Dungeon Lords

Review
Plattform
PC
Vertrieb
-
Entwickler
-
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
USK
12
Dungeon Lords [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

53%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Befriedigend

Dungeon Lords

David W. Bradley will es nach seiner erfolgreichen Wizardy-Rollenspielreihe aus den 80er noch einmal wissen. Mit seinem Entwicklerstudio Heuristic Parks arbeitete er in den vergangenen Jahren mit Dungeon Lords an einem neuen Rollenspiel, das von der jahrenlangen Erfahrung profitieren soll. Wir haben uns in das Abenteuer gestürzt und verraten euch, ob es den hohen Erwartungen gerecht werden kann.

Spiele, die wie Dungeon Lords bereits im Vorfeld mit Genregrößen vom Schlage Diablo oder dem deutschen Vorzeigetitel Gothic 2 verglichen werden, haben es nicht einfach.

Wenn dann auch noch RPG Urgestein David Bradley maßgeblich an der Entwicklung des Titels beteiligt war, sind die Ansprüche der zahlenden User gleich noch um ein ganzes Stück höher.Wir haben unsere Äxte geschwungen, die neben gespaltenen Körpern leider auch geteilte Meinungen hinterließen.

Es war einmal...

...vor langer langer Zeit. Um genau zu sein vor mehr als 20 Jahren, als ein kleinwüchsiger dicker Klempner sich in Nintendos Super Mario aufmachte, die hübsche Prinzessin aus den Klauen der gefährlichen Riesenschildkröte Bowser zu entreißen. Simpel, aber gut genug, um das Spiel millionenfach zu verkaufen.Heute schreiben wir das Jahr 2005, die Grafik hat sich mächtig geändert, den Sound gibt es mittlerweile Stereo und gespielt wird von CD – und doch bleibt etwas beim Alten.

Das ganze Unheil in Dungeon Lords nimmt seinen Lauf, als die Zusammenkunft der Magier das Land in Unheil stürzt. Bestrebt, die ganze Macht des Landes an sich zu reisen, gelang es dem dunklen Magier des Königreichs Borrowgrims, die Herrschaft im Kreis der Magier zu übernehmen und Verderben über das Land zu bringen. Blutrünstige Kreaturen durchstreifen von nun an die Nacht und reißen ohne Gegenwehr alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Die einzige Hoffnung besteht in der Heirat der hübschen Ellowyn mit dem barbarischen König Borrowgrim. Als Ellowyn jedoch unverhofft verschwindet, droht das Schicksal seinen Lauf zu nehmen.

Schlaue Spieler ahnen es bereits: Die Rettung der Welt liegt ab jetzt wieder einmal in euren Händen. Nachdem man sich eine der insgesamt sieben Rassen ausgesucht hat – darunter neben den Klassikern wie Zwergen und Elfen auch Exoten wie die muskelbepackten Urgoths oder flinken Wylvanern – geht es an euer erstes Abenteuer. Die Reise beginnt zunächst einsam und verlassen in einem abgelegenen Wald, wo außer Dunkelheit und erste kleinere Gegner absolut nichts auf euch wartet. Von nun an heißt es: Suchen.

Aufgrund der fehlenden Automap (welche nun nachgeliefert wurde, aber im Test leider nicht mehr berücksichtigt werden konnte) und den recht schwammig beschriebenen Quests, tappt man Anfangs leicht verloren in der Welt von Dungeon Lords umher.

Ein Grund die Flinte gleich ins Korn zu werfen? Natürlich nicht. Während man ziellos umherirrt, hat man wenigstens die Möglichkeit, sich mit der ungewohnten Steuerung vertraut zu machen. Betont actionreich soll sie sein, weshalb man sich Inspiration aus dem Shootergenre holte. Mit den Tasten „W-A-S-D“ steuert ihr euren Helden in alle Richtungen, eingedroschen wird auf der linken Maustaste und pariert auf der Rechten. Das RPG typische Point-and-Klick Prinzip musste völlig weichen. So gesehen erinnert Dungeon Lords mehr an ein Tomb Raider mit Erfahrungssystem, als an ein waschechtes Rollenspiel. Wer damit etwas anfangen kann, darf sich glücklich schätzen. Persönlich kommt mir dabei etwas zu wenig Rollenspielfeeling rüber.

Die Qual der Wahl

Beim Skillsystem von Dungeon Lords haben die Macher von Heuristic Park auf Altbewährtes zurückgegriffen und mit neuen sinnvollen Features ergänzt. Neben verschiedenen Grundfertigkeiten können klassenspezifische Fähigkeiten wie die Ausbildung für bestimmte Waffen und Zaubersprüche mit sogenannten Beförderungspunkten erhöht werden. Das Besondere dabei ist, dass jederzeit Punkte verteilt werden können und nicht erst auf das nächste Level-Up gewartet werden muss. Ihr wolltet schon immer gleich am Anfang die dickste Waffe in der Hand halten? Kein Problem. Selbst blutige Anfänger können Kriegsaxt schwingend durch die Dungeons ziehen. Der Nutzen der Waffe leidet darunter zwar erheblich, da bei mangelnder Waffenfertigkeit sogenannte Strafpunkte verteilt werden, aber dafür sieht es wenigstens unheimlich cool aus.

Ich sehe was, was du nicht siehst

„Unheimlich cool“ kann man getrost auch die Grafik von Dungeon Lords bezeichnen. Realistisch gesehen trifft es „trist“ und „kühl“ aber eher auf den Punkt. Die Umgebungen wirken so leer und leblos, wie ein Supermarkt nach Ladenschluss. Vergeblich sucht man kleine grafische Spielereien, die dem Ganzen etwas Leben einhauchen. Wo wir schon bei Leben sind... hier scheint es bei einigen Gegner nicht weit her zu sein. Die Animationen wirken wie im Endstadium der Totenstarre. Einzig und allein die Partikeleffekte beim Sprechen eines Zaubers können über die ansonsten nur durchschnittliche Grafik etwas hinwegtrösten.

Beim Sound gab man sich bei der deutschen Synchronisation dagegen sichtlich Mühe. Jeder Dialog im Spiel liegt gesprochen von professionellen Sprechern vor, die in den allermeisten Fällen zum jeweiligen Charakter passen. Leider fehlt mir als eingefleischter Soundtrackfetischist aber die epische Musikuntermalung, die der Atmosphäre sicher gut getan hätte. Alles in allem wirkt die technische Umsetzung etwas lieblos und erinnert mich zu sehr an ein Baukastensystem für Hobbyprogrammierer. Wer sich einmal verlaufen hat, weil es überall gleich aussieht, wird verstehen was ich meine.

Dungeon Lords (12 Bilder)

Gemeinsam und doch einsam

Wer die triste Welt von Dungeon Lords nicht ganz alleine durchstreifen will, kann im LAN oder per Internet bis zu acht mutige Mitstreiter um sich scharen, um die Story voranzutreiben.Das Spielprinzip gleicht dabei dem Einzelspielermodus. Mitstreiter können entweder direkt per Eingabe der IP zu euch ins Spiel einsteigen, oder aber über Gamespy Partien suchen. Ein Ingamebrowser steht nicht zur Verfügung.

Fazit

Oh je...und wieder ein Titel der Potenzial für Zwei verschenkt. Aus Dungeon Lords hätte man mit etwas mehr Zeit und vor allem mehr Liebe fürs Detail ein gutes Rollenspiel zaubern können. Derzeit wirkt das Spiel einfach wie eine bessere Alphaversion eines soliden RPGs. Warum die Entwickler ein Spiel in die Presswerke geben, dass auf den Spieler einen derart unfertigen Eindruck macht bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. Vielleicht spielte wieder einmal der Termin- und die Kostendruck im Hintergrund die entscheidende Rolle. Das ist mir aber ehrlich gesagt auch egal. Nur sollte es dann nicht, wie bei Dungeon Lords, auf dem Rücken der Spieler ausgetragen wird, die 40€ ein Produkt investiert haben, dass sich wie eine schlechte Testversion spielt. Rollenspielfans, die wirklich jedes RPG verschlingen, können zugreifen und auf Verbesserung mit dem nächsten Patch hoffen. Alle anderen sollten bis zum Release von Gothic 3 die Finger ruhig halten. Und wenn es doch Dungeon Lords sein soll, dann kauft euch auf Ebay die Verpackung und stellt sie gut sichtbar in den Schrank. Denn die ist wirklich schick...

Dungeon Lords [PC , Justgamers]

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