Gesamtwertung53%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
David W. Bradley will es nach seiner erfolgreichen Wizardy-Rollenspielreihe aus den 80er noch einmal wissen. Mit seinem Entwicklerstudio Heuristic Parks arbeitete er in den vergangenen Jahren mit Dungeon Lords an einem neuen Rollenspiel, das von der jahrenlangen Erfahrung profitieren soll. Wir haben uns in das Abenteuer gestürzt und verraten euch, ob es den hohen Erwartungen gerecht werden kann.
Spiele, die wie Dungeon Lords bereits im Vorfeld mit Genregrößen vom Schlage Diablo oder dem deutschen Vorzeigetitel Gothic 2 verglichen werden, haben es nicht einfach.
Wenn dann auch noch RPG Urgestein David Bradley maßgeblich an der Entwicklung des Titels beteiligt war, sind die Ansprüche der zahlenden User gleich noch um ein ganzes Stück höher.Wir haben unsere Äxte geschwungen, die neben gespaltenen Körpern leider auch geteilte Meinungen hinterließen.
Das ganze Unheil in Dungeon Lords nimmt seinen Lauf, als die Zusammenkunft der Magier das Land in Unheil stürzt. Bestrebt, die ganze Macht des Landes an sich zu reisen, gelang es dem dunklen Magier des Königreichs Borrowgrims, die Herrschaft im Kreis der Magier zu übernehmen und Verderben über das Land zu bringen. Blutrünstige Kreaturen durchstreifen von nun an die Nacht und reißen ohne Gegenwehr alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Die einzige Hoffnung besteht in der Heirat der hübschen Ellowyn mit dem barbarischen König Borrowgrim. Als Ellowyn jedoch unverhofft verschwindet, droht das Schicksal seinen Lauf zu nehmen.
Schlaue Spieler ahnen es bereits: Die Rettung der Welt liegt ab jetzt wieder einmal in euren Händen. Nachdem man sich eine der insgesamt sieben Rassen ausgesucht hat darunter neben den Klassikern wie Zwergen und Elfen auch Exoten wie die muskelbepackten Urgoths oder flinken Wylvanern geht es an euer erstes Abenteuer. Die Reise beginnt zunächst einsam und verlassen in einem abgelegenen Wald, wo außer Dunkelheit und erste kleinere Gegner absolut nichts auf euch wartet. Von nun an heißt es: Suchen.
Aufgrund der fehlenden Automap (welche nun nachgeliefert wurde, aber im Test leider nicht mehr berücksichtigt werden konnte) und den recht schwammig beschriebenen Quests, tappt man Anfangs leicht verloren in der Welt von Dungeon Lords umher.
Ein Grund die Flinte gleich ins Korn zu werfen? Natürlich nicht. Während man ziellos umherirrt, hat man wenigstens die Möglichkeit, sich mit der ungewohnten Steuerung vertraut zu machen. Betont actionreich soll sie sein, weshalb man sich Inspiration aus dem Shootergenre holte. Mit den Tasten W-A-S-D steuert ihr euren Helden in alle Richtungen, eingedroschen wird auf der linken Maustaste und pariert auf der Rechten. Das RPG typische Point-and-Klick Prinzip musste völlig weichen. So gesehen erinnert Dungeon Lords mehr an ein Tomb Raider mit Erfahrungssystem, als an ein waschechtes Rollenspiel. Wer damit etwas anfangen kann, darf sich glücklich schätzen. Persönlich kommt mir dabei etwas zu wenig Rollenspielfeeling rüber.
Beim Sound gab man sich bei der deutschen Synchronisation dagegen sichtlich Mühe. Jeder Dialog im Spiel liegt gesprochen von professionellen Sprechern vor, die in den allermeisten Fällen zum jeweiligen Charakter passen. Leider fehlt mir als eingefleischter Soundtrackfetischist aber die epische Musikuntermalung, die der Atmosphäre sicher gut getan hätte. Alles in allem wirkt die technische Umsetzung etwas lieblos und erinnert mich zu sehr an ein Baukastensystem für Hobbyprogrammierer. Wer sich einmal verlaufen hat, weil es überall gleich aussieht, wird verstehen was ich meine.
Dungeon Lords (12 Bilder)