Gesamtwertung77%/10 |
GrafikBefriedigend SoundAusreichend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Wer kennt sie nicht und wer hat sie noch nicht vor ihrem sicheren Tod bewahrt? Die strohdummen, aber auch durchaus talentierten Lemmings. Mit einer guten Mischung aus Knobelei und Strategie feierten die blauen Kerle vor Jahren beachtliche Erfolge. Zahllose Ableger folgten. Nun will Klei Entertainment mit der Strategie-Knobelei Eets: Hunger. It's emotional in ihre Fußstapfen treten.
Das Spiel geht dabei allerdings seinen eigenen Weg. Eets ist ein kleiner, weißer Rabauke mit riesigem Schädel und verdrückt leidenschaftlich gerne Marshmallows. Ziel des Spiels ist es, in 120 Leveln, dem kleinen Eets dabei zu helfen, an seine heissersehnten Puzzlestücke zu kommen. Dafür müsst ihr ihm beim Durchqueren plattformlastiger Parkoure unter die Arme greifen. Direkt steuern könnt Ihr ihn dabei allerdings nicht. Eets ist ein sehr launiger Geselle. Seine Launen macht er von seinen Marshmallow-Sorten abhängig. Je nachdem wie Eets gerade gelaunt ist, so springt er über Abgründe. Insgesamt kann er mit drei Launen dienen. Wenn er wütend ist, springt über die weitesten Abgünde. Bei fröhlichem Gemüt, springt der Kleine zwar auch beherzt, aber dies nicht allzu weit. Wenn Eets ängstlich ist, traut er sich kaum von der Stelle. Abgründe zu überspringen meidet er und dreht lieber an Ort und Stelle um. So könnt Ihr ihm auch 3 verschiedene Marshmallow-Arten vor die Füße werfen und so seine Laune und dadurch auch seine Sprungweite bestimmen. Dies lässt sich allerdings nur am Anfang jedes Levels machen. Ihr platziert also Eure Marshmallows strategisch günstig und schaut anschließend dabei zu, wie Eets durch den Parkour hüpft.
Müsst Ihr anfangs noch die Levels lediglich auf die Weise lösen, kommt mit der Zeit immer mehr Pepp in das Spiel. Durch zeimlich abstruse Zeitgenossen, könnt Eets quer durch die Levels katapultieren. Ein sogennanter 'Jux-Wal' beispielweise, saugt den weißen kerl ein und spuckt in wieder aus. Eets fliegt dabei ohne Gnade. Vorsicht sollte also geboten sein, denn sonst fliegt der Marshmallow-Beisser direkt in die nächste Schlucht. Dazu kommen noch niesende Schweine, die beim Niesen gerne mal das eine oder andere Explosiv-Schwein aus ihrem Allerweretesten schiessen. Damit lassen sich Wände wegsprengen und ebnen so den Weg des Protagonisten.
In dunklen Levels kommt Eets fast um vor Angst. Der sogenannte 'Grinseg' kann mit seinen Geschossen Objekte wie Lampen ein- und ausschalten und bringt so wieder Licht ins Dunkel. Insgesamt gibts wirklich viele Helferlein, die Ihr während des Spiels zu Gesicht bekommt.
In den späteren Levels habt Ihr es, neben weitaus komplexeren Levels, auch mit dem einen oder anderen Feind zu tun. So versuchen Euch beispielsweise Roboter vom Ziel abzuhalten. Obwohl man im späteren Verlauf gehörig ins Knobeln gerät, bleibt das Spiel jedoch stes sehr übersichtlich und Frustmomente kommen kaum auf. Wenn man mal nicht weiter weiß, kann man sich auch Tipps vom Spiel geben lassen.
Kenner alter Spiele werden mit Sicherheit festgestellt haben, dass das Spiel auch durchaus eine Ähnlichkeit zu dem Klassiker The Incredible Machine aufweist. Man stellt anfangs einen Mechanismus her und tüfftelt heurm. Es ist immer sehr lustig mit anzusehen, ob der vorgefertigte Plan so aufgeht, wie man es sich vorstellt. Wer nach den 120 Levels noch immer nicht genug hat, kann sich sich auch noch im mitgelieferten Editor austoben. Dieser ist zwar etwas fummelig geraten, nach einiger Einarbeitungszeit seid ihr aber mit ihm vertraut und könnt Eure Vorstellungen konkret umsetzen. Eure Ergebnisse könnt Ihr danach speichern und z.B. an Freunde verschicken.
Die Bedienung des Spiels ist auch recht simpel. Ihr setzt zu Beginn des Levels, wie schon beschrieben, Euer Utensiel auf der Karte ab und lasst Eets seines Weges gehen. Manche Objekte wie den 'Jux-Wal' oder die 'Schokoladen-Kanone' könnt und müsst aber erst nach dem Start bedienen und im richtigen Moment einsetzen. Nur das richtige Timing führt letzten Endes zum angestrebten Erfolg.
Grafisch macht das Spiel mit seinem 2D-Look auch auf alten Rechnern eine gute Figur. Sowieso leben Spiele wie Eets nicht von ihrer grafischen Finesse, sondern motivieren durch ihre Durchdachtheit. Komplett überzeugen kann der Titel in dieser Hinsicht allerdings nicht. Das Gameplay ist einen Tick zu sehr auf Trial and Error ausgelegt als auf echte Kopfzerbrecher. Wenn man kurz vor dem Ziel den rettende Plattform knapp verfehlt und man Eets immer wieder vom Start aus zu sehen muss, kann das schon mal Nerven kosten. Glücklicherweise gibt es ja einen Geschwindigkeitsregler. Die Sounds sind recht lustig, aber nicht wirklich abwechslungsreich. Sprachausgabe sucht man vergeblich