Gesamtwertung72%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Spiele im GTA-Stil scheinen in zu sein. Nicht umsonst versuchen viele Entwickler auf das Boot aufzuspringen, das sich erstaunlich gut über Wasser hält.
So wagt sich jetzt auch Reflections ins Fahrwasser und bringt ihr mehr oder minder erfolgreiches Driver bei dem sich alles um den Protagonisten Tanner dreht nun schon in der dritten Version heraus. So erfolgserprobt der Mix aus Bewegung per Auto, Motorrad bzw. Fuß auch sein mag haben wir uns Driv3r einmal genauer angeschaut und zeigen auf, wo es trotzdem Mankos gibt.
Aller Anfang ist schwer
Ich weiß, mein PC ist nicht der schnellste, aber womit habe ich es bitteschön verdient, mir eine gute Stunde lang einen sich immer wiederholenden ca. 1 Minute langen Soundtrack anzuhören während sich Driv3r installierte?! Ich gebe euch einen Tipp: Kauft niemals Flachbildschirme an denen man die Lautstärke nicht regeln kann und schaltet eure Lautsprecher am besten vollkommen ab bevor ihr mit der Installation beginnt.
Denn kurzweilig empfindet man die Rockmusik als cool, danach ist sie nur noch nervtötend.
Um meiner aufkommenden Aggression Einhalt zu gebieten, erfreue ich mich nach vollendeter Installation an einer 3-stündigen Meditationskassette. Aber besser ist die auch nicht!
Doch kommen wir zum Spiel an sich: Der erste Start verheißt nichts Gutes. Die Menüsteuerung wurde direkt aus der Konsolenversion übernommen, der Mauszeiger ist viel zu schnell und durch die Schaltflächen lässt sich nur per Tastatur navigieren.
Auf in den Kampf!
250km Straßennetz hat das Entwicklerteam von Reflections haargenau und bis ins kleinste Detail nachgebildet. Befahren können wir mit Spielfigur Tanner Straßen in Miami, Nizza und Istanbul.
Nach dem Umstellen der Grafik auf die höchsten Einstellungen kann es auch gleich losgehen mit der Erkundungstour. Ein Tag voller Action, Ballerei und Fahrvergnügen steht mir bevor.
Ich setze mich in ein kleines Auto und fahr drauf los.
Kurz darauf muss ich feststellen, dass die Grafik im Stand zwar super aussieht, während der Fahrt pixeln einige Bäume jedoch hässlich auf und einige Texturen sehen äußerst verwaschen aus.
Für Ausgleich sorgt da die coole Hintergrundmusik. Zig verschiedene Bands geben in Driv3r ihre Songs zum Besten und das mit großem Erfolg, mir gefällt der Mix aus Hip-Hop, Ska, Rock und Punk sehr.
Auch die Schadensmodelle der Autos wirken realistisch, aber das ist man ja von den Vorgängertiteln bereits gewohnt. Schließlich hat Reflections schon 3D-Karren auf die Straße gezaubert, als GTA noch aus der Vogelperspektive gespielt wurde.
Steuerung: Im Auto hui, zu Fuß pfui!
Mit dem Auto durch die Gegend zu heizen ist wirklich lustig und bietet enorme Langzeitmotivation. Störend nur, dass das Auto von jedem noch so kleinen Laternenpfeiler gestoppt wird und folglich ein geschicktes manövrierfähiges Händchen gefragt ist.
Der Schrecken packt einen, wenn man aussteigen muss: 75% des Spieles legt man per Auto zurück, den Rest neuerdings in GTA-Manier - zu Fuß. Doch dieses Viertel hat es in sich. Bedingt durch die Konvertierung des Games von Konsole auf PC ohne eine Änderung an der Steuerung vorzunehmen kommt man sich reichlich dämlich vor. Tanner reagiert äußerst träge auf jeden Tastendruck, die Maus ist von Haus aus invertiert, was sich jedoch umstellen lässt. Wenn man Gegnern den Gar ausmachen möchte, kann man sich zwischen Pistolen, Maschinenpistolen/ -gewehren sowie einem Granatwerfer entscheiden. Bedingt durch die haklige Steuerung wird jedoch jeder Schuss zu einer neuen Herausforderung.
KI? Nein, Danke!
Aber wozu muss man überhaupt genau schießen können? Die Kontrahenten bewegen sich sowieso kaum von der Stelle, geben sich keine gegenseitige Deckung und ballern nur wild in der Gegend herum. Da wird ein Töten derselbigen zum Kinderspiel.
Schade, denn so dumm sich meine Gegenüber auch anstellen, im Autofahren kann ihnen keiner etwas vormachen. Sie nutzen jeden kleinen Winkel der ihnen zur Verfügung steht um immer noch einen kleinen Tick besser zu sein als ich. Fies!
Missionen & Innovationen
Die Missionen machen mir richtig Spaß: Mal darf man mit einem Schnellboot durch Nizzas Seestraßen heizen, wenige Augenblicke später findet man sich auf einem Motorrad wieder und versucht, einen LKW-Fahrer zu stoppen. Nur die für GTA berühmt-berüchtigte Spielzeit von 8-12 Stunden trübt die Stimmung. Viel zu wenig wenn ihr mich fragt.
Neben den 26 Missionen wird dem eifrigen Spieler wie ich einer bin aber auch reichlich Abwechslung geboten. So gibt es kleine Rennspiele in denen man z.B. verschiedene Parcours abfahren muss oder sich als Jäger bzw. Gejagter in einem Auto wieder findet.
Darüber hinaus gibt es einen Freie Fahrt-Modus und ein besonderes Schmankerl: Das Regisseur-Feature. Eine allzeit aktivierbare Thrill-Cam fängt coole selbstgemachte Stunts ein und speichert sie ab. Später kann man so dann lustige Videos machen und diese seinen Freunden zeigen, im Internet veröffentlichen oder Ähnliches.
Richtiges Feeling kommt auf, wenn man die extravagant in Szene gesetzten Zwischensequenzen nicht einfach wegklickt sondern eben diese einfach genießt. Erinnerungen an Speed oder BurnOut werden wach, vor allem mit der schon angesprochenen atmosphärischen Musik im Hintergrund.
Zusätzlich sollte man die englische Sprachausgabe aktivieren, da prominente Sprecher wie Michael Madsen oder Michelle Rodriguez für Stimmung sorgen. Ganz im Gegensatz zu den deutschen Synchronisatoren, die ihre Texte lieblos herunterlesen als würden sie den Spieler zum Einschlafen bringen wollen.
Glaubt man den Systemanforderungen auf der Verpackung darf man das Hollywood-Spektakel erst ab einem Pentium mit 4,2GHz erleben, wobei wohl eher 2,4GHz gemeint sind.
Wer dann noch 5,5GByte freien Festplattenspeicher und eine aktuelle Grafikkarte (nVIDIA Geforce, bzw. ATI Radeon 8500 oder besser) sein Eigen nennen darf, kann jetzt mit dem Gedanken spielen, sich Driv3r zuzulegen. Einen Internetanschluss benötigt ihr nicht, da kein Multiplayermodus vorhanden ist.
Schade eigentlich, denn hätte man sich auch nur ein Quäntchen mehr Mühe gegeben bei der Konvertierung von Konsole zu PC hätte alles schon besser ausgesehen.
So beschränkt sich der intelligente Driv3r-Spieler eher auf den Freie Fahrt-Modus oder lauscht der verdammt guten Musik. Mehr aber auch nicht!
Driv3r im Test.
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