „Horror-Shooter“ hat das Spiel sich redlich verdient. Immer wieder steht euch der Angstschweiß auf der Stirn wenn aus der dunklen Ecke auf einmal ein riesiges Monster auf euch zu springt. Hektisch dreht ihr euch in jede Richtung aus der ein Geräusch kam, ständig feuerbereit überprüft ihr jede Ecke und bevor ihr auch nur einen Schritt vorwärts geht, checkt ihr mit eurer Taschenlampe jeden einzelnen Winkel des Raumes auf Gegner.

Doch darauf schienen die Jungs von id Software vorbereitet und lassen Monster auch mal hinter einer verborgenen Tür nur darauf warten, dass ihr in ihre Nähe kommt. Bei diesem Spiel wünscht ihr euch nichts sehnlicher als auch am Hinterkopf ein Paar Augen euer eigen zu nennen. In vielen Foren und auch amerikanischen Reviews wird behauptet, dass das Gameplay der größte Kritikpunkt des Spiels sei. Zu eintönig und zu linear sind die meisten Vorwürfe. Doom 3 ist nun einmal weder Adventure noch Strategieepos. Hallo, das Gameplay muss so sein! Wer sich einen Doom-Titel kauft will keine langen Dialoge, endlose Rätsel oder frische Gehirnkost. Wer sich Doom kauft will vor allem drei Dinge: Action, Action und vielleicht ein paar Hot Chickas. Fight for Freedom! Fressen oder gefressen werden! Entweder sie oder ihr. Also ran an die Ballermänner und ordentlich Blei, Plasma und sonstige Munition in Zombies und Monster pumpen.

It look’s just amazing my friend!

Die Grafik ist ganz klar das Schmuckstück des Titels. Schon auf den Screenshots sah die Grafik einfach nur umwerfend aus. Auch wenn man sich die meiste Zeit nur in dunklen Räumen aufhält, so sieht man doch an den Gegnern und auch an den Geräten, an denen man im Laufe des Spiels vorbei kommt, was diese Engine alles leisten kann. Schier unglaublich sind die Lichteffekte des Spiels. Alleine wenn ihr nur mit eurer Taschenlampe in der Gegend herumfuchtelt, seht ihr die wunderbaren Reflektionen auf den Texturen und wie sich der Strahl eurer Taschenlampe korrekt nach außen hin ausbreitet. Dass die Schatten bei solch einer Grafik auch physikalisch korrekt fallen und mit veränderndem Lichteinfall entsprechend wandern, gehört dabei schon fast zu einer Selbstverständlichkeit.

Eindrucksvoll kann man die Effekte des Licht- und Schattenspiels beobachten, wenn ihr euch die Zeit nehmt, beispielsweise auf der Toilette, die Lampe durch eure Schüsse aus der Verankerung reisst und dann herumschwingen zu lassen. Die dabei zu sehenden Schauspiele sind – für ein Computerspiel – nahezu unglaublich. Und unter uns: es macht Spaß, sich diese anzuschauen!

Bei solch einer wahren Pracht ließen selbstverständlich auch die ersten Diskussionen um die Hardware nicht lange auf sich warten. Sicherlich ist der Hardwarehunger des Titels immens, doch man benötigt auch keinen „State-of-the-Art“ Rechner um den Titel flüssig spielen zu können. Auf einem Rechner in der (oberen) Mittelklasse sollte das Spiel zumindest funktionieren, auch wenn man dann selbstverständlich nicht die komplette Pracht aus der Engine herausholen kann.

Wenn ihr von einem Gegner getroffen werdet, seht ihr das nicht nur an eurer schwindenden Rüstung oder der fallenden Gesundheit. Bei einem Treffer erscheint euer Bildschirm in einem blutroten Farbton, je nachdem wie stark und mit welchem Angriff ihr getroffen wurdet, verändert sich auch die Farbe und teilweise seht ihr auch kleinere Blutflecken auf eurem Monitor. Eindrucksvoll sind auch die Waffeneffekte. Je nach Waffe könnt ihr mit eurem Mündungsfeuer nahezu gesamte Räume erhellen. Bei anderen Waffen fliegen die Geschosse eures Ballermanns eindrucksvoll leuchtend durch den Raum. Schön anzusehen sind die Explosionen. Die Geschosse eures Rocketlaunchers oder die Detonation eurer Handgranate verursachen ein starkes Flimmern der Umgebung, so dass sich euer Blick für eine kurze Zeit komplett verzieht. Erfasste Gegner fliegen dank der Physik-Engine auch physikalisch korrekt durch die Lüfte und umgehauene Getränkedosen prallen in die richtige Richtung von der Wand ab und rollen dann, ebenfalls physikalisch korrekt, über den Boden.

Die Wumme mach bumm

Wie John Carmack in einem Interview verriet wird man bei der höchsten Qualitätsstufe bis zu sieben verschiedene, zufällig ausgewählte, Sounds hören, wenn die Kugeln auf die Wand prallen. Die sonstigen Waffensounds reißen den Spieler zwar nicht vom Hocker, sind aber auch nicht unbedingt schlecht. Sie passen zum Spiel. Gut gelungen sind die Geräusche und Laute, die Zombies und Höllenwesen von sich geben. Jedes Monster gibt selbstverständlich einen anderen Sound wieder, den ihr auch recht fix zu unterscheiden lernt. Durch die Sounds wisst ihr oftmals, Gott sei Dank, ob auf euch hinter der nächsten Tür ein offensiver Gegner wartet, der durch den Raum wandert. Doch verlassen solltet ihr euch auf keinen Fall darauf, dass dort keine Gegner sind. Es kann schon einmal vorkommen, dass ihr nichts ahnend eine Tür aufmacht und ihr direkt in das Antlitz eines Zombies blickt. Der Schockeffekt ist vorprogrammiert. Die sonstigen Stimmen der NPC im Spiel sind passend gecastet worden und bringen ein zusätzliches Plus an Atmosphäre. Die gesamte Qualität des Sounds kommt allerdings erst bei eingeschaltetem Surround-Sound zur Geltung. Ihr hört direkt wo der Gegner sich im Dunkeln verborgen hält und ein Geräusch von hinten lässt euch viel mehr erschrecken, wenn es auch wirklich von hinten kommt.

Auge um Auge, Zahn um Zahn

Bei Doom 3 liegt das Hauptaugenmerk ganz klar auf dem Singleplayer. Doch bei einem guten Spiel darf heutzutage kein Mehrspieler-Modus fehlen. In Sachen Multiplayer haben die Jungs von id Software durch Blockbuster wie Quake 3 einiges an Erfahrung sammeln können und haben diese auch bei Doom 3 genutzt. In vier verschiedenen Multiplayer-Modi könnt ihr euch mit bis zu drei Mitspielern gegenseitig mit allem beharken was Doom 3 hergibt. Neben den standardmäßigen Deathmatch, Team-Deathmatch gibt es noch zwei weitere Modi.

Beim Last Man Standing hat jeder Spieler eine bestimmte Anzahl an Leben zur Verfügung. Wenn alle anderen Spieler ihre Leben verloren haben und ihr als letztes auf dem Schlachtfeld seid, so habt ihr das Spiel gewonnen. Der Tournament-Modus ist ähnlich wie das Deathmatch. In diesem Modus sind allerdings immer nur zwei Spieler auf der Karte und spielen ein Eins gegen Eins, während die restlichen Spieler im Spectator-Modus verweilen. Der Gewinner des Kampfes darf auf dem Schlachtfeld verbleiben und bekommt es mit dem ersten in der Liste der Spectator zu tun, während der Verlierer an das Ende der Warteliste geschickt wird.

Die Waffen im Multiplayer-Modus liegen, wie bei diesen Spielmodi üblich, über die gesamte Karte verteilt und können aufgesammelt werden. Bisher habt ihr leider nur die Auswahl zwischen fünf verschiedenen Karten, die allerdings in jedem Modus spielbar sind. Die Karten selber haben auch einige Specials zu bieten. So könnt ihr auf der einen Map durch Betätigen des Touchscreens ein Item kreieren, das euch unsichtbar werden lässt und auf einer anderen könnt ihr euch ein Mega-Health-Item erstellen lassen, welches euch auf bis zu 200 HP auflädt. Selbstverständlich sind diese Punkte in den Mehrspielergefechten oftmals sehr hart umkämpft, da sich jeder natürlich einen Vorteil durch das Aufsammeln verschaffen will. An Servern mangelt es lange nicht. Auch wenn nur vier Spieler gleichzeitig die Möglichkeit haben gegeneinander zu spielen, so findet ihr mit Sicherheit schnell einen anderen Server auf dem ihr Spielen könnt. Selbstredend habt ihr bei dem Spiel auch die Möglichkeit im LAN gegeneinander anzutreten.

Fazit

Doom 3 ist fantastisch! Wir sind wirklich froh, dass wir die Mühe auf uns genommen haben, den Titel extra aus den USA zu beziehen, um euch noch vor dem deutschen Verkaufsstart eine ausdrückliche Kaufempfehlung aussprechen zu können: Kauft dieses Spiel! Seit Half-Life hat es kaum ein anderer Ego-Shooter geschafft, solch ein „Mittendrin-Gefühl“ aufzubauen. Die beißende Atmosphäre lässt euch stundenlang in Gänsehaut erstarren und besorgt euch immer wieder Schreckmomente, bei denen euer Herz anfängt zu rasen. Dazu kommt natürlich noch die umwerfende Grafik, welche besonders die Lichteffekte unglaublich realistisch darstellt. Die Monster im Spiel sind hässlich. Und damit meinen wir so richtig hässlich.

Und genau so müssen Monster auch sein, die Engine versteht es, die Gegner auch wirklich übel aussehen zu lassen. Bei dieser Grafik dürfen wir schon jetzt auf wunderbare Werke der Modding-Community hoffen! Die Atmosphäre – die Grafik – der Spaß und die pure Angst, die ihr als Spieler erlebt, wenn ihr der Hölle entgegentretet: All dies sind Gründe, welche dieses Spiel einzigartig machen. Auch wenn der Multiplayer nicht das Gelbe vom Ei ist und nicht ganz die Standards setzt, die wir von id gewöhnt sind, ist dieser dennoch für eine kurze Partie zwischendurch immer mal wieder gut. Da bei Doom 3 der Fokus ganz klar auf den Einzelspielermodus gelegt wurde, wurde auch die Wertung des Singleplayer-Modus mehr gewichtet.

Doom 3 - Der blanke Horror [PC , looki.de]

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