Zuerst nahmen wir unseren Termin beim Branchenprimus Electronic Arts wahr und konnten neben den vielsprechenden Titeln wie Need for Speed: Most Wanted auch die neue Überraschung Black hinter verschlossenen Türen eines Blickes würdigen. Bei Need for Speed: Most Wanted hat Electronic Art auf die Community gehört. So wird es weniger Gefummel bei den Ersatzteilen geben, sondern man kann ganze Tuning-Sets nachrüsten. Auch gibt es wieder Tagesfahrten und die Polizei ist endlich wieder im Spiel. Die Community hätte es sich gewünscht, also baut Electronic Arts sie in das Spiel ein.
Black ist ein komplett neuer Titel aus dem Hause Criterion und machte grafisch einen sehr guten Eindruck. Die Warnung des Entwicklers Wenn einer eingeschlafen sein sollte, dann wird er jetzt wach, war gut angebracht, denn Krach kann das Spiel, welches den Best of E³ Award laut Electronic Arts gewonnen hat, ganz sicher machen. Das Ziel der Entwickler ist es, eine Welt zu schaffen, in der einfach alles zerstörbar ist. Was die USK in Berlin sehr freuen wird, sah verdammt gut aus, dafür dass es auf einer Playstation 2 vorgestellt wurde. Die Partikeleffekte konnten sehr überzeugen und auch die Interaktion mit der Umgebung scheint bereits jetzt einwandfrei zu funktionieren. Da wird ein Balkon im 3. Stock abgeschossen, wodurch die Fassade in sich zusammenbricht und die Gegner im Erdgeschoss unter sich begräbt, da wird mit der Bazooka auf den Kirchturm geschossen, der danach nicht mehr existent ist oder mit der UZI einzelne Teile einer Reklamebeleuchtung zum Einsturz gebracht, um darunter gefahrlos Gegner auszuschalten. Kaum zu glauben, dass diese Grafikpracht erst 25% der finalen Version und 50% des finalen Spieles darstellen sollte. Wenn das Gameplay auch noch stimmt, von dem nur bekannt ist, dass man als Squad agiert (dessen Mitglieder eigenständig agieren) um mächtig viele Terroristen auszuschalten, dürfte uns nächste Jahr ein ganz heißer Titel erwarten.
Ebenfalls hinter verschlossenen Türen, mit einem dicken Bodyguard versehen, konnten wir uns die sechs Launchtitel für die Xbox 360 ansehen. Darunter sind FIFA 2006 und NBA 2006. Leider wollten die Entwickler keinen Ton zum Gameplay verraten. Dem Pressesprecher konnten wir lediglich entlocken, dass Electronic Arts an dem größten Manko, der Verteidigung, hart arbeitet und in Zukunft nichts mehr gescriptet sein wird, wodurch die Verteidigung sehr effektiv werden dürfte. Vom Grafischen her, hat uns die Xbox 360 Version aber den Hut vom Kopf geblasen (den wir gar nicht auf hatten, aber was solls). Nicht nur Falten und kleinste Hautbewegungen sind auf den Gesichtern der Spieler zu sehen, sondern sogar der Schweiß, der ihnen über den Wangen läuft. Dieser gehört übrigens zu dem neuen Emotion-System, das detailliert darstellen soll, in welcher Verfassung sich der Spieler befindet. Ärgert er sich über einen verschossenen Elfmeter oder freut er sich über ein Tor? Alles ist an den Gesichtszügen zu erkennen. Neben dynamischem Rasen, sich realistisch und passend bewegenden Trikots, sind auch Trainer und weiteres Begleitpersonal erkennbar und zeigen Reaktionen sowie ihre wahren Gesichter. Die Entwickler behaupteten sogar, dass diese Grafikpracht für den PC verringert werden müsste, da ein Standard-PC dies nicht mehr darstellen könnte.
Als letzten Titel war bei Electronic Arts hinter verschlossenen Türen ##zitat|Godfather zu sehen, das zwar mit interessanten Aspekten aufwartet, uns grafisch im aktuellen Zustand aber nicht überzeugen konnte. Interessant ist, dass die Entwickler für die Kämpfe ein Steuerungssystem integrieren, das sich wohl an Boxtitel orientiert und somit die intuitive Benutzung des Analogsticks ermöglichen soll, um sehr unterschiedliche Kämpfe im Spiel zu erzeugen. Dies ist bei der Verwendung von Waffen auch nötig, denn in dem ständigen Bemühen um Respekt, muss man sich entscheiden, wie man mit Gegnern, und manchmal auch Freunden, umgeht. Nur ins Knie schießen?
Ihm einen Bauchschuss verpassen? Aus Toten bekommt man nämlich keine Informationen heraus, weswegen es möglich ist, jemanden beispielsweise über das Geländer zu drücken und zu drohen, ihn fallen zu lassen. Nur wenn der Don, mit seiner brummenden Stimme, will, dass die Aufgabe final ist, dann kann man auch gerne direkt auf den Kopf zielen.
Neben Saints Row von THQ will auch der koreanische Publisher Webzen mit einem neuen GTA-Style Spiel in den Markt allerdings erst 2007!
Der Name des Spieles All Points Bulletin ist noch nicht wirklich viel sagend. Der Name David Jones, seines Zeichens Erfinder von Grand Theft Auto, zeigt dann schon eher wohin das Spiel geht. Ihr schließt euch den Cops oder den Gangs an und könnt, nach aktuellen Planungen auch im Multiplayermodus gegeneinander antreten, um in den Rängen der jeweiligen Seite aufzusteigen. An Fahrzeugen kann mitgenommen werden, was man will, und der eigene Untersatz kann auch getuned und verändert werden. Ob Gebäude betreten werden können ist, wie so vieles anderes, noch nicht geklärt.
Ob THQ hier mit Saints Row mithalten können wird, bleibt abzuwarten, denn die Grafik befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium und konnte noch nicht wirklich überzeugen. Klar scheint aber bisher, dass es sehr arcadelastig wird, wofür spricht, dass ein Schadensystem nur rudimentär vorhanden ist und trotz vieler überfahrener Passanten und umgenieteter Straßenlampen, das Auto weitergefahren ist und auch die Polizei nicht auftauchte. Als Aufgabe für den Spieler konnte man dann auch ein Straßenrennen beobachten. Da über den frisch angekündigten Titel aber sonst so gut wie nichts bekannt ist, enthalten wir uns einer weiteren Bewertung.
Take 2 hatte an seinem Stand einige interessante Titel zu zeigen. Serious Sam 2 scheint den Fun-Shooter endlich wieder Fun werden zu lassen und kann zumindestens auf dem PC- auch grafisch durchaus überzeugen. Blindes Ballern steht im Vordergrund und abgedrehte Ideen haben die Entwickler in Massen. So wird eine Waffe beispielsweise die Form eines Papageien haben, der nach Abschuss auf die Gegner zufliegt und eine Bombe über diese fallen lässt. So etwas nenne ich doch einmal innovativ.
Wo wir schon bei kranken Ideen sind: Drogen sind auf der E³ 2005 auch ein Thema gewesen und damit meine ich nicht die Unmengen an Kaffee, die wir verdrückt haben.
Während mit El-Matador ein Anti-Drogen Shooter auf den Markt kommt, entwickelt Take 2 gerade Snow. Wie sich jetzt jeder wohl fast denken kann, dreht es sich hierbei nicht um ein Spiel rund um Wettereffekte, sondern gemeint sind die harten Drogen. Snow ist eine Wirtschaftsimulation rund um das Geschäft mit den Drogen. Erst die Ware ins Land bringen und sie dann bei der Klientel verticken. So steigt ihr von einem kleinen Kurier aus Los Angeles hoffentlich bald zum Drogenboss auf und müsst gegen verschiedene Gangs antreten.
Immer noch nicht genug abgedrehte Ideen? Take 2 belohnt euch und schickt euch mit Shattered Union direkt in den amerikanischen Bürgerkrieg. Allerdings in einen Bürgerkrieg im 20. Jahrhundert. Wenn ihr euch dann nicht Kalifornien oder der unabhängigen Nation Texas anschließt, könnt ihr wahlweise auch die europäischen Blauhelme als Friedenstruppe wählen, um in den USA endlich für Ruhe zu sorgen.
Vom Gameplay her ist das Spiel eine wunderbare Hommage an die Panzer General Serie (nicht nur vom grafischen Aussehen her) und schon deshalb darf niemand diesen Titel verpassen. Als wir dann schließlich die Möglichkeit hatten, eine Atombombe auf New York zu werfen, freute sich Pressesprecher Markus Wilding ganz besonders. Achso, habe ich schon gesagt, dass das Spiel sich selbst nicht sonderlich ernst nimmt? Ingesamt ist das Spiel eines meiner Underdogs der Messe, das ich unbedingt einmal länger anspielen will.
In unserem zweiten Teil von Tag 3 erfahrt ihr übrigens unter anderem noch unsere Eindrücke von Prey, Oblivion Lost, Warhammer: Dawn of War Winter Assault, Full Spectrum Warrior 2, Civilization IV, Xbox 360, Heroes of Might V und Blazing Angels. So stay tuned!
E3 05: Der dritte Messetag im Test.
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