Gesamtwertung76%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Reif für die Insel
Wiedereinmal ist unser Held gerade Zuhause und weiß nicht was er mit seiner Zeit anfangen soll, als der Bürgermeister seines kleinen verschneiten Heimatstädtchens Arhok ihm von einem Überfall grauenhafter Monster berichtet. Bald stellt sich heraus, dass der Skelettfürst Shadowkeeper den Stab der Sterne gestohlen hat, ein altes Artefakt mit dem der Bösewicht einst von mächtigen Magiern in einen Kerker verbannt wurde. Also macht sich der tapfere Recke auf, um den Stab zurückzubeschaffen und das Böse für alle Zeiten von dem Erdboden zu tilgen. Diese doch nicht sehr einfallsreiche Hintergrundgeschichte erlebt ihr hauptsächlich von der neuen Insel vor der Küste des Königreichs Ehb aus.
Dort gilt es unter anderem die Magierstadt Illicor von den echsenartigen Zauraskern zu befreien oder den Stein von Lhaoc zurückzubringen. Inwiefern diese Unteraufgaben mit der eigentlichen Handlung in Verbindung stehen bleibt dabei oft recht schleierhaft. Überhaupt ist die Story recht dünn gesät: Nach einer kurzen Eingangssequenz wird ein Großteil der Geschichte von NPCs in - gut vertonten - Dialogen erzählt.
Eine Hand voll nicht sehr spektakuläre Ingame Zwischensequenzen lockern gelegentlich den sehr geradlinigen Spielfluss auf. Einige mehr oder wichtige Hintergrundinformationen über die Geschichte einzelner Helden oder Artefakte erfahrt ihr aus herumliegenden Büchern. Doch wer die Lektüre dieser scheut, hat auch nicht viel verpasst.
Taktik oder Gegnermetzeln?
Das Gameplay ist für ein Action-Rollenspiel im Hack 'n' Slay-Stil typisch. Mit bis zu acht Gruppenmitgliedern kämpft ihr euch hauptsächlich mit einfachem Dauerklicken durch immer wieder auftauchenden Monsterhorden. Das macht auch Spaß doch weder ein richtiges Diablo II Klick und tot-Gefühl noch taktische Tiefe wie bei Baldur's Gate II kommt auf.
Der Endgegner des ersten Kapitels: Ein ekelhaftes Spinnenwesen
Zu den aus dem Hauptprogramm bekannten Komfortfunktionen, wie jederzeit pausierbare Kämpfe, automatisches Einsammeln von herumliegenden Gegenständen undautomatisches Aufräumen des Inventars gesellen sich einige neue Helfer die das Gameplay noch einfacher und bequemer machen sollen. Aufgesammelte Tränke werden in Legends of Aranna jetzt ganz einfach per Tastendruck gleichmäßig zwischen den Gruppenmitgliedern aufgeteilt, wobei Nahkämpfer mehr Gesundheits-, Magier mehr Manatränke erhalten. Ein Alles Verkaufen-Button ermöglicht bei Händlern das Verkaufen von allen Gegenständen im Inventar. Tränke oder Schriftrollen, sowie besondere Items können wahlweise ausgenommen werden.
Auch die KI der Begleiter wurde nochmals verbessert: Selbst wenn der Spieler nicht eingreift, vermöbeln die selbstständig nach einstellbaren KI Mustern Monster im Umkreis oder eilen schwachen Teamkameraden automatisch zur Hilfe. Alles in Allem tragen diese neuen Elemente zwar zu fast grenzenlosem Komfort bei, aber das Spiel spielt sich so stellenweise praktisch von alleine, der Hauptcharakter muss lediglich durch die Spielwelt dirigiert werden. Bei Gefechten genügt, nicht zuletzt aufgrund des nicht sehr hohen Schwierigkeitsgrades, praktisch das gelegentliche drücken der H Taste (versorgt angeschlagene Charaktere automatisch mit Gesundheitstränken). Vor allem taktisch ambitionierte Rollenspieler werden schon nach wenigen Spielminuten die Lust am ewig gleichen Monsterkloppen verlieren. Eine ebenfalls neu hinzugekommene Weltkarte zeigt den aktuellen Standpunkt in der Spielwelt - ganz nett aber spielerisch absolut nutzlos.
Gut geklaut ist halb gewonnen
Natürlich gibt es auch bei Gegenständen und Zaubersprüchen zahlreiche Neuerungen. Vor allem letztere sind durch Shortcuts, die das Ausrüsten auch eines inaktiven Spruchs direkt aus dem Zauberbuch ermöglichen, deutlich einfacher zu verwalten. Neu sind Verwandlungszauber, die es dem Anwender ermöglichen, sich in eine Tier- oder Monstergestalt zu verwandeln. Doch diese Sprüche sind bereits nach kurzer Zeit ebenso nutzlos wie die sogenannten Runenfallen; Die gängigste Taktik besteht immer noch darin, die Gegner einzeln herauszulocken und von den Nähkämpfern erledigen zu lassen, während Bogenschützen und Magier die Truppe aus dem Hintergrund unterstützen. Auch bei den Items gab es Zuwachs: Die neuen Setgegenstände (Hm, irgendwo gab's so was doch schon mal...) bieten, wenn alle Teile gefunden wurden einige besonders Starke Boni. Sonderlich schwer zu finden sind sie trotz ihrer extremen Seltenheit jedoch nicht, meist reicht ein Abstecher in eine Höhle am Wegesrand um eines der mächtigen Artefakte, die in grün schimmernden Truhen verwahrt sind, zu finden. Natürlich gibt es auf dem geheimnisvollen Eiland viele neue Waffen und Rüstungsteile zu finden die das Magiervolk der Ulträer, die Reptilienwesen der Zaurasker oder die katzenartigen Hassati erschaffen haben. Zwar gibt es unterschiedliche Arten von verzauberten Gegenständen, doch an die Vielfalt des inzwischen fast dreieinhalb Jahre alten Diablo II kommt Dungeon Siege trotz Erweiterung immer noch bei weitem nicht heran.
Die Tempelruine beeindruckt mit farbenfrohen Lichtfontänen
Wunderschön zum Zuschauen
Der Spielgrafik sieht man die inzwischen verstrichenen eineinhalb Jahre kaum an. Zwar wirken manche Landschaftstexturen bei näherem heranzoomen etwas grobpixlig und schicke Spiegelungen wie in Knights of the Old Republic sucht man vergebens. Doch die riesigen und sehr natürlich gestalteten Areale beeindrucken immer noch durch große Detailverliebtheit, bunte Landschaftsgrafiken und nette Lichteffekte. Im Vergleich zu Dungeon Siege wurde die Grafik nur leicht aufgepäppelt, viel mehr war auch nicht nötig. Angenehm fällt auf, dass man im gesamten Spielverlauf keinen einzigen Ladebildschirm zu sehen bekommt, sobald ein Spielstand geladen ist, schaufelt das Programm automatisch Daten in den Zwischenspeicher, so dass der Wechsel zwischen Dungeons und Außenarealen völlig stufenlos vonstatten gehen. Lediglich bei den Diskolatoren sind Übergänge zwar stufenlos aber da sich das Gerät zuerst hoch in den Himmel erhebt um an einem anderen Ort fast schon schleichend langsam zu Boden gleitet, fragt sich, ob nicht vielleicht doch eine kurze Ladepause zeitsparender gewesen wäre. Die Soundkulisse zeigt sich ähnlich hochwertig wie der optische Aspekt: Stimmungsvolle Orchestralstücke passen sich dynamisch Umgebung und Spielsituation an und erzeugen so eine stimmungsvolle Atmosphäre. Die (wenigen) Dialoge und Zwischensequenzen sind allesamt hervorragend vertont.
Der Schwierigkeitsgrad lässt sich in drei Stufen regeln wobei selbst die härteste Stufe vor allem aufgrund des Pausenmodus sowie der zahlreichen Automatisierungen erfahrenere Abenteuer vor keine allzu große Herausforderung stellen sollte. Wer es satt hat, alleine durch die Sagenwelt von Aranna zu streifen sucht sich einfach über Microsofts hauseigenes Zone Match- System oder direkte I.P. Eingabe bis zu sieben weitere Spielgefährten und bestreitet die Abenteuer einfach im Teamwork. Noch immer finden sich zahlreiche Online Spiele auf offiziellen oder selbst erstellten Karten. Lobenswert ist anzumerken das der Publisher das Originalprogramm mit in die DVD Hülle gepackt hat. Auch der relativ geringe Preis von 25 rechtfertigt für Sparfüchse einen genaueren Blick.
Das einäugige Monster wirkt bedrohlicher als es ist
Copyright © 2007 Next Idea GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Copyright © 2007 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.