Gesamtwertung91%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Mit Earth 2160 unternehmen Entwickler Reality Pump und Publisher Zuxxez den Versuch, den Thron im Echtzeitstrategie-Genre zu erobern. Wir verraten euch, inwieweit ihnen dies gelungen ist...
Technisch gesehen, gehört die Reihe seit Earth 2150 mit zu den Besten, die das Genre zu bieten hat. Jedoch fehlte den Spielen bisher so etwas wie eine Seele, da es die Entwickler einfach nicht geschafft haben, dem Spieler das Gefühl der Identifikation mit einer der im Spiel befindlichen Seiten mit auf den Weg zu geben.
So ganz ist ihnen das auch im neuesten Ableger nicht gelungen, was man allerdings angesichts der spielerischen Qualität und des grafischen und akustischen Feuerwerks zum Glück verschmerzen kann.
Insgesamt vier verschiedene Rassen kämpfen in Earth 2160 um die Vorherrschaft auf dem Mars.
Da es die Menschheit bereits in den Vorgängertiteln geschafft hat, die gute alte Mutter Erde ins Jenseits zu befördern, prügelt man sich nun fleißig auf dem roten Planeten.
Mit der Eurasian Dynasty, der Lunar Corporation, und den United Civilized States sind wieder die drei altbekannten Fraktionen mit von der Partie.
Neu hinzugesellt haben sich die Aliens, die es gar nicht lustig finden, dass sich diese Homo Sapiens ausgerechnet auf dem Mars gegenseitig die Köpfe einschlagen.
Auffällig ist der hohe Schwierigkeitsgrad, den Earth 2160 schon in den ersten Missionen an den Tag legt. Einsteiger werden hier meist überfordert und die Frustrationsgrenze ist schnell erreicht.
Allerdings ist gleichzeitig auch die Motivation unheimlich hoch, weswegen sogar ungeduldige Naturen bereit sind, sich den schwierigen spielerischen Situationen zu stellen.
Trotzdem, wer bis zum jetzigen Zeitpunkt noch gar keine Berührung mit dem Genre Echtzeitstrategie hatte, der sollte es sich genau überlegen, ob Earth 2160 dafür der passende Einstiegstitel ist.
Die vier Fraktionen im Spiel sind nicht nur von ihrem Naturell her sehr verschieden, auch die Art und Weise wie sie ihre Basen errichten unterscheidet sich gewaltig.
Die Konstrukte der Eurasian Dynasty stehen alle nebeneinander, die Lunar Corporation hat sich für eine platzsparende Variante entschieden und baut in die Höhe. Die United Civilzed States spendieren ihren Gebäuden jede Menge Upgrades und die Aliens kommen fast ohne Basenbau aus.
Auch in Sachen Einheiten und Forschung wird dem Spieler einiges abverlangt. Wer es aus anderen Strategietiteln gewohnt ist, dass die Einheiten vielleicht anders heißen, aber im Grunde genommen alle gleich sind, der wird in Earth 2160 eines Besseren belehrt.
Jede Seite verfügt über individuelle Einheiten und gänzlich andere Forschungsbereiche.
Spielerisch gesehen bekommt man so alle sieben Missionen (nach jeweils sieben wechselt man die Fraktion) quasi ein neues Spiel.
Grafisch und akustisch wird dem Spieler so viel wie in keinem anderen Strategietitel geboten. Einzig bei der Synchronisation hat man ein nicht ganz so glückliches Händchen bewiesen.
Zwar wurde in letzter Minute der Synchronsprecher von Bruce Willis (Manfred Lehmann) verpflichtet, dieser kann aber natürlich die anderen mäßigen Sprecher nicht aus ihrem Mittelmaß herausholen.
Man stelle sich einmal eine große Hollywoodproduktion vor, die zwischenzeitlich auf das Niveau einer Daily Soap abfällt, so ähnlich kann man das Gefühl beschreiben, welches man beim Zuhören öfters hat.
Zum Glück wird aber nicht die ganze Zeit geredet, sodass man im Spiel eher Ohren für den erstklassigen Soundtrack hat, während die Augen mit der wohl derzeit besten Grafik eines Echtzeitstrategietitels verwöhnt werden.
Selbst Einsteiger, sofern deren Frustrationsgrenze nicht zu schnell erreicht ist, dürften hochmotiviert an die Sache rangehen, sollten sich aber der Tatsache bewusst sein, dass sie hier wirklich gefordert werden.
Wirklich schade ist eigentlich nur, dass es auch Earth 2160 nicht wirklich schafft, den Spieler in eine packende Story einzubinden, weswegen der Genre-Thron auch weiterhin WarCraft 3 gehört. Auch die KI hat hier und da ihre Aussetzer.
Aber deswegen müssen die Entwickler nicht traurig sein, denn sie haben auf jeden Fall aktuell einen der besten Titel dieses Genres auf die Beine gestellt.
Außerdem sollte man doch immer noch ein Ziel vor Augen haben und wir hoffen jetzt einfach mal, dass Earth 2170 dann endgültig alle anderen Titel vom Planeten fegen wird.
Earth 2160 im Test.
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